Verbundwerkstoffe bieten Autobauern Gewichtsvorteile gegenüber Stahl

Das Unternehmen ist der weltweit einzige Fahrzeugauftragsfertiger, der vom konventionellen Antrieb über Plug-in-Hybrid bis hin zum rein elektrischen Fahrzeug alles produziert. (Foto: © Magna /TRDmobil)
(TRD/MID) Automobilzulieferer in Baden Würtemberg, genauer gesagt in Esslingen schaffen große Neuerungen. So errichtet etwa der multifunktionale Zulieferer Magna ein neues Kompetenzzentrum für Verbundstoffe im Schwabenland. Es soll dazu dienen, europäische Automobilhersteller im Rahmen der immer strengeren Emissions-Anforderungen mit leichten Strukturelementen und Karosserieteilen zu versorgen.


„Mit leichten Bauteilen aus Verbundwerkstoffen lassen sich Gewichtsreduzierungen von 30 bis zu 60 Prozent gegenüber Stahl erzielen“, sagt Grahame Burrow, Präsident von Magna Exteriors. „Es ist klar, warum Automobilhersteller diese Materialien gerne verwenden. Wir stehen bereit, um innovative Lösungen zu finden und sie bei der Verwirklichung ihrer Ziele zu unterstützen.“


Das Zentrum wird sich überwiegend auf die Entwicklung von Strukturelementen wie Hilfsrahmen und Karosserieteilen, Türverkleidungen und Motorhauben konzentrieren. Verschiedene europäische Automobilhersteller verfolgen hier gemeinsame Entwicklungsprojekte mit Magna, zum Beispiel die Erforschung fortschrittlicher Verbundwerkstoffe für die Verwendung in tragenden Heckmodulen oder die Untersuchung von Verbundwerkstoffen für Hilfsrahmen. Zudem gibt es Interessenten für die Entwicklung von „Class A“ Außenverkleidungen aus Verbundwerkstoffen.

Eine der Besonderheiten des neuen Zentrums ist eine neue Engel v-duo 2.300-Tonnen-Presse, die sich ideal für das Formpressen von faserverstärkten Kunststoffen oder SMC Formmasse eignet. Die Presse erlaubt die Entwicklung, Demonstration und Prüfung von Automobilteilen in Originalabmessungen mit einer Vielzahl von duroplastischen Verbundwerkstoffen und Formpresseinstellungen. Sie ist zudem direkt mit einem Prüflabor verbunden, in welchem Temperaturwechselprüfungen, Klimaprüfungen, verschiedene statische und dynamische Prüfungen sowie mikroskopische Untersuchungen durchgeführt werden.

Das Unternehmen hat im Jahr 2010 bereits gemeinsam mit dem National Research Council of Canada ein Kompetenzzentrum für Verbundwerkstoffe in der Nähe von Toronto eröffnet. Zu den wichtigen Projekten dort gehören die Entwicklung einer Motorhaube aus Kohlefaser für die V-Modelle von Cadillac sowie das laufende Entwicklungsprojekt mit der Ford Motor Company, bei dem die Realisierbarkeit einer Serienproduktion von Hilfsrahmen aus Kohlefaser getestet wird.
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