Stuttgarter Büro gewinnt ersten Preis im Planungswettbewerb um Zaisenhausener Ortsmitte: Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten im Feuerwehrhaus

Lebhafte Gespräche: Bei der Ausstellungseröffnung schauten sich die Besucher die einzelnen Wettbewerbsbeiträge genau an und diskutierten Vor- und Nachteile. Foto: ch
 
Blick auf das Sieger-Modell: Links vorne ist das Farrenstall-Areal zu sehen, in der Mitte die Kirche und dahinter oben der Vorschlag für das neue Rathaus (braun). Foto: ch

Das Preisgericht hat sich entschieden: Das Architekturbüro dauner-rommel-schalk aus Stuttgart/Göppingen erhält den ersten Preis im Planungswettbewerb um die neue Ortsmitte in Zaisenhausen. Einen Tag nach der Entscheidung fand am Freitagabend im Zaisenhausener Feuerwehrhaus die Eröffnung einer Ausstellung mit allen eingereichten Arbeiten statt.

ZAISENHAUSEN (ch) Das Preisgericht hat sich entschieden: Das Architekturbüro dauner-rommel-schalk aus Stuttgart/Göppingen erhält den ersten Preis im Planungswettbewerb um die neue Ortsmitte in Zaisenhausen. Einen Tag nach der Entscheidung fand am Freitagabend im Zaisenhausener Feuerwehrhaus die Eröffnung einer Ausstellung mit allen eingereichten Arbeiten statt.

Zuschüsse für Planung und Umsetzung

Der Wettbewerb war im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts Zaisenhausen 2030 ausgelobt worden. Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle begrüßte die rund 100 Besucherinnen und Besucher. Anschließend erläuterten die Stadtplanerin Julia Schütz von der beratenden LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) sowie der Vorsitzende des Preisgerichts, der Heidelberger Architekt Uwe Bellm, die Arbeiten sowie die Vorgehensweise des Preisgerichts. In ihrer Begrüßungsansprache ließ die Bürgermeisterin noch einmal die Stationen des seit 2014 unter intensiver Bürgerbeteiligung durchgeführten städtebaulichen Entwicklungsprozesses für eine neue Ortsmitte Revue passieren. Dass sich die Vorbereitung und Durchführung des gesetzlich geregelten Planungswettbewerbs über das ganze letzte Jahr erstreckt hatte, begründete sie unter anderem mit der notwendigen Einhaltung von Fristen für Zuschüsse. Die Planungen seien aus Mitteln des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) gefördert worden, die Umsetzung werde durch ein Bund-Landes-Programm zur Städtebauförderung bezuschusst.

Drei Preise vergeben

Der Weg, ein Wettbewerbsverfahren mit der Möglichkeit zur Auswahl unter mehreren Entwürfen einer Direktvergabe an ein Planungsbüro vorzuziehen, habe sich gelohnt, meinte Cathrin Wöhrle. Mit Unterstützung eines kompetenten Teams aus renommierten Experten der Bereiche Architektur, Landschafts- und Städtebauplanung habe das Preisgericht jeden der zehn eingereichten Pläne und jedes Modell genau unter die Lupe genommen, bis zum Schluss ein Sieger sowie die Plätze zwei und drei vergeben wurden. Um eine mögliche Beeinflussung des Preisgerichts von vorne herein auszuschließen, wurden die Namen aller teilnehmenden Büros erst am Ende des anonymisierten Auswahlverfahrens bekannt gegeben, wie anschließend Julia Schütz erläuterte, die das Verfahren betreut hat.

Nur der erste Schritt

Nach den Worten von Bürgermeisterin Wöhrle hat das Siegerteam „ein robustes Grundkonzept“ vorgelegt und „überzeugt mit einer schlichten, charmanten, funktionalen und wirtschaftlich abbildbaren Lösung.“ Sie sprach dem anwesenden Stuttgarter Architekten Tilman Schalk ihren Dank für die „tolle Planungsleistung“ aus. An die Zaisenhausener richtete sie die Bitte, bei der Betrachtung der ausgestellten Entwürfe, vor allem auch des Siegerentwurfs, daran zu denken, „dass dies nur der erste Plan ist, auf dessen Grundlage alles Weitere aufbaut.“ Und sie fügte hinzu: „Natürlich vermissen Sie noch Sitzgelegenheiten oder Spielgeräte im Farrenstall. Diese kommen nun im nächsten Schritt.“

Platz für neue Ortsmitte geschaffen

Zusammen mit dem Preisgerichtsvorsitzenden, der nach eigenen Angaben zehn bis 15 solcher Verfahren im Jahr betreut, begründete die Bürgermeisterin, warum man sich für den Siegerentwurf entschieden hat. Maßgeblich aus Zaisenhausener Sicht sei, dass das neue Rathaus sich in die Hauptstraße einpasse und Platz mache für die neue Ortsmitte, „in der wir uns begegnen können und wo viel passieren kann.“ Zum Beispiel könne der Eiswagen Halt machen, warf Uwe Bellm unter zustimmendem Gelächter der Besucher ein.

Offener Begegnungsort für Bürger

Nach Ansicht des vorsitzenden Preisrichters erfüllt das neue Rathaus den Wunsch nach einem offenen Begegnungsort für die Bürger. Außerdem passe die Idee, es als kompaktes Langhaus anzulegen, am besten zu Zaisenhausen. In der gut erhaltenen und einzigartigen historischen Bauweise des einstigen Straßendorfs gebe es ganz ähnliche Gebäude. Das garantiere, dass der Bau auch noch in 20 Jahren ansehnlich sei. Er betonte: „Das ist ein wirtschaftlicher Entwurf.“

Durchgängig ebenerdige Anlage

Die Bürgermeisterin wiederum hob hervor, dass die durchgängig ebenerdige Anlage vom Rathauseingang mit Vorplatz über die Hauptstraße zur Kirche und dem dahinter liegenden Farrenstall-Areal eine bürgernahe Verbindung von der Zehntscheune mit Bücherei bis zum Südweg schaffe. Zu dem Zweck schiebt sich das neue Rathaus im Siegerentwurf mit der rückwärtigen Hälfte in den Hang hinein. Mit seinem großen Satteldach passt es sich den umgebenden Haustypen an.

Erster Bauabschnitt Farrenstall-Gelände

Laut Bürgermeisterin kann nach dem Gemeinderatsbeschluss am 20. Februar die Feinplanung beginnen und dann die Umsetzung des ersten Bauabschnitts auf dem Farrenstall-Gelände. Dort soll, wie zu hören war, ein Mehrgenerationenpark entstehen. Bebaut werden kann das Gelände nicht, weil es zum Großteil Rückhaltegebiet für den Kohlbach ist. Der Bauabschnitt rund um das Rathaus und das Rathaus selbst müssen nach Aussage von Cathrin Wöhrle noch warten. Denn: „Schließlich müssen wir bei allen Maßnahmen immer die Finanzen der Gemeinde im Blick haben.“

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung im Feuerwehrhaus kann noch bis einschließlich Mittwoch, 31. Januar, besichtigt werden, und zwar zu folgenden Zeiten: Montag, 29. Januar, 15 bis 18 Uhr, Dienstag, 30. Januar, 15 bis 18 Uhr, Mittwoch, 31. Januar, 14 bis 16 Uhr.

Alle Fotos: ch

Mehr zur neuen Ortsmitte im Rahmen von "Zaisenhausen 2030" lesen Sie auf unserer Themenseite Zaisenhausen 2030
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