Dehoim in Ölbronn-Dürrn: „Dodebritscher“, „Dilldabbe“ und „Kädderle“ - Wie die Dürrner und Ölbronner Necknamen entstanden

Ölbronn-Dürrn: Gemeinde |

(ch) Für die Dürrner Bevölkerung sind gleich zwei Spitz- oder Necknamen überliefert.

Der erste lautet „Dodebritscher“ und entstand angeblich wie folgt: Ein Dürrner Fuhrmann sollte einen verstorbenen Einwohner über den holprigen Kirchweg zu dem auch für Dürrn zuständigen Friedhof des Pfarrdorfes Kieselbronn karren.

Mit der Peitsche den Sarg "gepritscht"

Sarg und Wagen mussten manchen harten Stoß hinnehmen und es hörte sich an, als ob der Tote von innen gegen den Sargdeckel klopfe. Erbost „pritschte“ der Fuhrmann mit der Peitsche auf den Sarg - denn „dod isch dod!“ Im Galopp fuhr er nach Kieselbronn und berichtete Pfarrer und Totengräber von seinem Erlebnis. (…)

Auf Dielen "herumgetappt"

Die Dürrner Einwohner werden aber auch „Dieldappen“ beziehungsweise „Dilldabbe“ genannt: Sie sollen einst ihren Kleesamen, statt ihn einzuwalzen, mit Dielen (wuchtigen Brettern) belegt haben und darauf herumgetappt sein. Nach Dürrns erstem Ortschronisten, Pfarrer Zachmann, „geht das Wort allem Anschein nach - die Dürrner reden natürlich nicht gern darüber - auf eine gewisse Langsamkeit und Umständlichkeit in Dingen, die eilig und pressant zu erledigen wären, zurück.“

Kater mit Bindung ans Kloster

Weitaus schmeichelhafter klingt der Necknamen der Ölbronner, „d´Kädderle“. Seine Herkunft wird auf die einst sehr enge Bindung ans Kloster Maulbronn erklärt. Die Ölbronner waren die „Klosterkater“ im Gegensatz oder in Ergänzung zu den Maulbronner „Klosterkatzen“.

Quelle für Dürrn: Konstantin Huber, Manuskript der Chronik von Dürrn.

Quelle für Ölbronn: Esther Schmalacker, Ortsneckereien, in: Pforzheim und der Enzkreis, Konrad Theiss Verlag.


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