Bürgerinititative fordert messbare Ziele
BIVEB will klare Vorgaben bei Mobilitätskonzept in Bretten

Kathrin Breuer und Frank Schneidereit von der BIVEB. archiv
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Bretten (swiz)  In der Corona-Krise sind viele Themen, die die Komunalpolitik bewegt haben und noch bewegen, in den Hintergrund getreten. Eines dieser Themen ist das Mobilitätskonzept in Bretten. Ziel des unter anderem durch die Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Bretten (BIVEB) angestoßenen Projekts ist es, alle Mobilitätsarten und deren Vernetzung umfassend zu betrachten, vom Fußgänger über Rad- und Kraftradfahrer bis zum Auto- und Lkw-Fahrer sowie Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel. Entstehen soll unter anderem eine bessere Verkehrsführung, eine teilweise Verlagerung des Kraftverkehrs auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel, der Ausbau des Radwegenetzes sowie die Schaffung von Alternativen zum Pkw.

1.460 Personen beteiligten sich an Umfrage

In einem ersten Schritt ist Anfang Februar der erste Baustein des Konzepts, die Erfassung und Analyse der Ist-Situation durch eine Bestandsaufnahme sowie eine Haushalts- und Unternehmerbefragung online und offline abgeschlossen worden. Durchgeführt wurde dieser Schritt durch das Dortmunder Büro Planersocietät, das auch eine Zweigstelle in Karlsruhe unterhält. Unter anderem hatten sich rund 1.460 Personen aus 714 Brettener Haushalten an der Umfrage beteiligt. Im nächsten Schritt soll nun laut BIVEB von Verwaltung, Gemeinderat und Planersocietät ein "differenziertes Zielkonzept entwickelt werden, das als Grundlage für die zukünftige Mobilitätsentwicklung in Bretten dienen soll". Aufbauend auf diese "übergeordneten Zielformulierungen werden dann Handlungsziele und konkrete Maßnahmen abgeleitet, die es ermöglichen, die gesteckten Ziele zu erreichen".

"Wir brauchen konkrete Vorgaben"

Dafür, so die Sprecher der Bürgerinitiative, Frank Schneidereit und Kathrin Breuer im Gespräch mit der Brettener Woche, brauche es allerdings keine allgemeinen Ziele, sondern konkrete Vorgaben. "Wir brauchen genaue Ziele, die auch quantifizierbar sind. Das ist wichtig für die entsprechende Maßnahmenfindung und auch die Maßnahmenbewertung", erklärt Breuer. Und Schneidereit ergänzt: "Wir müssen festlegen, wo wollen wir hin und was wollen wir wann erreichen." Diese Vorgehensweise müsse man dann bei allen betrachteten Verkehrsmitteln an den Tag legen.

Weniger Auto, mehr Alternativen

Im Gespräch verdeutlicht Schneidereit dies auch an einem Beispiel. In der Befragung der Haushalte durch die Planersocietät hatte sich herausgestellt, dass die Bevölkerung Brettens Strecken zwischen 500 Metern und einem Kilometer zu rund 40 Prozent mit dem Auto zurücklegt. "Ein quantifizierbares Ziel ist nun die Definition eines Prozent-Satzes für die einzelnen Entfernungsbereiche. Zum Beispiel: Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt soll der Pkw-Anteil für die Entfernung von 500 Metern und einem Kilometer auf 20 Prozent reduziert werden." Ebenso seien die Messung der Nutzungsrate bei neu geschaffenen ÖPNV-Verbindungen oder die bessere Vernetzung der Radwege von der Kernstadt zu den Stadtteilen bis zu einem bestimmten Datum messbare Faktoren.

Alles auch eine Frage des Geldes

Ihnen gehe es aber beileibe nicht nur um große Projekte. "Es ist wichtig, dass im Mobilitätskonzept kurz-, mittel- und langfristige Ziele aufgenommen werden", so Breuer. Die Bürger wollten ja nicht erst in ein paar Jahren Ergebnisse des Konzepts sehen, sondern schneller. Das könne ein neuer Zebrastreifen oder auch eine neu auf den Asphalt gestrichene Linie für die Weiterführung eines Radwegs sein. "Daher haben wir uns auch über die Aufstellung von vier Fahrradboxen an der Bahnhaltestelle 'Bretten Stadtmitte' und die Erneuerung der Bushaltestelle an der Sporgasse gefreut", betonen Breuer und Schneidereit unisono (wir berichteten). Klar sei auch, dass man bei den Zielen immer das Budget der Stadt im Auge haben müsse. Wann die jeweiligen Ziele erreicht würden, hänge auch immer vom Geld ab. Daher seien eine Priorisierung und klare Kriterien für die Ziele auch so wichtig, sagen die BIVEB-Sprecher. Klar sei aber auch: "Das Mobilitätskonzept ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt".

Kathrin Breuer und Frank Schneidereit von der BIVEB. archiv
Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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