Bargeldlos ins Mittelalter: Bretten Das Peter-und-Paul-Fest wird in diesem Jahr mit einigen Neuerungen aufwarten

Das Peter-und-Paul-Fest wird auch in diesem Jahr wieder viele tausend Besucher nach Bretten ziehen. az
 

Das Peter-und-Paul-Fest wirft auch in diesem Jahr seine Schatten voraus, und nicht nur in Bretten, sondern in der ganzen Region fiebern die Gewandträger und Gruppen wieder dem Tag entgegen, wo aus Bretten Brettheim, aus dem Oberbürgermeister der Schultheiß und aus 2018 wieder das Jahr 1504 wird.

Bretten (swiz) Das Peter-und-Paul-Fest wirft auch in diesem Jahr seine Schatten voraus, und nicht nur in Bretten, sondern in der ganzen Region fiebern die Gewandträger und Gruppen wieder dem Tag entgegen, wo aus Bretten Brettheim, aus dem Oberbürgermeister der Schultheiß und aus 2018 wieder das Jahr 1504 wird. Doch auch wenn die Besucher und Akteure des Festes, das am 29. Juni beginnt, 514 Jahre in die Vergangenheit reisen, wartet das gigantische Fest auch dieses Jahr wieder mit einigen Neuerungen auf, wie Peter Dick, Stadtvogt und Vorsitzender der Vereinigung Alt Brettheim, im Gespräch mit der Brettener Woche erläuterte.

Bühne auf dem Marktplatz wird umgestellt

Eine dieser Neuerungen betrifft die Bühne auf dem Marktplatz. Diese wird diesmal statt vor dem Alten Rathaus vor der Apotheke stehen und auch etwas kleiner ausfallen. Die Fläche misst sechs Meter in der Tiefe und acht Meter in der Breite. Opulenter wird es dagegen bei einem großen Geburtstag werden, der auf dem Marktplatz gefeiert wird: „Die Landsknechte werden dort nicht nur 65 Jahre Teilnahme am Peter-und-Paul-Fest, sondern auch 40 Jahre als eingetragener Verein feiern“, erklärte Dick. „Was der Verein genau vorhat, das weiß aber nicht einmal ich“, beteuerte Dick lächelnd. Gerade aus der Taufe gehoben, wurden dagegen zwei neue Gruppen. „Es handelt sich um die Hebammen und die Zeidler“, so Dick. Bei der Zeidlerei handelt es sich um die mittelalterliche Form des Imkerns.

Sicherheit geht vor

Ganz und gar nicht wild soll es allerdings auf dem übrigen Festgelände zugehen. In den vergangenen Jahren ist dies geglückt. So sprach Bernhard Brenner, Leiter des Brettener Polizeireviers, 2017 von einem der friedlichsten Feste seit Bestehen. Damit dies auch so bleibt, wurde in 2018 noch einmal mehr in die Sicherheit der Festbesucher investiert, wie Dick erläutert. „Wie werden zum Beispiel wieder die Poller aus Beton auf dem Marktplatz stehen haben“, so der Stadtvogt. Dies sei in der heutigen Zeit eine nicht mehr wegzudenkende Sicherheitsmaßnahme. Und auch eine Maßnahme, deren Verkündung im Vorfeld des vergangenen Festes für einen Sturm der Entrüstung gesorgt hatte, wird in diesem Jahr wieder installiert. Die Rede ist von der Holzverkleidung auf der Mauer am Kirchplatz. Die Verkleidung soll verhindern, dass sich Fest-Besucher auf die Mauerkrone setzen und entweder selbst herunterfallen oder aus Versehen Bierkrüge oder Ähnliches auf die Passanten fallen lassen, die unter der Mauer vorbeilaufen. „Wenn etwas passieren sollte, wollen wir uns nicht vorwerfen lassen müssen, wir hätten nichts dagegen getan”, betonte Dick. „So ist es einfach sicherer.“ In einer Stellungnahme gegenüber der Brettener Woche hatte die VAB damals zudem erklärt, „dass der Gesamtcharme des Peter-und-Paul-Fests sicher nicht an einer Holzverkleidung auf einer Mauer festgemacht werden kann“.

Sicherheitskonzept erweitert

Doch nicht nur durch eine Holzverkleidung und Betonpoller, sondern auch durch mehr patrouillierende Mitarbeiter von privaten Sicherheitsfirmen soll die Sicherheit weiter erhöht werden. Diese Mitarbeiter werden verstärkt an der Vogtey im Einsatz sein. Darüber hinaus werden auch beim Feuerwerk acht Sicherheitsleute im Park unterwegs sein, die Besucher vom unbefugten Betreten des Sicherheitsbereichs abhalten. „Neu wird auch der Einsatz von privaten Sicherheitsleuten beim Mittelalter-Tanz sein. Dies ist nötig geworden, weil es beim Fest im letzten Jahr zu Belästigungen der Tänzer und zu Störungen der Musiker kam“, sagt Dick. Dazu werden zwischen acht und zehn Security-Leute nachts von zwei bis sieben Uhr Streife auf dem Fest laufen. Insgesamt sind rund 30 Sicherheitsbeamte auf dem Fest im Einsatz. Auch das bestehende Sicherheitskonzept, das in Kooperation mit dem Ordnungsamt und der Polizei Bretten erstellt wurde, wird in diesem Jahr um ein neues, rund 20-Seiten starkes Sicherheitskonzept für das Feuerwerk erweitert.

Schlacht wird gesponsert

 
Aufgerüstet wird wohl auch das Bezahlsystem an den Eingängen des Peter-und-Paul-Festes. So werden die Besucher aller Voraussicht nach beim Betreten des Fest-Areals durch die Stadttore noch einmal mit moderner Technik konfrontiert, bevor sie in die eher technikfremde Welt des Mittelalters abtauchen können. „Wir werden in diesem Jahr möglicherweise das bargeldlose Bezahlen an den Kassen anbieten können. Wir sind dazu gerade in Gesprächen mit der Sparkasse“, so Dick. Je zwei Geräte für den Bändelkauf sind pro Station geplant. „Eventuell machen wir das schon beim Vorverkauf an der Sparkasse und ziehen dann mal ein Fazit wie es angenommen wird.“ Die Stadttore wird die Vereinigung Alt Brettheim in diesem Jahr im Übrigen wieder selbst herrichten und aufstellen und damit auch die Kosten von 10.000 Euro selbst tragen. Allerdings mache man sich auch in der VAB Gedanken über diesen finanziell schwerwiegenden Posten, gibt Dick zu. „Es ist nicht zu verhehlen, dass es auch bei uns viele Diskussionen um die Stadttore gibt, und es ist zu überlegen, ob das mit den Toren überhaupt so weitergeht.“ Ohne Sponsoren läuft das Fest in diesem Jahr selbstverständlich aber nicht an, so wird die Schlacht in diesem Jahr von der SV SparkassenVersicherung Holding AG Stuttgart gesponsert, mit Unterstützung der SV Sparkassenversicherung Hannich & Kollegen.

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