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VfB Bretten hat 2022 Geschichte geschrieben
"Wir wollen die Großen ärgern"

Die erste Mannschaft des VfB Bretten ist in die Verbandsliga aufgestiegen.
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Bretten (swiz)  Der VfB Bretten hat unter anderem mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Verbandsliga Historisches erreicht. Im Interview mit der Brettener Woche/kraichgau.news sprechen Trainer Adrian Schreiber, die sportlichen Leiter Wolfgang Hermann und Reiner Pfannenschmid sowie Öffentlichkeitsarbeiter Herbert Kritter über das Erfolgsrezept und die große Herausforderung Verbandsliga.

Der VfB Bretten hat in der abgelaufenen Saison eine ganz außergewöhnliche Bilanz abgeliefert. Können sie noch einmal die größten Erfolge der Mannschaft in dieser Saison zusammenfassen?
Kritter: Nach zehnmonatiger Coronapause startete die Landesliga Mittelbaden endlich in die Fußballsaison. Die Coronabedingungen erschwerten noch den Trainingsbetrieb und das Zuschaueraufkommen, aber bei den ersten Tests im Pokal gegen Reichenbach und Zuzenhausen mit Sieg und knapper Niederlage konnte die erste Mannschaft schon überzeugen. Spannend waren die Begegnungen mit den Teams aus dem Fußballkreis Bruchsal, wobei natürlich das Match gegen den Stadtrivalen Kickers Büchig besondere Bedeutung hatte. 600 Zuschauer waren da und die junge VfB-Elf lieferte eines ihrer besten Spiele mit einem 5:1 Erfolg ab. Hatte der VfB zunächst einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel angegeben, so zählte man plötzlich zur „Big Five“ der Landesliga und eroberte die Tabellenführung. Diese Position behielt man bis zum Ende der Vorrunde bei und wurde Herbstmeister. In 32 Spielen gewannen die Brettener 24-mal, spielten zweimal Unentschieden und verloren nur vier Spiele bei einem Torverhältnis von 93:33. Das war eines der erfolgreichsten Jahre in der 118-jährigen Brettener Fußballgeschichte. Und die Meisterschaft und der Aufstieg der ersten Mannschaft wurden dann noch gekrönt durch den Titelgewinn von VfB III in der Kreisklasse C, der Vizemeisterschaft von VfB II, den Kreispokalsiegen der D- und C-Junioren und dem Aufstieg der A-Junioren in die Verbandsliga Baden.

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass die Mannschaften des VfB so gut aus der harten Corona-Zeit herausgekommen sind?
Hermann, Pfannenschmid: Einen großen Verdienst daran hat sicherlich Co-Trainer und Fitness-Coach Sebastian Kunz. Er hat während dem Corona-Lockdown mit den Spielern virtuell gearbeitet und sie immer wieder mit Übungen fit gehalten. Und als dann wieder im Team trainiert werden konnte, wurden die Spieler behutsam auf die Belastung vorbereitet. Förderlich für den konditionellen Aufbau und die Kräftigung der Muskeln war sicherlich auch, dass Trainer Adrian Schreiber möglichst viele Kraft- und Ausdauerübungen mit Ball und interessanten Spielformen gestaltet hat. Diese Vorgehensweise war für die Spieler motivierend und es wurden ungeliebte Einheiten wie Wald- oder Treppenläufe vermieden. Ein weiterer Punkt war sicherlich der sehr gute Zusammenhalt im Team. Man merkte in jedem Training den Spielern an, dass sie gerne kommen und eine Menge Spaß haben.

Die Verbandsliga ist die höchste Spielklasse des Badischen Fußball-Verbands (bfV). Wie soll das Team auf die gestiegenen Herausforderungen eingestellt werden?
Schreiber: Wir sind uns der fußballerischen Qualität der Verbandsliga bewusst, und wir wissen, dass es keine leichten Spiele geben wird. Wir freuen uns, gegen Traditionsvereine wie VFR Mannheim zu spielen und wollen den einen oder anderen Großen ärgern. Die Herausforderung wird sein, den Schritt von der Landesliga in die Verbandsliga möglichst schnell zu machen. Der Fußball in der Verbandsliga ist schneller, aggressiver und effektiver. Wir werden mit unserer jungen Mannschaft Lehrgeld bezahlen und dann zählt es, den Kopf wieder aufzurichten und sich konzentriert auf das nächste Spiel vorzubereiten. Wir werden die Trainingsbelastung im Vergleich zur Landesliga-Saison noch einmal steigern und in der Vorbereitung bis zu sechs Tage pro Woche auf dem Platz stehen, um fit in die Runde zu starten. Ich bin mir sicher, dass wir über die super Stimmung im Verein und die mannschaftliche Geschlossenheit viel abfangen können. Auch von einer Niederlagenserie lassen wir uns nicht aus dem Konzept bringen.

Wird es im Kader Verstärkungen geben oder muss man mit Abgängen rechnen?
Hermann, Pfannenschmid: Der VfB ist in die Runde 2021/2022 mit einem Kader von 22 Spielern gestartet. Von diesen stammten 14 Spieler aus der eigenen Jugend. Zum Rundenende verlassen acht Spieler den Kader. Zur neuen Runde bekommt der Verein dann vier externe Zugänge, von denen ein Spieler aus der eigenen Jugend stammt und zurück wechselt. Zwei Spieler stoßen aus der A-Jugend zur ersten Mannschaft und ein Spieler wird aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Somit besteht der aktuelle Kader aus 70 Prozent eigenen Spielern, und die Quote liegt damit sogar über der Vorgabe des Vereins von 65 Prozent eigenen Spielern. Der Trainer und die sportliche Leitung sind fest davon überzeugt, dass die Neuzugänge die Abgänge sehr gut kompensieren können und durchaus Verstärkungen darstellen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Kader ein Durchschnittsalter von knapp unter 24 Jahren hat und somit viele Spieler noch entwicklungsfähig sind und ihren Zenit noch lange nicht erreicht haben. Alles in allem gehen wir davon aus, über einen konkurrenzfähigen Kader für die Verbandsliga zu verfügen.

Der Aufstieg ist auch eine finanzielle Herausforderung für den VfB. Welche Veränderungen gibt es bei Eintrittsgeldern oder anderen Kosten?
Hermann, Pfannenschmid: Die Eintrittsgelder werden vom bfv abhängig von der Ligazugehörigkeit vorgegeben. Für die Verbandsliga sind das fünf Euro für Nichtmitglieder, vier Euro für Mitglieder, drei Euro für Ermäßigte sowie für Frauen. Eine finanzielle Herausforderung sind die zum Teil weiten Auswärtsfahrten von bis zu 110 Kilometern. Hier kann der Verein nicht erwarten, dass die Spieler diese mit ihren privaten Autos durchführen und bezahlen. Ferner muss unter Beachtung des Spielbeginns über eine Verpflegung nachgedacht werden. Deshalb plant der Verein, die weit entfernten Auswärtsspiele mit einem Bus anzufahren und sich um die Verpflegung der Spieler zu kümmern. Der Verein sucht hier noch Sponsoren, die bereit sind, einen Teil der Kosten zu tragen und möchte auch Fans und Zuschauern gegen einen kleinen Obolus die Möglichkeit geben, mit der Mannschaft zu den Spielen zu fahren.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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