Gelungener Ausflug des Bürgervereins Diedelsheim

Erste Erklärungen über Haslach vom Sauhirt
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Angesichts des miserablen Wetters nahm man die Wetterprognose für den Tag der deutschen Einheit fast ungläubig auf. Doch manchmal stimmt sie auch.
So machte sich die Gruppe des Bürgervereins Diedelsheim auf den Weg in den Schwarzwald. In ihrer Begrüßung wies Heidi Leins auf das große Geschenk der Wiedervereinigung hin. Dankbarkeit sollte die Menschen durchströmen. So auch für das Zusammensein bei dieser Busfahrt.
Manch ein Mitfahrer dachte sich, warum biegt der Fahrer jetzt auf den Parkplatz ab. Doch dann löste sich die Frage. Ehepaar Schlenz, Werner Häfele und Helga Hartfelder mit Enkelkind warteten mit heißen Wienern, Zopf und Kaffee und natürlich mit Sekt auf. Das schmeckte, und so gestärkt fuhren wir nach Haslach zu Stadtführung.
Auf die Gruppe wartete der Sauhirt mit seinem Horn, der zu seiner Zeit eine ganz wichtige Funktion in der Stadt hatte. Die Menschen warfen den Müll auf die Straße, und die Schweine hielten die Straßen sauber, in dem sie alles auffraßen. „Kommet mei Säule, wuz, wuz, wuz“, rief er immer wieder, damit die Herde beieinander blieb. Gespickt mit ganz vielen Anekdoten wurde die Säule durch dieses wunderschöne Städtle „getrieben“. Der revolutionäre Dichterpfarrer Heinrich Hansjakob kam dabei nicht zu kurz und auch das Graben nach Silbererz, wie es im Badner Lied heißt. Blumengeschmückt, keine Leerstände, eine gute Infrastruktur („mir hen älles, e aldi un‘ e lidl.“), auffallende Sauberkeit, auch ohne Sauhirt – den Leuten gefiel’s.

Die Freude am schönen Tag erfuhr nach dem Mittagessen noch eine Fortsetzung. Die hieß Vogtsbauernhof. Vielfach waren die Reisenden schon in Kindertagen zu Besuch oder mit der Schulklasse. Aber es hatte sich manches geändert. Die letzte Bäuerin auf dem Vogtsbauernhof war Barbara Aberle, die 1964 fluchtartig den Hof verließ. Sie lebte im Altenteil, aber sie konnte die vielen Besucher nicht mehr ertragen. In ihrer Stube wurde das Häkeln mit Schiffchen (Occhi, Tatting) vorgeführt und in einer anderen das Spinnen mit selbst geernteten Flachs. Beides Arbeiten der Frauen im Winter. Sehr anschaulich erklärte die Führerin die Nutzung des Rauchs der Küche zum Wärmen des ganzen Hauses. Sehr gescheite Ideen, die auch heute noch ein Thema sind. Das Nutzen von Abwärme. Nichts ging verloren. Die Mühle mit dem sparsamen oberschlächtige Wasserrad zeigte dann, wie Kleie aus dem Kleiekotzer herausfiel. Diese Dämonenmaske sollte die Mühle vor Schaden bewahren. Auch das Christentum konnte diesen Aberglauben nicht ausrotten.

Der Höhepunkt, denn er sollte zur Kaffeepause führen, war dann die Vorführung der Herstellung einer Schwarzwälder Kirsch. Ein Gläschen Kirsch für den Bäcker und eines für den Kuchen, meinte ein Gast. Nein, der Bäcker war auch nach der xten Vorführung nüchtern. Wer zu Hause nachbacken möchte, bekam Anregungen.
Mit Kaffee und einem Stück Schwarzwälder Kirsch war es ein köstlicher Abschluss, ehe der Busfahrer über die Schwarzwaldhochstraße die Gruppe nach Hause brachte. Manch einer, der das erste Mal bei einem Ausflug des Bürgervereins dabei war, versicherte, dass er wieder mitfahren möchte. Das nahm Heidi Leins als ein großes Kompliment gerne an.

Autor:

Heidemarie Leins aus Bretten

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