Vom Netzwerk in die reale Welt: Facebook-Gruppe „Brettener Forum” und Brettener Woche veranstalten erstes Bürgerforum

Gute Stimmung und Diskussionen beim Bürgerforum. hk
 
Initiator Heiko Seebach bei der Sessionplanung. hk

„Du bist doch derjenige, der immer die tollen Fotos in der Gruppe einstellt“ oder „Deinen Kommentar zu dem Thema konnte ich sehr gut verstehen“. Sätze wie diese waren bei der Begrüßung zum ersten Brettener Bürgerforum oft zu hören.

Bretten (swiz/hk) „Du bist doch derjenige, der immer die tollen Fotos in der Gruppe einstellt“ oder „Deinen Kommentar zu dem Thema konnte ich sehr gut verstehen“. Sätze wie diese waren bei der Begrüßung zum ersten Brettener Bürgerforum oft zu hören. Eingeladen zu dieser „Offline-Veranstaltung“ hatten das „Brettener Forum“, die größte Brettener Facebook-Gruppe mit mehr als 5.000 Mitgliedern und die Brettener Woche/kraichgau.news. Das Besondere dieses Treffens: Die Themen, über die die rund 25 Teilnehmer diskutieren sollten, legten sie selbst fest. Nach einer kurzen Einführung durch den Initiator des Treffens und einen der Administratoren des Brettener Forums, Heiko Seebach, folgte die so genannte Sessionplanung, bei der die Teilnehmer ihre Diskussionswünsche zu Papier bringen konnten. Die aufgekommenen Themen wurden dann in einer Art Stundenplan zeitlich geordnet. „Ich ging davon aus, dass vielleicht ein Drittel Brettener und zwei Drittel allgemein-gesellschaftliche Themen zusammenkommen, aber real waren es fast nur Brettener Themen“, erinnert sich Seebach. Und weiter: „Ich hätte nicht gedacht, dass es mit der Beschränkung auf Brettener Themen so ergiebig wird.“ Diskutiert wurde dann in kleinen oder großen Runden für jeweils 30 Minuten über Themen wie „Sauberkeit in der Stadt“, Versorgung in den Stadtteilen“, „Erfahrungen mit der BBV“ oder auch „Verkehrssicherheit in Bretten“ und „Ausflugtipps für Kinder“.

Müll war ein großes Diskussionsthema

Größere Diskussionsrunden bildeten sich unter anderem beim Thema „Sauberkeit“. So wurde unter anderem von einem Teilnehmer bemängelt, dass es vom Neff-Kreisel bis zum Marktplatz keine öffentlichen Mülltonnen gebe, was den Menschen die Entsorgung ihres Abfalls natürlich sehr schwer mache. Auch Aschenbecher für Zigarettenkippen seien Fehlanzeige. Zudem sorgte der an vielen Stellen illegal entsorgte Sperrmüll in Bretten für Unmut unter den Diskussionsteilnehmern. Doch auch in dieser Diskussion zeigte sich etwas, was den vielen folgenden Runden gemein war. Es wurde nicht nur gemeckert, sondern versucht, auch eine Lösung zu finden. Beim Thema Müll war es die mögliche Gründung einer Kampagne „Unsere Stadt soll schöner werden“ oder eine Aufforderung an die Stadt zu richten oder auch die Strafen für Müllsünder zu erhöhen.

Auch zur Session „Angebote für Jugendliche – was fehlt?” fanden sich zahlreiche Teilnehmer zusammen. Positiv bewertet wurden zunächst die vielen Veranstaltungen im Sommer. „Ich bin aber auf der Suche nach dauerhaften Angeboten”, warf ein Teilnehmer ein, wie zum Beispiel ein Naturnaherholungsgebiet im Einzugsbereich des Kletterwaldes. „Wie wäre es mit einem Angebot für Erlebnisshopping auf dem Mellert-Fibron-Gelände?”, wollte eine Teilnehmerin wissen und erntete in der Runde großen Zuspruch. Man war sich einig: Heutzutage gehe es nicht nur darum, was eingekauft wird. Der Anspruch an den Einkaufsort und die Verknüpfung mit besonderen Erlebnissen sei genauso wichtig. Einen schlechten Eindruck dagegen hatte die Gruppe von den Brettener Spielplätzen: „Man sucht vergebens danach”, lautete das Fazit.

Große Diskussion um Versorgung der Stadtteile

Bei der Session „Versorgung in den Stadtteilen” musste Seebach eingreifen, als die Diskussion auch nach einer halben Stunde nicht zum Ende kommen wollte. Mit Besorgnis betrachtete die Gruppe das „Massensterben der Geschäfte” in den Ortsteilen. Gleichzeitig war man sich bewusst, dass ein Geschäft, das zur Erhaltung des dörflichen Charaketers beitrage, sich auch rechnen müsse. „Ein Mindestumsatz von 800 Euro täglich ist erforderlich”, rechnete Aaron Treut, Ortsvorsteher von Ruit vor, und wies darauf hin, dass die Bürger selbst dafür verantwortlich seien. Treut schlug aber auch vor, die Rahmenbedigungen für die Geschäftsinhaber zu erleichtern, zum Beispiel durch günstigere Mieten. Von dem Schwund der Geschäfte sind Senioren besonders betroffen. Die Teilnehmer diskutierten darüber, ob man für ältere Nachbarn einkaufen gehen könnte. „Vermutlich sind einige aber zu stolz, um das anzunehmen”, hieß es.

Positives Fazit des ersten Bürgerforums

Zum Abschluss des ersten Forums kamen die Teilnehmer noch einmal zusammen und fanden lobende Worte. Juliana Gerweck betonte, das „sehr gute Brainstorming, die vielschichtigen Themen und die tollen Lösungsansätze.” Auch Initiator Seebach war zufrieden mit der Gruppendynamik, die den Diskussionen viel Raum gegeben habe. Teilnehmerin Elke Sauter beurteilte das erste Brettener Bürgerforum ebenso durchweg positiv: „Es war schön, einige der Menschen aus der Facebook-Gruppe persönlich kennenzulernen”. „Durch die Gespräche hat man verstanden, für was sich jeder einsetzt.” swiz/hk
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