Glauben ans Übersinnliche schamlos ausgenutzt

Eine neue Betrugsmasche beschäftigt die Karlsruher Polizei. (Foto: Pixabay, BlaulichtreportDE)

Den Glauben ans Übersinnliche haben zwei russisch sprechende Frauen schamlos ausgenutzt. Die Polizei bittet um Hinweise auf die Täterinnen.

Karlsruhe (ots) Wenn es darum geht, an das Geld anderer Menschen zu kommen, kennt der Einfallsreichtum von Betrügern keine Grenzen. Meist ist es die ältere Generation, deren Anstand und Hilfsbereitschaft zum Betrug oder Diebstahl ausgenutzt wird. Glas-Wasser- und Enkeltrick, aber auch Anrufe angeblicher Kriminalbeamter, die sich nach vorhandenen Wertsachen erkundigen, haben bundesweit traurige Berühmtheit erlangt.

Glaube ans Übersinnliche ausgenutzt

Immer wieder geraten aber auch russischstämmige Mitbürger ins Visier von Straftätern. Bislang waren es insbesondere Schockanrufe angeblicher Polizeibeamter, die den Angerufenen schwere Unfälle vorgaukelten und zur Auslösung angeblich festgenommener Verwandter große Geldsummen forderten. Etwas neuer ist dagegen die Masche wohl ein und derselben beiden, offenbar russischstämmigen Gaunerinnen, die sich den offenbar bei vielen ihrer Landsfrauen verwurzelten Glauben ans Übersinnliche zunutze machen.

Regelrechten Hokuspokus veranstaltet

Anfang Juni wurde eine 66 Jahre alte Frau in der Karlsruher Innenstadt von den beiden in russischer Sprache auf ihre schlechte Aura angesprochen, die angeblich auf den zeitnahen Verlust eines Angehörigen hindeutete. Um diesem zu entgehen, veranstalteten die Gaunerinnen mit ihrem Opfer einen regelrechten Hokuspokus aus Gebeten, einem ominösen Insekt und einem in eine Zeitung gewickelten vierstelligen Geldbetrag. Dass die beiden das Geld während der Zeremonie an sich gebracht hatten, stellte die Bestohlene erst fest, als die Frauen längst über alle Berge waren.

Fünfstelligen Betrag geraubt

Ein ähnlicher, an Kaltschnäuzigkeit kaum noch zu überbietender Fall beschäftigt aktuell den Polizeiposten Oberreut. Eine 62 Jahre alte Bewohnerin des Stadtteils, gleichfalls russischer Herkunft, wurde von dem Duo am Mittwoch gegen 11 Uhr in der Johanna-Kirchner-Straße auf ihre tatsächlich gegebene schwere Erkrankung angesprochen. Anschließend stellten die beiden der Frau eine Heilung für den Fall in Aussicht, dass sie ihren Anweisungen bedingungslos Folge leistet. Neben einer gefüllten Wasserflasche und Gebeten gehörte zu dem sich über einen längeren Zeitraum hinziehenden Heilungsritual, dass die Erkrankte einen Umschlag mit einem fünfstelligen Betrag in einer Stofftasche hinterlegt. Zwar wurde die Tasche nach der auf offener Straße stattfindenden Zeremonie zurückgegeben. Am Ende enthielt der Geldumschlag allerdings nur noch Zeitungspapier. Und auch diesmal waren die Täterinnen bei Entdeckung der Tat bereit spurlos verschwunden.

"Tatjana" und "Maria"

Die Polizei warnt nachdrücklich vor dem Auftreten der etwa 30 bis 35 und 50 bis 60 Jahre alten Frauen und bittet bei ihrem neuerlichen Auftreten um sofortige Nachricht. Beide Täterinnen sind von kräftiger Statur, sprechen perfekt die russische Sprache und gaben sich im ersten Fall als "Tatjana" und "Maria" aus. Hinweise zum aktuellen Fall werden unter 0721 866453 rund um die Uhr entgegen genommen.

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