Neue Bürgerinitiative plant Aktionstag: Aktivisten wollen Planfeststellung der B293-Umfahrung in Jöhlingen „konstruktiv begleiten“

4. März 2018
Maria hilf Kapelle Jöhlingen, 75045, Walzbachtal
So könnte die B293-Brücke aussehen: Die Umfahrung durch das Attental möchte die Bürgerinitiative verhindern. Bildmontage: BI pro Jöhlingen
  • So könnte die B293-Brücke aussehen: Die Umfahrung durch das Attental möchte die Bürgerinitiative verhindern. Bildmontage: BI pro Jöhlingen
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Nachdem in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres Details der Pläne für die B293-Ortsumfahrung Jöhlingen bekannt geworden sind (wir berichteten), hat sich eine Bürgerinitiative formiert, die eine bessere Lösung erreichen will. Momentan wird ein Aktionstag am Sonntag, 4. März, von 13 bis 16 Uhr an der Jöhlinger Marienkapelle vorbereitet. Dort wollen die Aktivisten interessierte Einwohner mit ihren Überlegungen bekannt machen.

WALZBACHTAL (ch) Nachdem in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres Details der Pläne für die B293-Ortsumfahrung Jöhlingen bekannt geworden sind (wir berichteten), hat sich eine Bürgerinitiative formiert, die eine bessere Lösung erreichen will. Momentan wird ein Aktionstag am Sonntag, 4. März, von 13 bis 16 Uhr an der Jöhlinger Marienkapelle vorbereitet. Dort wollen die Aktivisten interessierte Einwohner mit ihren Überlegungen bekannt machen.

Für eine sinnvolle Verkehrslösung

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Umfahrung“, sagt Ralf Schmid von der Bürgerinitiative pro Jöhlingen, die nach ihrer inoffiziellen Gründung im November nun seit 12. Januar auch offiziell im Vereinsregister steht. Man wolle „eine sinnvolle Verkehrslösung für Mensch und Natur“, „die für die bisherigen Anwohner eine Entlastung bringt, aber auch nicht zur Belastung für andere Bürger in Jöhlingen wird.“ Seine Befürchtung: Mit der jetzt vorliegenden Trassenführung werde der Verkehr lediglich von einem Wohngebiet auf ein anderes verlagert und zusätzlich noch großflächig Natur und Naherholungswert im Attental zerstört. Die schon früher festgestellten höheren gesundheitlichen Belastungen der Anwohner an der B293 würden dann auch für die Anlieger der neuen Umfahrung gelten. Ganz abgesehen vom Wertverfall der dortigen Häuser.

Zweifel an Entlastungswirkung

Mehr noch: Laut Schmid bringt die geplante Herabstufung des Straßenabschnitts der innerörtlichen B293 (Jöhlinger Straße) zur Landesstraße zwischen Kreuzung Richtung Weingarten und geplantem Anschluss an die neue Trasse etwa auf Höhe der jetzigen Abfahrt Wössingen für die Bewohner „nicht wirklich eine Entlastung von Lärm und Schadstoffen“. Denn dann müsse ja sämtlicher Verkehr nach und von Jöhlingen und Weingarten, darunter auch die Bewohner von Attental und Gageneck, zwangsweise dort durchfahren.

Warnung vor Folgeproblemen

Der Vertreter der Bürgerinitiative ist überzeugt, dass die gut ausgebaute neue Umfahrung zusätzlichen Verkehr, insbesondere Schwerverkehr, anziehen wird, weil man dann noch schneller durchbrausen könne. Die Mautflucht werde damit „in hohem Maß gefördert“. Er sagt auch Folgeprobleme in Fahrtrichtung Karlsruhe voraus: „Heute schon ist der Grötzinger Tunnel an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit.“ Durch die neue Umfahrung könnten die Autoschlangen noch mehr anwachsen und die Fahrt zur Arbeit auch für Walzbachtaler noch mehr Zeit kosten.

Sympathie für dauerhafte Lkw-Sperrung

Gegen die vorliegende Trassenführung sprechen nach Ansicht der Bürgerinitiative auch die Störung der am Waldrand nachgewiesenen Fledermäuse sowie die zusätzliche Versiegelung wertvollen Bodens mit negativen Auswirkungen auf Grundwasserspiegel, Verdunstung und Luftkühlung. Vor diesem Hintergrund sei es ein „Anachronismus“, ein Straßenbauprojekt „ausgerechnet durch ein Landschaftsschutzgebiet führen zu wollen“. Vermutungen, die Bürgerinitiative wolle die schon früher aus Kosten-Nutzen-Erwägungen verworfene Tunnellösung wieder aufgreifen, verneint Schmidt. Aber er lässt durchblicken, dass er sich die 2010 im Zuge einer Baustelle vollzogene vorübergehende Sperrung der B293 für Schwerlastverkehr gut als Dauerlösung vorstellen könnte. Die Umleitung über A5 und B35 sei damals angenommen worden und entspreche genau der Planung, die der Bund bereits in den 1950er Jahren vorgesehen habe.

Planfeststellung in diesem Frühjahr

Seit Dezember 2016 ist die B293-Ortsumfahrung Jöhlingen im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) als „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Wie in der Projektbeschreibung des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Internet nachzulesen ist, hat der Walzbachtaler Gemeinderat der gewählten Trasse am 16. April 2012 in öffentlicher Sitzung zugestimmt. Der Walzbachtaler Bürgermeister Karl-Heinz Burgey geht weiter davon aus, dass in diesem Frühjahr das Planfeststellungsverfahren für die B293-Ortsumfahrung Jöhlingen beginnt. Laut Ralf Schmid will die Bürgerinitiative pro Jöhlingen das Verfahren „konstruktiv begleiten“. Auf der vereinseigenen Homepage www.umgehung-joehlingen.de informiert die Initiative regelmäßig über ihre Aktivitäten.

Mehr zum Thema lesen Sie auf unseren Themenseiten Ortsumfahrung und Verkehrsentlastung

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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