Bretten/Gondelsheim: Landwirt und Hobby-Imkerin kooperieren für den Erhalt der Insekten
Ein Blütenmeer für Bienen

Landwirt Tobias Burkhard stellt seine blühenden Rapsfelder für die Honigbienen von Janina Huber zur Verfügung.
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  • Landwirt Tobias Burkhard stellt seine blühenden Rapsfelder für die Honigbienen von Janina Huber zur Verfügung.
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Bretten/Gondelsheim (hk) Auf den Rapsfeldern der Familie Burkhard aus Bretten summt und brummt es. Unzählige Honigbienen lassen sich von Blüte zu Blüte treiben. Das Meer aus goldgelben Kreuzblütengewächsen übt eine große Anziehungskraft auf die Insekten aus, stellt Raps doch eine ergiebige Nahrungsquelle für Bienen dar. Janina Huber freut sich, dass ihre Bienenvölker dort gut versorgt sind. Die 25-jährige Hobby-Imkerin aus Gondelsheim hat in Tobias Burkhard einen verlässlichen Mitstreiter in der Landwirtschaft gefunden: Er stellt seine Rapsflächen für ihre Honigbienen zur Verfügung und sichert somit das Überleben der Tiere. „Schon seit mindestens zehn Jahren arbeiten wir mit Imkern aus der Region zusammen“, erklärt der junge Landwirt. „Die Zusammenarbeit ist in unserem Betrieb tief verwurzelt.“ Neben Huber habe in diesem Jahr auch ein Imker aus Gölshausen sein Interesse bekundet. Er möchte seine Bienenstöcke an Streuobstwiesen der Burkhards stellen.

„Die wissen schon, was zu tun ist“

on Kooperationen dieser Art profitieren sowohl Imker als auch Landwirte. Auch wenn Kulturpflanzen nicht zwingend von Bienen bestäubt werden müssen, so ist die Ertragsmenge und -qualität durch die Hilfe der fleißigen Bestäuber deutlich höher, weiß Burkhard. Für den Landwirt fällt kaum Aufwand an. Die befreundete Hobby-Imkerin stellt die Bienenstöcke an die Rapsfelder und kümmert sich selbstständig darum, ob beispielsweise mit den Bienen alles in Ordnung ist. „Und den Rest übernehmen die Bienen“, sagt Burkhard schmunzelnd. „Die wissen schon, was zu tun ist.“ Dabei machen sich die Bienen in einem Umkreis von bis zu drei Kilometern auf die Suche nach Nahrung. Der Landwirt muss sich nur an die festgelegten Absprachen halten. „Zum Beispiel verlegen wir den Einsatz von Pflanzenschutzmaßnahmen auf die Abend- und Nachtstunden, sodass nur die Schädlinge, nicht aber die Nützlinge getroffen werden.“ Zudem sind Nektar und Pollen bis dahin schon abgesammelt. "Bienen sind nachts nicht aktiv. Wenn die Sonne untergeht, kehren sie wieder in ihren Stock zurück", erklärt Huber. Sie gehe davon aus, dass sie in der Herstellung einen reinen Rapshonig erreicht, allerdings können auch Spuren von Honigtau aus dem Wald enthalten sein. „Auf unseren eigenen Honig bin ich sehr stolz“, so Huber, die ihre Hobby-Imkerei gemeinsam mit ihrem Freund, ihren Geschwistern und ihrem Schwager meistert.

„Wir haben für jeden ein offenes Ohr und suchen auch bewusst die Kommunikation“

Fördergelder bekommen der Landwirt und die Imkerin im Übrigen nicht. „Die Zusammenarbeit mit Imkern erfolgt auf freiwilliger Basis“, so Burkhard. Was passiert aber, wenn der Raps im Sommer verblüht ist und die Nahrungssuche für Bienen schwieriger wird? Auch hierfür hat der junge Landwirt eine passende Lösung: "Auf den Gemarkungen Bretten und Gölshausen haben wir insgesamt über einen Hektar an Blühstreifen ausgesät.“ Durchaus bewusst ist Burkhard das „schlechte Image“ der Landwirte, doch er zeigt sich versöhnlich. „Wir haben für jeden ein offenes Ohr und suchen auch bewusst die Kommunikation.“ Deshalb habe er seit letztem Jahr begonnen, Schilder an seine Felder aufzustellen, die Wissenswertes aus der Landwirtschaft vermitteln und auch um, laut Burkhard, „Gesicht zu zeigen. Was mir wichtig ist – und das sage ich auch jedem anderen Landwirt – ist die Kommunikation zu suchen.“ Die sei seinem Empfinden nach, in den letzten Jahren immer weniger geworden. „Vielleicht haben sich in der Bevölkerung deshalb Ängste aufgebaut, wenn Bürger zum Beispiel einen Landwirt Pflanzenschutzmittel spritzen sehen und nicht wissen, welchen Hintergrund das hat.“

„Vielleicht gibt es schon nächstes Jahr Honig von den Burkhards“

Man müsse sich die Sorgen anhören, diese ernst nehmen und sachlich aufklären. Vor diesem Hintergrund kooperiert der Betrieb mit der Schillerschule Bretten sowie Imkern aus der Region und veranstaltet demnächst die erste "Schul-Imkerei". Dazu wurde auf einer Fläche, die von der Familie Burkhard gepachtet ist und die an die Schillerschule grenzt, Ende März eine Blühfläche eingesät. Inzwischen hat sich die bienenfreundliche Blühweide prächtig entwickelt und soll als Schauplatz für das Schulprojekt dienen. Derweil hat Burkhard selbst ein Interesse an der Kunst des Imkerns entwickelt. „Wir überlegen uns im kommenden Jahr ein kleines Völkchen anzuschaffen“, verrät er. „Die Bienen, das Imkern und alles was damit zusammenhängt – das ist ein überaus interessantes Thema.“ Von Janina Huber habe er sich deshalb schon Tipps und Tricks eingeholt. „Vielleicht gibt es schon nächstes Jahr Honig von den Burkhards“, sagt er mit einem Lachen.

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