"die aktiven" fordern Umbau des Neff-Kreisels in Bretten
"Viel zu gefährlich"

Am umgebauten Neff-Kreisel kommen sich Radler und Autofahrer oft sehr nahe.
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Bretten (bea) In die immer wieder aufflammende Diskussion um den umgebauten Neff-Kreisel in Bretten hat sich nun auch die Gemeinderatsfraktion der "aktiven" eingemischt. "So wie er jetzt ist, ist der Kreisel viel zu gefährlich. Daher muss er wieder umgebaut werden", fordert Stadtrat Aaron Treut. "Dieser Gefahr können wir unsere Kinder nicht aussetzen." Die Forderung der "aktiven" lautet daher: Den Absatz am Zebrastreifen absenken und den Radweg wieder wie zuvor um den Kreisel herum führen.

"Jeder sucht sich eine eigene Variante"

Bei einem Vor-Ort-Termin verschafften sich die Fraktionsmitglieder einen Überblick über die Situation am Kreisverkehr. Dabei stellten die Räte auch fest, dass sich viele Radfahrer nicht an die neue Wegführung halten. Nach seiner eigenen Fahrt durch den Kreisel, bei der er der neuen Radwegführung gefolgt ist, resümiert Stadtrat Armin Schulz: "Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so gefährlich ist". Denn nicht alle Verkehrsteilnehmer hätten Rücksicht auf seine Vorfahrt genommen. Um solch gefährliche Situationen zu vermeiden, suche sich jeder Radler eine eigene Variante, um die Radwegführung des neuen Kreisels zu umgehen, sagt Stadtrat Jörg Biermann.

"Fahrverhalten der Autofahrer passt nicht zur Verkehrssituation"

Bei der Begehung mit der Brettener Woche machte zudem ein Lkw-Fahrer seinem Unmut über die neue Verkehrssituation Luft: "Guckt Euch den Mist an, den ihr da gebaut habt." Treuts Resümee der Begehung: "Das Fahrverhalten der Autofahrer passt nicht zur Verkehrssituation." In Anbetracht der vielen Lkw müssten die Fahrradfahrer aufgrund der "lebensgefährlichen Situation" runter von der Straße. Dafür seien die Gehwege breit genug, ergänzt Biermann. Radfahrer, die auf die Straße fahren, müssten sich erst gegen den Autoverkehr durchsetzen. Dazu müsse der Autofahrer Rücksicht nehmen.
Auch habe es mehrere Stürze von Radfahrern gegeben, die der alten, gewohnten Radstrecke auf dem Gehweg gefolgt und am nicht vollständig abgesenkten Absatz des Zebrastreifens hängen geblieben seien. "Die halbhohen Steine erkennt man nicht", sagt Treut und weist auf eine Mutter mit Kinderwagen und Kleinkind hin, das gerade mit seinem Rad am nicht vollständig abgesenkten Absatz auf der Mittelinsel hängen geblieben ist.

Kreisel "voller Fallen"?

Auch mit Hans-Jürgen Meergraf kommen "die aktiven" ins Gespräch. Der Brettener hat zwei Beinprothesen und fuhr nach eigenen Angaben vor Kurzem auf dem linken Gehweg aus Richtung Stadt kommend auf den Kreisel zu. Da ihm Fußgänger entgegenkamen, habe sich Meergraf auf der rechten Seite des Fußwegs gehalten. Dort habe er aufgrund des Schattenfalls der Stadtbahnbrücke den sich vom Kreisel einfädelnden Radweg nicht bemerkt und sei mit dem linken Rad auf dem Gehweg und mit dem rechten auf den tieferliegenden Radweg gefahren und dann mitsamt seinem Elektromobil umgefallen und auf der Straße gelandet. Auch über den Absatz beim Zebrastreifen beschwerte sich Meergraf. "Sonst gibt es in Bretten keine Absätze an den Zebrastreifen." Der neue Kreisel sei für ihn "voller Fallen".

"Ich steige ab, da mir der Kreisel zu unsicher ist"

"Ich steige ab, da mir der Kreisel zu unsicher ist", sagt Aufbruch-Stadtrat Hermann Fülberth. Zwar sei der Kreisel nach der Straßenverkehrsordnung gebaut, doch der Absatz beim Zebrastreifen gefährlich. Das habe er auch auf dem Wochenmarkt von Bürgern gehört. Verwaltung, Fraktionen und betroffene Gruppen sollten vor Ort gemeinsam überlegen, wie die Situation für alle verbessert werden könnte, sagt der Rat. Den umstrittenen Absatz hat sich auch Edgar Schlotterbeck (SPD) vor Ort angesehen. Er könne mittragen, dass diese abgesenkt würden, doch ein genereller Umbau für eine andere Radverkehrsführung sei seiner Ansicht nach nicht notwendig, sagt er. Trotz korrektem Bau müsse die Stadt auftretende Probleme und Stolpersteine erkennen und beheben, sagt CDU-Stadtrat Martin Knecht.

Es kommt noch zu "Quetschsituationen"

Ein Absatz von drei Zentimetern würde benötigt, damit blinde Menschen erkennen könnten, wo der Fahrbahnrand sei, erläutert Otto Mansdörfer (Grüne). Der Gehweg müsste aber noch einheitlich gepflastert werden, damit er optisch als solcher erkennbar sei. Momentan sei dies durch die unterschiedlichen Grautöne nicht gegeben. Der nun geringere Platz für Autos auf der Straße werde von den Fahrern offensichtlich als Belästigung wahrgenommen. Daher komme es noch zu "Quetschsituationen". Um diese zu vermeiden, dürfe der motorisierte Verkehr nicht nur mit einem "Vorfahrt geändert"-Schild auf den Radfahrer hingewiesen werden. Vielmehr müsse der Autofahrer mit einem Schild "Achtung Radler" oder "Radverkehr fädelt ein" für eine gewisse Zeit konkret auf die neue Verkehrssituation hingewiesen werden.

Schilder-Lösung findet Anhänger

Einer Schilder-Lösung kann auch Ariane Maaß (fraktionslos) zustimmen. Als guten Vorschlag bezeichnet FWV-Stadträtin Sibille Elskamp das Aufstellen eines entsprechenden Schildes, um den Autofahrern einen eindeutigen Hinweis auf die kommende Situation beim Einfädeln des Radverkehrs zu geben. Dafür spricht sich auch FDP-Stadtrat Jan Elskamp aus und führt an, dass der Ausbau des Kreisels nur als Stückwerk anzusehen sei. Weiterhin frage sich die FDP, warum der Umbau vor dem Mobilitätskonzept umgesetzt werde. AfD-Stadtrat Andreas Laitenberger hingegen war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

"Werden Erfahrungen mitnehmen"

"Wir werden unsere Erfahrungen in der nächsten Verkehrsbesprechung mit dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt ansprechen", sagt Oberbürgermeister Martin Wolff. Man versuche diese Besprechung noch vor der Sommerpause durchzuführen. Auch den Vorschlag des ADFC, ein Schild aufzustellen, das auf ein Überholverbot von Zweirädern hinweist, wolle die Stadt prüfen, so Wolff.

Autor:

Beatrix Drescher aus Bretten

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