Peter-und-Paul-Fest im Internet begeistert Zuschauer / Viel positive Resonanz
Jubel in der virtuellen Brettener Peter-und-Paul-Welt

Die Talk-Runde sorgte für großes Interesse im PuP-Livestream.
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Bretten (swiz) Das Peter-und-Paul-Fest in Bretten ist zu Ende. Doch es gibt keine Aufräumarbeiten in der Stadt, keine wehmütigen Erinnerungen an lange Nächte in den Lagern oder an durchtanzte Abende auf dem Markt- oder Kirchplatz. Denn das Fest fand diesmal nach der coronabedingten Absage nicht in der realen, sondern in der virtuellen Welt statt. So gab es neben Videos und Bildern auf Facebook und Instagram vor allem einen viel beachteten Live-Stream per YouTube zu bestaunen. Dies bedeutete für alle Fans: 96 Stunden virtuelles Fest, von der Festeröffnung über Schlacht und Zapfenstreich bis zum Schwartenmagenumzug. Für Gerhard Franck, Sprecher der Marketinggruppe der Vereinigung Alt-Brettheim (VAB), ein großer Erfolg. "Die Reaktionen, die wir bekommen haben, waren wirklich überwiegend positiv. Natürlich mussten wir hier und da ein bisschen improvisieren, aber im Großen und Ganzen hat alles sehr gut geklappt."

Lob an Orga-Team und Brettener Ordnungsamt

Dies sei vor allem dem Organisations-Team des virtuellen Fests zu verdanken, zu dem neben Gerhard Franck auch seine Schwester Annette, VAB-Sprecher Thomas Lindemann, Fabian Schäfer und VAB-Schatzmeister Jürgen Bischoff gehören. Dank gebühre laut Gerhard Franck aber auch dem Ordnungsamt der Stadt Bretten. "Die Verantwortlichen dort haben uns bei der Umsetzung der Corona-Vorgaben wirklich sehr gut unterstützt."

"Niemand von uns hat sich diese Situation ausgesucht"

Corona und Peter-und-Paul, auch für Thomas Lindemann keine einfache Lage. "Niemand von uns hat sich diese Situation ausgesucht, in diesem Jahr kein Fest feiern zu können. In der Krise aber nicht nur zu jammern und die Festtage sang- und klanglos einfach so vorbeiziehen zu lassen, sondern sich von guten Ideen anstecken und beflügeln zu lassen, das fand und finde ich sehr wichtig." Dazu habe auch die Entscheidung gezählt, das virtuelle Fest nicht nur über Facebook und Instagram zu bestücken, "sondern auch den dritten und möglicherweise wichtigsten Social-Media-Kanal, YouTube, zu bespielen." Zudem habe dieser Umstand auch dafür gesorgt, "dass wir die längst überfällige Digitalisierung von vorhandenem Filmmaterial angeschubst haben."

"Aufwand hat sich bezahlt gemacht"

Natürlich, so Annette Franck, IT-Spezialistin bei der VAB, sei es Fakt, "dass man das Fest einfach live erleben muss, denn das Peter-und-Paul-Fest ist kein übliches Festival, es ist für alle die daran teilnehmen - und auch für viele Besucher und Gäste - in erster Linie ein Gefühl." Trotz allem, habe sie sehr viel "guten Zuspruch und unglaublich viele positive Nachrichten" für das virtuelle Fest erhalten. "Die Facebook- und Instagram-Community hat auf jeden Fall sehr positiv reagiert und mir das auch mit ihren Likes deutlich gezeigt. Auch Anrufe mit großem Lob haben mich erreicht." Da habe sich der ganze Aufwand dann doch bezahlt gemacht, so Franck gegenüber der Brettener Woche.

Lob von Stadtvogt Peter Dick

Lob kommt auch vom noch amtierenden Stadtvogt Peter Dick, für den das virtuelle Fest 2020 das letzte in dieser Funktion war. "Die Rückmeldungen, die ich erhalten habe, waren eigentlich durchweg positiv." Für ihn sei es daher ein gelungener Versuch gewesen, die durch die Absage verloren gegangene Stimmung auf andere Art in Szene zu setzen. "Außerdem habe ich mich bei den Aufnahmen in der Garküche sehr wohlgefühlt. "Das haben das Organisationsteam der VAB und die anwesende Filmcrew wirklich toll arrangiert." Die Garküche hatte für viele Live-Auftritte als zentraler Drehort fungiert.

