Regierungspräsidentin Felder auf Bauernhoftour beim Spitalhof der Familie Kern in Diedelsheim
"Respekt für die Landwirtschaft"

Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder (2. von rechts) war zu Besuch auf dem Spitalhof in Bretten-Diedelsheim.
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Bretten-Diedelsheim (ger) „Wir alle sind auf die Landwirtschaft angewiesen“, das war ganz klar die Botschaft, die Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder mit ihrem Besuch auf drei Bauernhöfen in der Region vermittelte. „Unsere Landwirtschaft trägt viel zu unserem Leben bei. Sie sorgt für unsere Ernährung und erhält unsere Kulturlandschaft.“ Nachdem die Regierungspräsidentin auf dem Biohof Leis und dem Luisenhof der Familie Bitterich in Oberderdingen-Flehingen zu Gast gewesen war, besichtigte sie nachmittags den Spitalhof der Familie Kern in Bretten-Diedelsheim.

Regenerative Landwirtschaft pflegt den Boden

Seit sieben Jahren hat Familie Kern die Mutterkuhhaltung vor die Tore von Diedelsheim verlegt. Ein großzügiger Laufstall mit Zugang zu Weidefläche bietet dem Vieh hier genügend Bewegungsmöglichkeiten. Platz ist dort auch für die große Lagerhalle, in der Maschinen und das frisch geerntete Getreide Platz finden. Alexander Kern, der mit seinem Vater Martin Kern den Hof zusammen konventionell bewirtschaftet, erläuterte der Regierungspräsidentin sowie dem leitenden Landwirtschaftsdirektor Ulrich Kraft das Konzept der regenerativen Landwirtschaft, das er seit drei Jahren verfolgt. Dabei geht es in erster Linie um Bodenpflege. Die Kerns bringen dazu Bioorganismen in den Boden ein, den sie möglichst immer grün halten und damit Humusaufbau und CO2-Speicherung betreiben.

"Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz"

Oberbürgermeister Martin Wolff lobte den Betrieb als Vorzeigehof und verwies auf das 2019 begonnene Programm „KomBlü“ der Stadt Bretten, bei dem der Spitalhof von Anfang an dabei war. Mit dem Programm soll unter anderem eine Nahrungsgrundlage für Insekten begünstigt sowie Erosionsschutz und Regenwasserversickerung verbessert werden. Dabei fördert die Stadt Blühstreifen an Äckern mit 900 Euro pro Hektar. Wurden 2019 so auf Brettener Gemarkung 13 Hektar Ackerland zu Blühflächen, waren es in diesem Jahr bereits 45 Hektar. „Wir brauchen das Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz“, betonte auch Felder. Alexander Kern stimmte ihr zu, verwies aber auch darauf, dass die Naturschutzverbände es den Landwirten oft nicht leichtmachten, indem sie sich nur auf das Negative konzentrierten. Auch in der Bevölkerung sei das Wissen um die Aufgaben der Landwirtschaft rückläufig.

Produkte aus der Region

Felder lobte, dass viele Betriebe durch gläserne Produktion und zahlreiche Angebote den Dialog in alle Richtungen förderten. Ein gutes Beispiel dafür ist auch der Hofladen der Familie Kern am Standort des alten Hofs mitten im Ort, der zum Abschluss noch besichtigt wurde. Hier, in der hauseigenen Metzgerei, werden die Tiere aus eigener Mast, die in Bretten-Gölshausen geschlachtet werden, zerlegt und verarbeitet. Die Produkte sind im Hofladen bei Annette Kern erhältlich. So können Verbraucher aus der Region sich im Hofladen des Betriebs mit frischen Fleisch- und Wurstwaren versorgen. Vielen wird gerade in diesen Tagen die Bedeutung der regionalen Lebensmittelproduktion stärker bewusst. Die bäuerlichen Familienbetriebe sorgen mit artgerechter Haltung und den kurzen Transportwegen für eine optimale Fleischqualität und für mehr Tierwohl. „Unser Ziel ist es, dass Verbraucher ihre Produkte direkt aus der Region beziehen. Nur so können wir unsere landwirtschaftlichen Betriebe unterstützen und damit außerdem lange Transportwege vermeiden“, so Regierungspräsidentin Felder. Besonders vom alten Kuhstall, den die Kerns seit einigen Jahren nach liebevoller Sanierung als Besenwirtschaft nutzen und als Veranstaltungsort vermieten, zeigten sich die Besucher begeistert.

Vielseitige Landwirtschaft

Die Bauernhöfe hatte das Regierungspräsidium vor allem nach den Gesichtspunkten der Vielseitigkeit ausgewählt. Sandra Schüßler, die im Landratsamt für Agrarstruktur, Betriebswirtschaft und Verwaltung zuständig ist, kennt als Ansprechpartnerin für die Landwirte im Kreis viele Betriebe gut. Auch ihr ist es ein Anliegen, dass die Landwirtschaft in den Augen der Bevölkerung wieder mehr Anerkennung bekommt. Dem pflichtete Felder bei: „Den Landwirten gebührt unser aller Respekt für ihre tagtägliche Arbeit.“

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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