Peter-und-Paul-Feuerwerk - Ein Blick hinter den Kulissen

Die Mörserrohre stehen bereit...
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Das Peter-und-Paul-Feuerwerk wird wohl von fast allen Brettenern gesehen. Aber was da eigentlich hinter den Kulissen geschieht, diese Frage stellt sich vermutlich auch der eine oder andere. Begeben wir uns also auf die Suche nach dem Abschussort und schauen mal rein ...

Um dieses Mysterium zu lüften, bin ich am Peter-und-Paul-Samstag-Abend einfach mal zum Abschlussplatz gegangen und hab mich bei der Feuerwehr vor der Sporthalle durchgefragt. Einer der Mitarbeiter hat mich dann auch gleich gerne mit auf den Platz hinter der Stadtparkhalle genommen, nachdem ich ihm erzählt habe, dass ich für ab und zu mal für ein lokales Online-Medium schreibe :)

Was mich erwartete, hat mich erstaunt: Auf einem nur ca. 5*5 Meter großen Platz ist alles notwendige aufgebaut. In erster Linie fallen einem natürlich die sog. Mörserrohre ins Auge (siehe Bilder), die um 20:30 Uhr alle schon fertig aufgebaut und verkabelt waren. Diese zeigen in verschiedene Richtungen, so dass oben am Himmel eine bestimmte Breite des Feuerwerks erreicht wird.
Die Mörserrohre stehen auf einem Gestell, meist bilden 5 oder 6 dieser Rohre zusammen eine Gruppe. Diese Gestelle sind wiederum alle fest zusammengehalten mit der guten alten Dachlatten-Schraubzwingenkonstruktion.
Die Bomben haben einen Durchmesser zwischen - geschätzt - 5cm und 10cm. Eine kleine Google-Recherche ergab, dass die Einkaufspreise ein großes Geheimnis sind, aber man pro Stück zwischen 5 und 30 EUR rechnen muss - wie überall gibt es Ikea und Schreiner.
Jede dieser Rohrgruppen ist über ein Zündkabel an einen zentralen Steuerungscomputer angeschlossen. Insgesamt liegen da ca. 100 Drähte, so dass es sich so um die 500 Einzeleffekte handeln dürfte, die am Abend verschossen werden.
In jedes Rohr wird eine sog. Kugelbombe mit dem Effekt hineingelegt, wobei sich darunter der Schwarzpulversprengsatz - die sog. "Ausstoßladung" - befindet, der die Kugel nach oben schießt. Auf dem einen Bild ist zu erkennen, dass diese in einer Einheit als fertiges Element geliefert wird, sogar die Plastiktüte darum muss nicht entfernt werden. Lediglich das Zündkabel wird an der Ausstoßladung unten angebracht.
Fließt nun über ein solches Zündkabel ein Stromimpuls, wird der Ausstoßladung der Kugel gezündet, die Kugel schießt in die Luft und über eine Verzögerungszündschnur innerhalb der Kugel explodiert diese erst, wenn sie oben ist.
Man kann auf den Bildern auch gut erkennen, dass pro 6er Gruppe meist nur ein einziges Zündkabel vom ersten Mörserrohr aus zum Steuerungsmodul führt. Zum jeweils nächsten Rohr führt eine weitere Zündschnur, die für den zeitlichen verzögerten Abschuss der nächsten Bombe sorgt. So lassen sich also viel mehr Einzeleffekte mit deutlich weniger Zündungskabeln realisieren.

Der Steuerungscomputer wird zuvor per PC so programmiert, dass vor Ort die ganze Show mit nur einem Knopfdruck gestartet wird und dann vollautomatisch abläuft. Als Stromversorgung dient letztlich nur ein einfacher Akku.

Das Feuerwerk gegen Mitternacht war wie immer super, aber als technikinteressierter Mensch bleiben mir die Szenen vom Aufbau vorher wohl länger in Erinnerung.
Vielen Dank an das "Beisel Pyrotechnik"-Team, für diese wirklich interessanten Einblicke in eine Branche, von der ich bisher überhaupt keine Ahnung hatte.

Autor:

Heiko Seebach aus Bretten

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