RKH-Leitung informiert über Geschäftsjahr 2018 und allgemeine Unternehmensentwicklung
Kliniken-Jahresergebnis schnellt hoch auf über eine Million

Positiver Jahresabschluss 2018: RKH-Geschäftsführer Professor Jörg Martin und RKH-Regionaldirektorin Susanne Stalder bei der Vorstellung des Zahlenwerks an der Rechbergklinik.
  • Positiver Jahresabschluss 2018: RKH-Geschäftsführer Professor Jörg Martin und RKH-Regionaldirektorin Susanne Stalder bei der Vorstellung des Zahlenwerks an der Rechbergklinik.
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BRETTEN (ch) Als „sehr erfreulich“ hat der Geschäftsführer der Regionale Kliniken Holding (RKH), Professor Dr. Jörg Martin, das Jahresergebnis 2018 der in der „Klinken des Landkreises Karlsruhe gGmbH“ (KLK) zusammengefassten Brettener Rechbergklinik und Bruchsaler Fürst-Stirum-Klinik bezeichnet. Neben der Vorstellung des Jahresabschlusses am heutigen Donnerstag in der Rechbergklinik gaben der RKH-Geschäftsführer und seine Kollegin, RKH-Regionaldirektorin Susanne Stalder, auch einen Einblick in die weitere Unternehmensentwicklung der KLK und der übergreifenden Regionale Kliniken Holding insgesamt.

Jahresergebnis im fünften Jahr positiv

Nach Darstellung der Kliniken-Chefs ist das Jahresergebnis nun bereits im fünften Jahr positiv und hat von 2017 auf 2018 um rund 1,18 Millionen Euro auf jetzt 1,2 Millionen Euro zugelegt. Investiert wurden einschließlich des Neubaus der Rechbergklinik, der 2018 mit 17,1 Millionen Euro zu Buche schlug, insgesamt 28,6 Millionen Euro. Die Rücklagen schmolzen allerdings von 7,6 auf 2,9 Millionen Euro, während das Eigenkapital von 11,6 auf 6,9 Millionen Euro zurückging. Rund 5,2 Millionen Euro aus Landkreismitteln wurden 2018 für Kreditzinsen und –tilgung verwendet.

Erstes Patienten-Infotainment in Deutschland

Weil sie neu ist, ist die Rechbergklinik nach Aussage von Professor Martin aktuell baulich wie technisch die modernste Klinik im RKH-Klinkenverbund. Dazu gehören laut Regionaldirektorin beispielsweise robotik-unterstützte Pflegeansätze und das innovative Patienten-Infotainment. Bei letzterem System hatte es zwar Anlaufschwierigkeiten gegeben, aber Stalder hofft, dass diese bis nächste Woche behoben sind. Nach ihren Worten verfügt die Rechbergklinik über das erste derartige System in Deutschland, das Unterhaltung sowie medizinische und organisatorische Informationen auf einem Bildschirm bündelt und damit das klassische Fernsehprogramm im Krankenzimmer ablöst.

Personaluntergrenzen eingehalten

Bei der Besetzung des Pflegedienstes konnten laut Regionaldirektorin in den ersten beiden Monaten nach dem Umzug die Personaluntergrenzen im Monatsschnitt eingehalten werden, was auch der engagierten Personalchefin zuzuschreiben sei. Sowohl die Bruchsaler als auch die Brettener Klinik seien „sehr gut belegt“. Beim Belegungsmanagement gebe es jedoch noch Potenziale, an denen man arbeiten könne. „Es ist mein persönliches Anliegen, dass der Pflegedienst gut besetzt ist“, hob die Regionaldirektorin hervor. Zu diesem Zweck sei ein „Ausfallkonzept“ entwickelt worden.

Auf dem Weg zum papierlosen Krankenhaus

Susanne Stalder kündigte an, dass im September in Bretten und im Januar 2020 in Bruchsal mit der Digitalisierung von Aufgaben wie Medikation und Pflegedienstplanung begonnen werde. „Wir werden ein nahezu papierloses Krankenhaus“, so Professor Martin. Derzeit laufen in Bruchsal die Planungen für den dritten Bauabschnitt der Fürst-Stirum-Klinik, in dem neue OP-Säle entstehen sollen. Bereits im Dezember ist die Inbetriebnahme des neuen Parkhauses geplant. Auf dem derzeitigen Schotterparkplatz soll ein Ärztehaus entstehen, kündigte Stalder an. Außerdem werde die Neurologie in Bruchsal mit einem dritten Neurologen ausgebaut. Unter anderem für eine Erweiterung der Krankenpflegeschule an der Rechbergklinik hat die RKH Zuschüsse aus dem Strukturfonds der Landesregierung beantragt. Künftig sollen auch Krankenpflegeschüler/innen aus dem Enzkreis in Bretten unterrichtet werden.

Kritik am Bundesgesundheitsminister

Zuvor hatte RKH-Geschäftsführer Martin die Politik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert: Wenn man kleine Krankenhäuser schließen wolle, solle man das offen machen, „und nicht über Initiativen wie die Pflegepersonal-Untergrenzen-Verordnung (PpUGV) uns das Leben schwer machen.“ Obwohl Stationssekretärinnen und –hilfen sowie Versorgungsassistenten, die bisher zur Entlastung der examinierten Pflegekräfte eingesetzt wurden, nicht mehr finanziert würden, werde die RKH diese Kräfte nicht entlassen, „weil wir glauben, dass diese Verordnung nicht Bestand haben wird“, so Martin. Dagegen setzt die RKH auf optimierte Arbeitsbedingungen, etwa durch Einführung von Lebensarbeitszeitkonten, auf die Akademisierung der Pflegeausbildung, Trainingsstationen und umfassende Digitalisierung.

Ziel ist ganzheitlicher Gesundheitsversorger

Um mit den durch die Digitalisierung absehbaren gesellschaftlichen Veränderungen Schritt halten zu können, entwickelt die RKH eine eigene Zukunftsstrategie, die zum Beispiel mehr ambulante Leistungen, mehr Spezialisierung, einen Ausbau der Telemedizin zu Diagnosezwecken und einen Einstieg in die individualisierte Medizin beinhalten soll. Damit werde sich die RKH zum modernen, integrierte und ganzheitlichen Gesundheitsversorger weiterentwickeln, sagte der Geschäftsführer voraus.

Nach wie vor „gut funktionierende Schmerztherapie“

Abschließend verteidigte Professor Martin noch einmal die Schließung der multimodalen Schmerztherapie an der Rechbergklinik. Man habe lange nach einem Nachfolger für den ausgeschiedenen Schmerztherapeuten gesucht, aber: „Der Markt an Schmerztherapeuten ist leer.“ Die geschlossene Abteilung sei nur eine von insgesamt vier stationären Schmerztherapieangeboten an der Rechbergklinik. Die palliativ-onkologische, die Rückenschmerztherapie und die Schmerztherapie des Belegarztes Dr. Ensslin bestünden weiter. Daneben gebe es mit der Notfallbehandlung, den Praxen Dr. Kaiser und Dr. Ensslin sowie der ambulanten Rückenschmerztherapie vier ambulante Angebote. Professor Martins Fazit: „Wir haben nach wie vor eine gut funktionierende Schmerztherapie für die Bevölkerung aus Bretten und dem Umland.“

Mehr über die Rechbergklinik Bretten lesen Sie auf unserer Themenseite

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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