Kommentar zur OB-Wahl in Bretten: "Ein Sieg, viele Geschmäcker"

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Kommentar zur Oberbürgermeister-Wahl in Bretten von Christian Schweizer, Redaktionsleiter der Brettener Woche.

Bretten. „Unfassbar“, „Wahnsinn“, „Das gab es noch nie“. An Superlativen für den Wahl-Krimi in Bretten mangelt es wahrlich nicht. Letztendlich waren es zwölf Stimmen, die Oberbürgermeister Martin Wolff eine weitere Amtszeit von acht Jahren sicherten. Abseits der Superlative und spannender Wahl-Abende bleibt von der OB-Wahl aber ein schaler Beigeschmack zurück.

"Großer Teil der Bürger wird nicht mehr erreicht"

Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist da die niedrige Wahlbeteiligung von 50,6 Prozent. Die Tatsache, dass sich offenbar nur rund die Hälfte der wahlberechtigten Bürger für die Entwicklung ihrer Stadt interessiert, muss den handelnden politischen Personen klar machen, dass ein großer Teil der Bürger von ihnen nicht mehr erreicht wird. Da sind klare Konzepte zum Gegensteuern gefragt.

"Knapper Triumph lässt an 'Pyrrhussieg' denken"

Zum anderen ist es der knappe Wahlsieg des amtierenden OB, der den Politik-Beobachter unwillkürlich an einen „Pyrrhussieg“ denken lässt. An einen Sieg also, aus dem der Gewinner ähnlich geschwächt hervorgeht wie ein Besiegter. Damit, dass ihn von der Hälfte aller Wahlberechtigten wiederum nur 36 Prozent gewählt haben, muss sich Wolff auseinandersetzen, muss Versäumtes aufholen und gemachte Fehler nicht wiederholen. Dabei steht er vor der Mammut-Aufgabe, die tiefen Gräben zu schließen, die sich während des Wahlkampfs in der Bürgerschaft, aber auch zwischen den politischen Fraktionen aufgetan haben.

"Freie Presse respektieren"

Nicht zuletzt, muss ein OB auch die freie Presse respektieren, deren ureigenste Aufgabe es ist, die politischen Entscheidungen und Weichenstellungen kritisch zu hinterfragen. Sie ist damit, wie auch die freien und geheimen Wahlen, ein unabdingbares Element unserer Demokratie. OB Wolff hat sich im Übrigen, mit Blick auf den knappen Wahlausgang, in den BNN auf Konrad Adenauer berufen, der 1949 mit nur einer Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler gewählt wurde. Adenauer wird auch mit den augenzwinkernden Worten zitiert: „Mit kleinen Jungen und Journalisten soll man vorsichtig sein. Die schmeißen immer noch einen Stein hinterher.”

Christian Schweizer,
Redaktionsleiter der Brettener Woche

Alles über die Brettener OB-Wahl auf unserer Themenseite OB-Wahl Bretten

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