Verein für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten
"Wer sich mit Geschichte beschäftigt, erwirbt sich breite Bildung"

Wolfgang Stoll, der neue Vorsitzende des Vereins für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten.
  • Wolfgang Stoll, der neue Vorsitzende des Vereins für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten.
  • hochgeladen von Katrin Gerweck

Im Mai wurde Wolfgang Stoll der neue Vorsitzende des Vereins für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten. Mit seiner Wahl konnte die Auflösung des traditionsreichen Vereins verhindert werden. Die Brettener Woche sprach mit ihm über den aktuellen Stand der Vereinsarbeit.

Herr Stoll, was ist in der Zwischenzeit aus den Überlegungen für eine Neuausrichtung des Vereins geworden?
Für mich war es zunächst wichtig, mit vielen Persönlichkeiten, Institutionen und Erfahrungsträgern ins Gespräch zu kommen und zu lernen, welche Erfahrungen anderweitig gemacht werden. Heute sehe ich da vieles klarer und erkenne die Schwierigkeiten, die auch andere, ähnliche Vereine machen.

Das hört sich etwas ernüchtert an?
Nein, ich bin überhaupt nicht ernüchtert. Ich bin noch immer sehr optimistisch, zumal unser neues Konzept Konturen annimmt und wir in Kürze damit starten werden. Das ist ein spannendes, ganz weit gefächertes Projekt. Wir fangen im Grunde völlig neu an. Unsere Kernaufgabe sehen wir natürlich in der historischen Forschung und Veröffentlichung durch Vorträge, Aufsätze, Bücher oder Ausstellungen. Hier können wir uns auf einen vielfältigen Fundus historischer Grundlagen stützen, den unsere Vereinsvorfahren seit fast 100 Jahren erarbeitet haben.

Ist denn die Beschäftigung mit der Stadtgeschichte für Hobbyhistoriker überhaupt noch zeitgemäß?
Ja, da erleben wir eine sehr gespaltene Situation. Einerseits haben viele Geschichtsvereine ähnliche personelle Probleme und erfahren abnehmendes geschichtliches Interesse und Bewusstsein in der Bevölkerung. Andererseits ist Geschichte heute ein bedeutsamer Teil der modernen Freizeitkultur. Bretten ist hierfür ein gutes Beispiel. Unser schönes Peter-und- Paul-Fest hat über die Jahrzehnte hinweg nichts an seiner Beliebtheit und Attraktivität verloren. Hier wird Geschichte von Jung und Alt in einer sehr modernen und authentischen Form gelebt. Historisches Denken und Arbeiten ist allerdings ohne Wissen über die Vergangenheit nicht möglich. Um das zu erwerben, bedarf es mancher Anstrengungen und oft zeitraubender Betätigung. Ein ganz neues Element wird die Frage nach dem Einsatz der neuen Medien für die Vereinsarbeit sein. Um junge Menschen für unsere Ziele zu begeistern werden wir uns intensiv damit zu beschäftigen haben.

Wie wollen Sie denn neue Mitglieder für den Verein begeistern und gewinnen?
In Bretten ist, wie in kaum einer anderen vergleichbaren Stadt, historisches Wissen vorhanden, aber sehr auf die Zeit um 1500 und die Reformation beschränkt. Diejenigen, die sich tiefer mit Geschichte beschäftigen, wollen keinen „Verein“, der zudem als etwas „verstaubt“ und als „alter Herrenverein“ eingeschätzt wird. Deshalb müssen wir deutlich machen, wie wertvoll und persönlich bereichernd es sein kann, sich mit der weit gefassten Stadt- und Regionalgeschichte zu befassen und dazu einen Kreis gleichgesinnter Frauen und Männer allen Alters als Ratgeber, Unterstützer oder Mentor nutzen zu können. Wir richten den Blick auf alle geschichtlichen und kulturellen Phasen und Bereiche der Stadt und mancher kann für sich ein spannendes und weiterbildendes Hobby entdecken. Wer sich mit Geschichte beschäftigt, erwirbt sich breite Bildung sowie das Selbstbewusstsein, dass man sich jedes Wissensgebiet erarbeiten kann, wenn man es will.

Welches sind die nächsten Schritte?
Wir werden unsere Planungen der interessierten Öffentlichkeit vorstellen. Dazu laden wir die Bevölkerung zu einer Präsentation am Montag, 21. Oktober 2019, um 19 Uhr in den Bürgersaal des Alten Rathauses am Marktplatz ein. Wir wollen unser Konzept und unsere Vorstellungen darlegen und aufzeigen, wie wir uns die zukünftige Arbeit vorstellen. Jeder kann bei uns mitmachen. „Geschichte darf auch Spaß machen“ so Heiko Wacker neulich im Stadtmuseum. Ein Motto, das ich absolut unterstütze. Wer schon vorab mehr erfahren möchte, wendet sich per E-Mail an vsrg-bretten@t-online.de.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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