Oliver Schiek, Geschäftsführer IRONMAN Germany : "Menschen begeistern und motivieren"

Interview mit Oliver Schiek, Geschäftsführer IRONMAN Germany 

Hamburg/Kraichgau (ger) Nach dem Studium stieg Oliver Schiek, 48, bei der Agentur Upsolut Sports in Hamburg ein, die 2008 an das französische Unternehmen Lagardère verkauft wurde, das wiederum seit Januar 2016 zu IRONMAN gehört. Seit 20 Jahren sitzt der gebürtige Breisgauer somit im selben Büro, wie er selbst sagt, war zunächst als Head of Operations für alle aus Hamburg gesteuerten Veranstaltungen tätig und ab 2008 für die Entwicklung des internationalen Geschäfts und den TV-Bereich. Zwei Jahre lang verantwortete er gemeinsam mit Björn Steinmetz IRONMAN Germany. Seit der gebürtige Bruchsaler Steinmetz 2018 das Unternehmen im gegenseitigen Einverständnis verlassen hat, ist Oliver Schiek Geschäftsführer und außerdem Regionaldirektor für Deutschland, die Benelux-Länder und Frankreich. In seiner Jugend war er selbst begeisterter Amateur-Triathlet. Er fährt immer noch leidenschaftlich gerne Fahrrad und hat auf Reisen immer die Laufschuhe dabei.

In Ihrer Jugend haben Sie selbst Triathlon gemacht, haben sogar an vier IRONMAN-Rennen teilgenommen. Ist es genauso befriedigend, Sport-Events zu organisieren wie selbst an ihnen teilzunehmen?
Es ist anders. Als Teilnehmer hat man ja einen ganz anderen Blickwinkel, schaut vor allem auf sich selbst, auf die Rahmenbedingungen und auf sein Ergebnis. Ich habe das Event-Business in den letzten 20 Jahren von der Pike auf gelernt, aber natürlich ist es hilfreich, dass ich weiß, was den Athleten tangiert. Es geht ja darum, dass sich jeder Teilnehmer, vom Profi bis zum Anfänger, abgeholt und respektiert fühlt. Unsere Kunst ist es, dass jeder denkt, dass wir das nur für ihn machen.
Für uns Organisatoren ist das Event ja viel mehr. Wie viel Aufwand zum Beispiel eine Straßensperrung in einer Großstadt wie Frankfurt mit sich bringt, wie viele Details da beachtet werden müssen, um ja kein Risiko einzugehen, das sehen die Teilnehmer am Renntag natürlich nicht. Dass wir es immer wieder schaffen, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, die Menschen begeistern und motivieren, wieder zu kommen, das ist am Ende des Tages schon ein gutes Gefühl.

Was genau umfasst Ihre Tätigkeit als Geschäftsführer und Regionaldirektor?
Für jede Veranstaltung gibt es ja einen Race Director, der sich um die Organisation des Rennens vor Ort kümmert, so wie Simon Jung für den Kraichgau. Die Renndirektoren berichten an mich und ich kümmere mich um Übergeordnetes wie das Budget, Personalien und was sonst noch so anfällt.

Aus der Taufe gehoben hat das Rennen im Kraichgau ja Björn Steinmetz, der das Unternehmen letztes Jahr verlassen hat. Wie stehen Sie im Moment zu ihm?

Zu Björn habe ich immer noch eine super Verbindung und auch Hochachtung vor dem, was er geleistet hat. Dass er gegangen ist, hat sich einfach so entwickelt, da gibt es keinen Groll, auf beiden Seiten nicht. Übrigens startet er dieses Jahr selbst im Kraichgau.

Was verbinden Sie selbst mit dem Sparkasse IRONMAN 70.3 Kraichgau powered by KraichgauEnergie?
Ich stamme ja selbst aus Freiburg, daher habe ich natürlich einen guten Zugang zu Baden. Vor Jahren habe ich die Deutschlandtour mitverantwortet, war zu diesem Anlass in Bretten und habe damals auch den Triathlon im Kraichgau gesehen. Ich denke, das Event ist jetzt nach 15 Jahren in der Region gut angekommen. Für die Bevölkerung und die Helfer gehört es schon richtig dazu.

Kommen Sie auch zum Rennen und fahren wie Björn mit dem Motorrad voraus und kündigen die Athleten an den Hotspots an?
Das mache ich sehr gerne. Das eigentlich Gesicht der Veranstaltung ist aber Renndirektor Simon Jung. Er stammt aus dem Kraichgau, er kennt alle Beteiligten, er ist auch unterm Jahr regelmäßig vor Ort. Ich kann bei 30 Events, die ich verantworte, nicht immer überall sein.

Das Rennen im Kraichgau wurde von den Athleten schon zum zweiten Mal in Folge zur beliebtesten Mitteldistanz gewählt. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Die Kombination aus Topographie und Location ist einfach optimal. Im Kraichgau haben wir eine wunderschöne, harte Radstrecke, der See ist toll, das Wetter meistens super, wenn ich die Bilder sehe, geht mir das Herz auf. Auch die Begeisterung in der Gegend trägt bestimmt dazu bei. Außerdem bietet das Event-Wochenende ja Programm für die ganze Familie, die bei vielen Athleten mitreist. Die Teilnehmer fühlen sich im Kraichgau sehr wohl, wir haben eine Athletenzufriedenheit von 92,5 Prozent, das ist sieben Prozent mehr als unser globaler Durchschnitt. Das zeigt auch den Stellenwert des Rennens.
Außerdem haben wir eine ausgereifte Grundorganisation und einen hohen Standard. Der internationale Sportler weiß, was ihn bei einem IRONMAN-Rennen erwartet. Er hat immer das gleich hohe Level an Verpflegung, Support und so weiter. Die Mitteldistanz war schon im November ausverkauft, wir bekommen immer noch Anfragen, ob es nicht doch noch Startplätze gibt. Den Profis gefällt der Kraichgau auch: Jan Frodeno hat nach seinem Sieg im letzten Jahr wieder sein Kommen angekündigt.

Wie sehen Sie die Zukunft der Sportart Triathlon?
Triathlon ist immer noch eine junge, inzwischen aber arrivierte Sportart. Letztes Jahr haben wir 40 Jahre IRONMAN gefeiert, seit 2000 ist Triathlon olympisch. Es wird als Sportart immer wichtiger. Die Mitteldistanz wie das Rennen im Kraichgau fungiert als Brücke zwischen den Sprint- und Kurzdistanzen und der Langdistanz, wie man ja zum Beispiel an Frodeno sieht. Er kommt aus dem olympischen Bereich und ist derzeit der amtierende 70.3-Weltmeister.
Die Idee hinter dem IRONMAN, wo ein paar Freaks herausfinden wollten, wer der beste Sportler ist, fasziniert immer mehr Menschen auf der Welt. Und ich bin stolz, als ein Rädchen im Getriebe an den über 200 Events im Jahr mitzuwirken zu können.

Die Fragen stellte Katrin Gerweck.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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