Rinklingerin hat Chance bei DFB-Sichtung
Katharina Förtsch ist immer am Ball

Durch ihre männlichen Spielerfreunde habe Katharina Förtsch vor allem gelernt, Zweikämpfstärke zu beweisen.
  • Durch ihre männlichen Spielerfreunde habe Katharina Förtsch vor allem gelernt, Zweikämpfstärke zu beweisen.
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Bretten (hk) Wenn man mit Katharina Förtsch aus Bretten spricht, bekommt man den Eindruck, dass alles was sie anfasst im sprichwörtlichen Sinne zu Gold wird – besonders wenn es um das Fußballspielen geht. Einen Erfolg nach dem anderen kann die erst 17-Jährige aufzählen: Mehrfacher Landesliga- und Verbandsligameister, Badischer Hallenmeister, Vize-Landesligameister. Doch ihr größter Erfolg, der steht der Brettenerin eventuell noch bevor: Anfang Oktober geht es für das U18-Juniorinnen-Team des Badischen Fußballverbandes zum U18-Sichtungsturnier des Deutschen Fußballbundes (DFB) an die Sportschule Duisburg-Wedau. Dort könnte sie ihre ersten großen Karriereschritte machen. Zunächst steht ein gemeinsames Training an, danach wird der Kader, der zum Sichtungsturnier fährt, bekanntgegeben. Katharina sieht das allerdings ganz locker: So wie alles andere was mit Fußball zu tun hat, „lasse ich auch das einfach auf mich zukommen“, sagt sie. Derzeit spielt die Schülerin in der Frauen-Oberliga als Zweitjüngste ihrer Mannschaft beim FV Niefern.

Zweikampfstärke beweisen

Ihre Leidenschaft zum Fußball hat sie als kleines Kind entdeckt. „Seit sie sitzen konnte, hat sie immer einen Ball in der Hand gehabt“, erinnert sich ihr Papa, Andreas Förtsch. Er betont: „Ich habe selber Fußball gespielt, aber meine Tochter nie dazu gedrängt, das auch zu tun.“ Das Interesse habe die Tochter beim gemeinsamen Fußballschauen entwickelt und „dann hat sich das einfach so ergeben“, so die 17-Jährige. Sie trat mit etwa vier, fünf Jahren ihrem Stammverein, dem TSV Rinklingen bei. Ihm blieb sie zwölf Jahre lang treu. Ab der D-Jugend spielte Katharina beim Stützpunkt an der Sportschule Schöneck. Dort sei sie darauf angesprochen worden, ob sie denn nicht Lust hätte, bei den Mädchen in Göbrichen zu spielen. Seitdem hat Katharina bis vor den Sommerferien 2019 dank einer Gastspielgenehmigung in zwei Mannschaften spielen können; zum einen in ihrem Stammverein in Rinklingen mit den Jungs und zum anderen in Mädchen-Mannschaften, zum Beispiel beim VfB Bretten, als es um den Aufstieg zur Oberliga ging und danach beim TuS Mingolsheim in der Oberliga. „Als Hobby hat sie währenddessen bei den Jungs in Bretten mittrainiert“, erzählt Papa Förtsch nicht ohne Stolz. Durch ihre männlichen Spielerfreunde habe sie vor allem gelernt, Zweikämpfstärke zu beweisen.

„Alle waren, wenn es um Katharina ging, nie zurückhaltend“

Dass sie beim Spiel mit den Rinklinger Jungs ganz anders gefordert wird, das habe Katharina schon seit der C-Jugend festgestellt: „Da merkt man schon die körperlichen Unterschiede und wie sich der Spielstil verändert. In der Schnelligkeit konnte ich nicht mehr so gut mithalten.“ Trotzdem durfte sie mit einer Sondergenehmigung ab der B-Jugend dort weiter als Auswahlspielerin mitkicken. „Bei den Mädels kann ich mich schon besser durch zwei, drei Spielerinnen durchkämpfen“, erzählt die junge Spielerin mit einem Lachen. Dass sie trotzdem ein absolutes Ausnahmetalent ist, das weiß Hans Winterkorn, dritter Vereins-Vorsitzender und Jugendkoordinator: „In der B-Jugend im Kreis Bruchsal war Katharina die einzige, die sowohl bei den Jungs als auch bei den Mädchen gespielt hat.“ Die Trainer, so Andreas Förtsch, hätten seiner Tochter immer viel Vertrauen entgegengebracht: „Alle waren, wenn es um Katharina ging, nie zurückhaltend.“ Man habe ihr immer eine Chance gegeben und sie aufgrund ihrer Leistungen bewertet. „So war sie immer Stammspielerin“, freut er sich. Auch in den Mannschaften, fügt Katharina hinzu, sei sie immer mit offenen Armen empfangen worden.

„Es ist wirklich hochklassiger Fußball“

Auf die Frage, wie sie ihre Chancen beim DFB-Sichtungsturnier einschätzt, antwortet Katharina gewohnt sachlich-nüchtern: „Ich glaube nicht, dass es leicht wird.“ In der Badischen Auswahl stehen fast ausnahmslos Spielerinnen aus Hoffenheim, daneben einige vom Karlsruher SC und dann Katharina – die Konkurrenz ist also groß. „Ich werde trotzdem meine beste Leistung abrufen. Und man kann in jedem Fall viel lernen, denn es ist wirklich hochklassiger Fußball.“ Andreas Förtsch ergänzt lächelnd: „Katharina mag es nicht im Mittelpunkt zu stehen. Sie ist zwar leistungsorientiert, aber eher zurückhaltend.“ Für die Zukunft erhofft sich die Schülerin, egal wie das Ergebnis bei der DFB-Sichtung lautet, in der Regionalliga spielen zu können. „Da möchte ich auf alle Fälle spielen, das wäre schön. Am liebsten als Aufsteiger mit Niefern“, sagt sie. „Und dann mal gucken, was sich ergibt.“ Bis dahin stehe sowieso erst einmal das Abitur an.

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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