Vier Jugendgemeinderätinnen testeten Brettens Bäcker auf Nachhaltigkeit
Kaffee, Brezel und heiße Schokolade „To Go“

Jana Freis, Vivien Bohr, Katja Hiller und Nina Lingenfelser (von links) testeten die Brettener Bäcker auf Nachhaltigkeit.
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  • Jana Freis, Vivien Bohr, Katja Hiller und Nina Lingenfelser (von links) testeten die Brettener Bäcker auf Nachhaltigkeit.
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  • hochgeladen von Christian Schweizer

Bretten (bea) Jeder kann in Brettens Bäckerfilialen nachhaltig einkaufen, doch leider geschieht dies noch zu selten. So lautet das Fazit der vier Jugendgemeinderätinnen aus der Melanchthonstadt, die am Samstagmorgen, 22. Februar, etwa zwei Stunden mit ihren Fahrrädern durch die Brettener Innenstadt tourten. Für ihre Aktion bewaffneten sich Jana Freis, Vivien Bohr, Katja Hiller und Nina Lingenfelser mit ihren Mehrwegbechern und –dosen, und viel Wartezeit.

Hygienevorschriften müssen eingehalten werden

Das erklärte Ziel war es Lebensmittel einzukaufen, ohne zusätzlichen Einwegmüll zu produzieren. Dazu teilten sich die vier auf. Im Doppelpack reihten sie sich in die Warteschlangen ein und baten darum, die gewünschten Lebensmittel direkt in ihre Becher oder Behälter gefüllt zu bekommen. Dieser Wunsch wurde ihnen überall erfüllt. Doch gleich in der ersten Filiale wurden sie mit den geltenden Hygienevorschriften konfrontiert: Getränkebecher und Behälter oder Stoffbeutel dürfen nicht über die Theke gereicht werden. Auf Nachfrage erfuhren sie, dass dies der Wirtschaftskontrolldienst vorschreibe. Mitgebrachte Behälter müssen somit auf dem Tresen platziert werden.

„Maximal ein oder zwei von zehn Kunden

Das stellte für die jungen Frauen jedoch keine Hürde da, auch wenn die gewünschten Getränke nicht direkt in die mitgebrachten Becher gefüllt wurden, sondern zuerst im Bäckerei eigenen Gefäß abgefüllt und danach umgeschüttet werden mussten. Nach dem Bezahlen offenbarten sich die verdeckten Einkäuferinnen dem Verkaufspersonal. „Wir sind vom Jugendgemeinderat und testen die Bäcker in Bretten auf Nachhaltigkeit“, lautete stets der Eröffnungssatz. Anschließend hakten die Rätinnen bei den Verkäuferinnen nach, wie viele Brettener nach Lebensmitteln ohne Einwegverpackungen fragten. „Maximal ein oder zwei von zehn Kunden“, lautete oftmals die Antwort.

Rabatte gibt es nicht

Ob Kaffee, Brezel oder heiße Schokolade, ein Lebensmittel nach dem anderen wechselte in die mitgebrachten Mehrwegbecher, Mehrwegdosen oder Stoffbeutel. Sechs Filialen liefen die Rätinnen an, doch nach einem finanziellen Anreiz für den so vermiedenen Einwegmüll fragten sie in allen vergeblich. „Einen Rabatt gibt es schon in größeren Städten, schade dass er hier noch nicht eingeführt ist. Es wäre sicherlich auch ein Anreiz für die Brettener eigene Behälter zum Einkaufen mitzubringen“, sagte Freis. Lediglich in einer Bäckerei entdeckten die Rätinnen ein Pfandsystem mit Kaffee „To Go“-Bechern. Bei der Bäckerei Leonhard bezahlt der Kunde einen Euro Pfand für einen „Recup“-Mehrwegbecher, den er zurück erhält, sobald er diesen wieder abgibt. Die Frage, ob sich die unterschiedlichen Filialen vorstellen könnten für das Mitbringen von Behältern zu werben, stieß bei allen Verkäuferinnen auf offene Ohren. „Aber das muss die Geschäftsleitung bestimmen“, hieß es.

Mehr Aufmerksamkeit für das Thema Einwegmüll

Daher wollen sich die Jugendgemeinderätinnen nun in einer Email an die Bäckerei-Inhaber wenden. Mit der Werbung für selbst mitgebrachte Gefäße in den Filialen soll mehr Aufmerksamkeit auf das Thema Einwegmüll gelenkt, und dieser somit auf lange Sicht vermieden werden. „Jeder einzelne kann seinen eigenen Behälter zum Einkauf mitnehmen, man muss sich nur erst einmal daran gewöhnen“, so die Sprecherin des Jugendgemeinderats, Jana Freis. Bei den steigenden Müllgebühren wäre das sicherlich auch für die städtische Müllabfuhr erfreulich.

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Kraichgau News aus Bretten

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