Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
„Aufhören, die Schuld bei sich zu suchen“

Sie brechen das Schweigen (von links): Isabel Hansen, Kinga Golomb und Anne Marie Rouvière-Petruzzi – die Integrations-, die Gleichstellungs- und die Behindertenbeauftragte des Enzkreises - unterstützen die Aktion des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“.
  • Sie brechen das Schweigen (von links): Isabel Hansen, Kinga Golomb und Anne Marie Rouvière-Petruzzi – die Integrations-, die Gleichstellungs- und die Behindertenbeauftragte des Enzkreises - unterstützen die Aktion des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“.
  • Foto: Marina Gerth
  • hochgeladen von Havva Keskin

Region (enz) „Gewalt gegen Frauen hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wir machen uns stark für Betroffene“, erklären Integrationsbeauftragte Isabel Hansen, Gleichstellungsbeauftragte Kinga Golomb und Behindertenbeauftragte Anne Marie Rouvière-Petruzzi in einer gemeinsamen Stellungnahme anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November. Damit unterstützen sie gleichzeitig die Aktion des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“, die in diesem Jahr mit dem Aktionsruf „Wir brechen das Schweigen“ auf die schwierige Lage von Betroffenen aufmerksam macht.

Anonym und rund um die Uhr Hilfe erhalten

„Frauen mit Gewalterfahrungen bringen selten den Mut auf, sich selbst an Hilfestellen zu wenden“, berichtet Gleichstellungsbeauftragte Kinga Golomb. Deshalb sei es wichtig, die Möglichkeiten und Angebote in die Öffentlichkeit zu tragen. Ein Baustein im Hilfesystem sei das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das unter der Nummer 08000 116 016 zu erreichen ist. Hier können sich Betroffene, Bekannte von Gewaltopfern oder auch Beobachter anonym und rund um die Uhr melden. Die Beratung erfolgt in 18 Sprachen. „So kann beispielweise auch eine deutsche Frau für ein Gewaltopfer anrufen, den Kontakt herstellen. Die Auskunft wird dann an die Betroffene direkt in deren Muttersprache gegeben. Das schafft Vertrauen“, erklärt Isabel Hansen. Sie sagt: „Bei Geflüchteten, aber auch bei Migrantinnen ist die Hemmschwelle, Hilfe zu suchen, oftmals noch höher: Es fehlen Freunde aus der alten Heimat, Angebote sind unbekannt. Man fühlt sich fremd, unsicher, angreifbar.“

Hilfetelefon auch in Deutscher Gebärdensprache

Auch Frauen mit Behinderungen sind eine besonders von Gewalt gefährdete Gruppe. „Statistiken machen deutlich, dass jede dritte bis vierte Frau mit Behinderung in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erlebt. Das ist zwei- bis dreimal mehr als bei Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt“, mahnt Anne Marie Rouvière-Petruzzi. Daher sei Aufklärungsarbeit hier besonders wichtig. Mit Flyern möchte die Behindertenbeauftragte außerdem auf das barrierefreie Angebot des Hilfetelefons aufmerksam machen. Das Hilfetelefon gebe es nämlich auch in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache.

„Wir brechen das Schweigen“

„Gewalt gegen Frauen darf in der Öffentlichkeit nicht bagatellisiert werden. Denn das führt nur dazu, dass Betroffene sich in ihrer Scham zurückziehen“, erklärt Kinga Golomb. Mit dem Slogan „Wir brechen das Schweigen“ schließen sich die drei Frauen, die alle ihren Arbeitsplatz im Landratsamt Enzkreis haben, daher dem eindringlichen Appell des Hilfetelefons an und reihen sich damit in die zahlreichen Stimmengeberinnen der Kampagne ein. „Damit Frauen endlich aufhören, die Schuld bei sich zu suchen“, so Isabel Hansen abschließend.

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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