Zahlen können überzeugen

Das Lob aus vielen Kommentaren der virtuellen Besucher lässt sich zudem auch mit nackten Zahlen belegen. So gab es über die Tage des Fests im Netz 177.000 Gesamtzugriffe auf die Facebook-Seite der VAB und rund 92.500 Reaktionen auf die Posts. Bei Instagram erreichte die Vereinigung 135.800 Zugriffe und 7.500 Reaktionen. Zudem gab es große Zuwächse bei den Followern. "Mich hat ein junges Mädchen angerufen, dass dem Instagram-Account folgt und gesagt, bei ihr sei 'richtig das Gefühl rübergekommen'. Mehr kann man nicht erreichen", erzählt Annette Franck stolz. Und auch der YouTube-Kanal, eine Idee von Garküchen-Gründer Leo Vogt, sorgte für gute Zahlen. So sahen am Freitag insgesamt 4.200 Menschen den Stream, am Samstag 5.102 und am Sonntag 3.554. Von den vergleichsweise niedrigeren Zahlen dürfe man sich zudem nicht täuschen lassen, betont Gerhard Franck. "Oft saßen ja viele Menschen vor einem Bildschirm und haben sich den Live-Stream angeschaut, das zählt dann aber auch nur als ein Nutzer." Ein ähnliches Fazit zieht auch Sprecher Thomas Lindemann: "Die Zugriffszahlen in allen drei Bereichen sprechen Bände und sind fast so gut, als hätte das Fest tatsächlich stattgefunden. Dass YouTube da noch auf Platz drei rangiert, liegt in der Natur der Sache. Wir haben damit begonnen und das ist entscheidend."

Auf das virtuelle Fest folgt die Kritik-Sitzung

Kein Fest, sei es real oder virtuell, ohne Kritik-Sitzung. Und so wird es auch in den folgenden Wochen noch einmal Nachbesprechungen im kleinen und großen Kreis bei der VAB geben. "Wir werden das erste virtuelle Peter-und-Paul noch einmal Revue passieren lassen und dann gemeinsam entscheiden, wie die Reise in der Zukunft weitergeht, was wir ausbauen, was wir nicht weiter verfolgen werden", so Lindemann. Der Peter-und-Paul-Talk habe zum Beispiel sehr guten Zuspruch erhalten und könne auch künftig ein zusätzlicher Programmpunkt sein, betont der VAB-Sprecher. Und weiter: "Aus Darbietungen heraus direkt zu streamen, ist eine faszinierende Möglichkeit, das Fest und seine Protagonisten noch weiter in die Welt zu tragen."

Digitale Bibliothek als Riesengewinn

Zudem sei natürlich die digitale Bibliothek auf YouTube ein "Riesengewinn", sagt Annette Franck. "Es ist einfach toll, in die alten Filme reinzuschauen, sich sogar das eine oder andere Mal als Kind zu erkennen, oder die Aktiven aus der Vergangenheit in Erinnerung gebracht zu bekommen." Das Wachstum des digitalen Peter-und-Paul-Archivs sieht auch Lindemann als unerlässlich, stellt aber auch klar: "Was im Einzelnen tatsächlich von diesem virtuellen Fest auch in Zukunft eine Rolle spielen wird, das werden die bevorstehenden Betrachtungen, Beratungen und vor allem der Austausch mit den Protagonisten des Festes zeigen." In jedem Fall werde man alles daran setzen, von dem Potenzial, das in solchen Plattformen liege, auch Skeptiker zu überzeugen, um so noch mehr Synergie-Effekte zu nutzen. "Dass nicht alle Menschen auf diesen digitalen Zug aufspringen können und wollen, sehe ich freilich. Man kann ohne Zweifel ohne das Internet und ohne digitale Medien leben und leben wollen. Meiner Einschätzung nach tun das allerdings die wenigsten." Das dürfe aber freilich jeder selbst entscheiden.

Mehr zum Peter-und-Paul-Fest lesen Sie auf unserer großen Themenseite.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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