In Bretten Zuhause: Oliver Scholz ist Amtsrichter in der Melanchthonstadt

Amtsrichter Oliver Scholz: „Ich habe mich gut eingelebt.“

Oliver Scholz wacht in der Oberen Kirchgasse über die Einhaltung von Recht und Gesetz.

Bretten (hk) Eigentlich ist Oliver Scholz nach eigenem Bekunden „sehr heimatverbunden“. Wenn der gebürtige Heidelberger über seine beruflichen Stationen spricht – Studium und Referendariat, Landgericht und noch einige mehr – so stellt man fest: Es hat ihn nicht nur einmal in die malerische Stadt mit der charakteristischen Altstadt zurück verschlagen. Anfang März 2018 hat der 50-Jährige schließlich seinen Dienst als Direktor des Amtsgerichts in Bretten aufgenommen. Seit knapp elf Monaten also wacht Oliver Scholz in der Oberen Kirchgasse über die Einhaltung von Recht und Gesetz – und hat inzwischen das geschichtsträchtige Amtshaus schätzen und lieben gelernt.

„Ich habe ein tolles, qualifiziertes Team mit großer Motivation vorgefunden“

„Ich habe mich gut eingelebt“, sagt er. Zwar hatte er mit der Einarbeitung in das Gebiet der Strafsachen die „größte Herausforderung“ vor sich, doch durch die Unterstützung der „wunderbar vorbereiteten“, rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sei der Einstieg „ganz gut machbar“ gewesen. „Ich habe ein tolles, qualifiziertes Team mit großer Motivation vorgefunden“, so Oliver Scholz. Was er noch in dem denkmalgeschützten Haus vermisst, ist ein Fahrstuhl. „Das Amtshaus ist derzeit nicht barrierefrei“, sagt er.

Zivilrechtsstreitigkeiten stehen im Fokus

Einen Teil seiner Zeit nehmen Aufgaben für die Verwaltung in Anspruch. In seiner Richtertätigkeit beschäftigen Oliver Scholz vor allem aber Zivilrechtsstreitigkeiten. Darunter fallen vorwiegend bürgerliche Rechtsprozesse wie Kauf-Streitigkeiten, Schadensersatzklagen (zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall) sowie Erbstreitigkeiten mit einem Streitwert von bis zu 5.000 Euro. Wenn es Streit um die Wohnungsmiete gibt, sind Amtsgerichte auch dann zuständig, wenn es um mehr als 5.000 Euro geht.

Weitere Blitzer in der Melanchthonstadt

Im Amtsgericht kann sich jeder ein Bild vom Rechtsstaat machen: „Die Verhandlungen sind öffentlich“, sagt Oliver Scholz, der auch für Fälle des Betreuungsrechts zuständig ist. Sein Stellvertreter, Richter Weisse, kümmert sich unter anderem um den Bereich Bußgeldsachen und WEG-Verfahren. Für ein deutlich erhöhtes Aufkommen an Verkehrsdelikten sorgen die beiden Blitzer am Alexanderplatz, weiß der Amtsrichter und verrät: Es sollen noch weitere Blitzer in der Melanchthonstadt aufgestellt werden.

Amtsgericht noch eine „Nuance unterbesetzt

Oliver Scholz berichtet davon, dass Fallzahlen, zum Beispiel im Bereich der Zivilsachen, statistisch gesehen rückläufig sind. Was aber zugenommen habe, sei die Komplexität der Fälle. Das kann daran gemessen werden, dass man bei der Bearbeitung eines Verfahrens statistisch länger an einer Akte sitzt. Außerdem, so Oliver Scholz, sei das Amtsgericht noch eine „Nuance unterbesetzt. „Das haben wir im Blick“, sagt er. Der Amtsrichter wirkt in seinem Büro zufrieden. Vielleicht erinnert das geschichtsträchtige Haus ihn an seine Heimat.

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