Peter-und-Paul-Fest am Sonntag: Atemberaubende Parade und unheimlicher Pestzug (mit Video)

Der dritte Tag des Peter-und-Paul-Festes am Sonntag war von vielen Gegensätzen geprägt. Während sich am Nachmittag das mittelalterliche Leben von seiner schönsten Seite zeigte, schlug gegen 23 Uhr die Stunde des Pestarztes.

Bretten (hk) Die Stimmung am Peter-und-Paul-Festumzug am Sonntag war grandios und man konnte spüren, wie sehr die Brettener ihre Geschichte lieben. Der große Festumzug ist mit Sicherheit einer der Höhepunkte des Peter-und-Paul-Festes. Es gibt kaum einen anderen Moment, der die Atmosphäre der ganzen Veranstaltung so gut einfängt. Zu diesem Spektakel trugen natürlich in erster Linie die Gruppen des Festes bei, die mit ihren prächtigen Gewändern, ihren lautstarken "Jubel"-Rufen und den musikalischen Klängen aus vergangener Zeit, den Zuschauern den mittelalterlichen Trubel quasi vor die Haustüre brachten.


Pestzug kurz vor Mitternacht

Unheimlich, mörderisch, katastrophal: Als sich am Sonntag, 2. Juli, der traditionelle Pestzug durch die Innenstadt zog, wurde den Besuchern des Peter-und-Paul-Festes einmal mehr das Grauen der schrecklichen Seuche vor Augen geführt. Pünktlich gegen Mitternacht geisterten die Pestärzte durch die mittelalterlichen Gassen und gingen ihrer einzigen Pflicht nach: Die zahlreichen Toten einzusammeln. Aus Angst vor der Krankheit lehnten es damals viele Ärzte ab, Pestkranke zu behandeln, selbst Priester nahmen keine Beichten mehr ab. Die Pestärzte dagegen versuchten sich von den Ausdünstungen der Seuche mithilfe einer charakteristischen Maskierung fernzuhalten: Ein Furcht einflößender Schnabel, gefüllt mit Kräutern und Essenzen. Trotzdem gab es kein Heilmittel für die Pest, der einzige Ausweg war die Flucht. Manch einer glaubte, die Pest sei der Zorn Gottes. Aus diesem Glauben heraus, wanderten Tausende von Menschen durch Europa und fanden sich zu öffentlichen Beichtritualen zusammen. Rund sechs Jahre (1347 bis 1353) und 25 Millionen Todesopfer später, konnte der Epidemie Einhalt geboten werden.

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