Neujahrsempfang in Bretten
Polizeirevier, Fahrradstraßen und Klima-Diskussion

Das Klima stellte der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff besonders in den Fokus seiner Rede zum Neujahrsempfang der Melanchthonstadt.
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Bretten (swiz) Das Klima stellte der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff besonders in den Fokus seiner Rede zum Neujahrsempfang der Melanchthonstadt. Dabei ging es dem Stadtoberhaupt in der Stadtparkhalle aber nicht nur um die von Greta Thunberg initiierten "Fridays for future"-Demonstrationen, die vor allem dazu geführt hätten, "dass sich große Teile der Bevölkerung intensiv mit dem Thema befasst, es an sich herangelassen und ernst genommen haben". Nein, auch das Klima der Menschen untereinander verschlechtere sich durch Hasstiraden im Internet oder auch Fake News zunehmend. Ebenso nehme die Gewalt gegen Sicherheitskräfte, Ärzte, Schiedsrichter oder auch die Feuerwehr stetig zu. Warnendes Beispiel sei die Brettener Wehr, die an Silvester bei einem Löscheinsatz mit Böllern attackiert worden sei. Daher sei es doch für alle Menschen ein guter Vorsatz, wieder mehr "Anstand, Respekt und Toleranz gegenüber anderen und anderen Meinungen" zu üben, so Wolff.

13 Einheiten im Gesundheitszentrum auf der Sporgasse geplant

Inwiefern dies bei einigen kritischen Themen, die im Jahr 2020 auf die Stadtpolitik zukommen, gelingt, wird sich zeigen. Ein immer wieder heftig diskutiertes Thema, die Bebauung der Sporgasse mit unter anderem einem Gesundheitszentrum und einer Tiefgarage, sprach der OB direkt an. "Die Firma Weissenburger plant 13 Einheiten im Gesundheitszentrum. Von diesen 13 Einheiten sind zehn reserviert." Mit den Interessenten würden derzeit die Fachplanungen abgestimmt. "Diese Phase nimmt leider wesentlich mehr Zeit in Anspruch, als uns allen lieb ist." Von verschiedenen Seiten wird das langsame Fortschreiten des Projekts immer wieder kritisiert.

Neues Polizeirevier auf dem Mellert-Fibron-Areal?

Bei anderen Projekten gehe es dafür wesentlich rascher voran, stellte Wolff klar. So werde man auf dem Mellert-Fibron-Areal in der nächsten Zeit ein großes Parkdeck für das ganze Quartier bauen, das gleichzeitig auch als Lärmschutzwand diene. Zudem könne er sich auf dem Areal auch "sehr gut ein neues Polizeirevier vorstellen", so der OB. Er sei dafür in engem Kontakt mit dem Land Baden-Württemberg.

Friedrichstraße als Fahrradstraße

Neue Chancen, um vor allem den innerörtlichen Verkehr zu optimieren, soll auch das in der Entwicklung befindliche Mobilitätskonzept der Stadt bieten. Dabei würden alle Register gezogen, dass es neben "der größtmöglichen Vermeidung von Emissionen für die Verkehrsteilnehmer auch attraktiv ist, ihr Fortbewegungsmittel umwelt- und ressourcenschonend zu wählen". Als eine der ersten Maßnahmen, so Wolff, halte er es für zielführend, die Friedrichstraße in Bretten als Fahrradstraße einzurichten, "um die Ost-West-Verbindung per Fahrrad einfacher zu machen". Fahrräder hätten dann dort Vorrang. Zudem würden an den Stadtbahnhaltestellen neue Fahrradboxen eingerichtet und es werde mit dem barrierefreien Umbau von elf Bushaltestellen begonnen. Einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leiste auch der Umbau des Verkehrsübungsplatzes am Husarenbaum. Dort könnten dann auch Trainings für Pedelec- und E-Bikefahrer stattfinden. "Und vielleicht wären diese Trainings auch für E-Scooter-Fahrer dienlich", schob Wolff nach und erntete dafür zustimmendes Murmeln der Besucher.

Bildungsakademie der Handwerkskammer nach Bretten?

Aber auch außerhalb des Verkehrs entwickele sich Bretten stetig weiter, betonte das Stadtoberhaupt. So verdoppele die Pflegeschule der Kliniken im Landkreis bei der Rechbergklinik ihre Kapazität auf 280 Schulplätze. Der dafür notwendige Umbau soll noch in diesem Jahr fertiggestellt sein. Darüber hinaus gebe es konkrete Überlegungen, die Bildungsakademie der Handwerkskammer Karlsruhe in die Melanchthonstadt zu verlegen. "Neben zwei Mitbewerbern ist Bretten noch gut im Rennen." Die Entscheidung soll im Laufe des Jahres fallen.

"Einnahmepotenziale sind ausgeschöpft"

Bei soviel positiven Nachrichten gab es dann doch auch noch eine Schattenseite der Medaille. Die zeigt sich in Form der Finanzen der Stadt. Man habe die Schuldenlast in den vergangenen zehn Jahren zwar um rund 20 Millionen auf 13 Millionen Euro reduziert, nun müsse man sich aber für schlechte Zeiten wappnen. "Wie in vielen anderen Städten brechen auch bei uns die Gewerbesteuereinnahmen heftig ein", so Wolff. Daher werde man wieder Schulden machen müssen, um notwendige Investitionen zu finanzieren. Bisher geht man von fünf Millionen Euro aus. "Ob das reicht, werden die Haushaltsberatungen zeigen. Eines ist aber sicher, die Einnahmepotenziale sind ausgeschöpft."

"Frieden! Im Libanon und weltweit"

Beendet wurde der Neujahrsempfang dann allerdings nicht negativ, sondern mit der "Ode an die Freude" und dem Badner Lied, gespielt vom Musikverein Büchig unter der Leitung von Andreas Kubatov. Bereits zuvor hatte der wunderbar und mitreißend aufspielende Musikverein Büchig mit "Concerto d'Armore", "Pacific Dreams" und dem Medley "Westernhagen Live" die Besucher begeistert. Dazu kamen die guten Wünsche der Schornsteinfeger von Bretten und der Auftritt der Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter Bauerbach, deren Spendenaktion 2020 unter dem Motto "Frieden! Im Libanon und weltweit" steht.

Die Statements zum Neujahrsempfang finden Sie hier.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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