Begehung der Innenstadt mit Verein Lasso - Hilfe für Menschen in Bretten und Umgebung
Licht und Schatten für Rollstuhlfahrer in Bretten

Großes Interesse an der Aktion des Vereins Lasso gab es auch bei Bürgermeister Michael Nöltner (Mitte).
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Bretten (kn) Der Verein Lasso - Hilfe für Menschen in Bretten und Umgebung hatte am vergangenen Samstag, 17. Oktober unter anderem mobilitätseingeschränkte Menschen zu einer Begehung des Marktplatzes und der Fußgängerzone der Melanchthonstadt eingeladen. Mit dabei waren unter anderem auch der Brettener Bürgermeister Michael Nöltner sowie der Gemeinderatsfraktionen von „Aufbruch Bretten“ und „die aktiven“ sowie des VdK Ortsverbands Bretten. Hintergrund der Aktion war es, Menschen die laufen können, zu vermitteln, wie kleine Hindernisse für gehbehinderte Menschen zu großen Hürden werden können.

"Kleine Hindernisse" führen zu großen Problemen

"Durch diese 'kleinen Hindernisse' kann sich das Fortkommen derart erschweren, dass mobilitätseingeschränkte Menschen oft lieber zu Hause bleiben und sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Hier beginnt leicht eine Vereinsamung und Depression", betonte der Verein. Und weiter: "Diese Situation kommt dann noch zu den alltäglichen Problemen als körperlich eingeschränkter Mensch dazu." Durch die große Resonanz an der Aktion sei laut Lasso schnell klar geworden, dass dieses Thema für viele Betroffene sehr wichtig sei. 

Nöltner erlebt Tücken für Rollstuhlfahrer

Und zu bemängeln gab es bei der Begehung einiges. Gleich zu Anfang fielen den Beteiligten auf dem Marktplatz schadhafte Stellen auf, in denen sich zum Beispiel die kleinen Vorderräder eines Rollstuhls verschränken und dadurch den Rollstuhl blockieren können. Dies könne sehr schmerzhaft für jemanden sein, der im Rollstuhl sitzt, so der Verein. Um dies zu beweisen hatte Lasso auch einen Rollator und einen Rollstuhl mitgebracht. Nöltner nahm das Angebot an und probierte, vom Marktplatz aus, die Behindertentoilette neben dem Melanchthonhaus zu erreichen. Dabei zeigten sich gleich mehrere Probleme. Da das Gefälle auf den beiden Seiten des Weges unterschiedlich steil ist, verlor das eine Hinterrad des Rollstuhls den Bodenkontakt und drehte durch. Gleichzeitig mussten aber die Unebenheiten des Pflasters überwunden werden.

Licht und Schatten bei Behindertentoilette

Sehr positiv war die Tatsache, dass die Tür mit einem internationalen Euroschlüssel zu öffnen ist. Dieser Schlüssel passt europaweit für die meisten Behinderten-WCs. Allerdings sollte sich die Tür dann automatisch öffnen, da nicht jeder aus eigener Kraft in der Lage ist, sie aufzuziehen. Ebenso erwies sich die Schwelle direkt am Eingang als problematisch. Manch einer war überrascht, dass es neben dem Melanchthonhaus überhaupt eine Behindertentoilette gibt. Sinnvoll erscheint, ein gut sichtbares Hinweisschild zu platzieren.

Neue Platten in der Fußgängerzone meist zugestellt

Die neuen Platten und Pflastersteine an den beiden Seiten der Fußgängerzone, die nach der Verlegung des Glasfasernetzes gelegt wurden, erwiesen sich dagegen als idealer Untergrund für Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer und Kinderwagenpiloten. Doch leider sind laut dem Verein Lasso genau die Bereiche mit Tischen, Stühlen, Werbeschildern und Warenständern zugestellt. Nach Meinung von Lasso gebe es zwei  Möglichkeiten für eine Lösung. Zum einen könnten, die Geschäfte und Gastronomiebetriebe diesen Streifen auf beiden Seiten freihalten. Die andere Möglichkeit wäre, dass der Mittelteil der Fußgängerzone ebenfalls mit den flachen Pflastersteinen gelegt wird. Bürgermeister Nöltner schlug ein Gespräch mit den in der Fußgängerzone ansässigen Betrieben innerhalb des nächsten halben Jahres vor, um dies zu besprechen.

Enttäuschung über Nichtteilnahme von Fraktionen

Enttäuscht zeigte sich der Verein über die Nichtteilnahme von Vertretern der CDU, SPD, Grünen sowie FDP und AfD an der Aktion. "Hier scheint wohl das Interesse an der Personengruppe zu fehlen, die, wie alle anderen Menschen auch, ein Recht auf Teilhabe am sozialen Leben hat", wird Lasso deutlich.

Großes Interesse an der Aktion des Vereins Lasso gab es auch bei Bürgermeister Michael Nöltner (Mitte).
Michael Nöltner versuchte sich als Rollstuhlfahrer.
Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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