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Bretten: Befreitem Kater Jimmy geht es blendend

Kater Jimmy schaut aus seinem Gefängnis.
  • Kater Jimmy schaut aus seinem Gefängnis.
  • Foto: Claus Habermann
  • hochgeladen von Christian Schweizer

Nach Rettungsaktion und Riesenaufregung um einen im Garagenfundament eines Brettener Neubaus eingeschlossenen Kater ist das Abenteuer vorbei und Jimmy wieder daheim.

Bretten (dpa/lsw) Nach Rettungsaktion und Riesenaufregung um einen im Garagenfundament eines Brettener Neubaus eingeschlossenen Kater (wir berichteten) ist das Abenteuer vorbei und Jimmy wieder daheim. Allerdings bekam der fast zwei Wochen in dem Hohlraum gefangene Kater von Herrchen und Frauchen erstmal Hausarrest: "Den lassen wir ein paar Tage nicht raus", sagte am Mittwoch, 1. August, Dieter Taubert, dem das Tier gemeinsam mit Freundin Meike Vielsack gehört. Die Maine-Coon-Katze war in Bretten bei Karlsruhe während Bauarbeiten in den Hohlraum geschlüpft. Bauarbeiter hatten ihn dann bis auf einen schmalen Spalt verschlossen - ohne zu wissen, dass Jimmy sich dort versteckt hatte.

Verstörter Kater traute sich lange nicht heraus

Nach Hinweisen von Anwohnern, die immer wieder jammernde Laute gehört hatten, war er von der Polizei am Montag geortet worden und am Dienstagabend endlich frei. Ein Bauarbeiter hatte zwar schon am Dienstagmorgen über 45 Minuten und mit schweren Gerät ein Loch zum Hohlraum gebohrt. Der von Krach, Dunkelheit und der langen Einsamkeit ohne Essen und Trinken verstörte Kater traute sich aber den ganzen Tag über nicht raus.

Reichlich abgemagert und ziemlich staubig

Seine Besitzer hatten stundenlang vergeblich versucht, Jimmy mithilfe seiner Lieblingsleckerlis aus seinem Verlies zu locken. Erst als es dunkel wurde "und meine Freundin mit ihm alleine war, kam Jimmy raus - und direkt in ihre Arme", erzählte Taubert. Dem Kater gehe es blendend. "Er hat sich zuhause sofort wohlgefühlt und frisst und trinkt normal", sagte der 27-jährige KfZ-Mechaniker. Jimmy sei nur ziemlich abgemagert und auch reichlich staubig gewesen. Das Paar hatte ihn seit dem 18. Juli vermisst und mit Flyern sowie über soziale Netzwerke (beispielsweise in der Facebook-Gruppe Brettener Forum) überall nach ihm gesucht. Schon auf den in der Stadt verteilten und auf Laternenpfähle geklebten "Steckbriefen" hatten sie Anwohner gebeten, in Garagen oder Kellern nach einem verwaisten Kater zu schauen. "Wir dachten nie, dass er tot ist", sagte Taubert. Dass Jimmy aber die ganze Zeit über nur eine Straße weiter unter einer Garage hausen musste, hatte keiner geahnt.

Loch ist jetzt zugeschüttet

Jimmys Glück im Unglück war der während der vielen Hitzetage eher kühle und mit etwa fünf mal zwei Meter auch recht geräumige, allerdings nur 15 Zentimeter hohe Hohlraum, in dem er sich befand. "Er konnte sich also ganz gut bewegen", sagte Taubert. Katzen können nach Angaben von Experten lange ohne Essen und Trinken ausharren - in Ausnahmefällen bis zu vier Wochen. Das Loch übrigens, das dem Kater wieder zur Freiheit verhalf, schütteten die Besitzer noch am Dienstagabend mit Schotter wieder zu. "Nicht, dass noch mal eine Katze da reinschlüpft", sagte Taubert. Kosten entstehen dem Paar wohl nicht. Der Bauherr des Neubaus sei sehr verständnisvoll. Um sicher zu gehen, dass Jimmy nach der langen Gefangenschaft nichts fehlt, steht jetzt ein Besuch beim Tierarzt an. Und wenn Jimmy mal wieder raus will? "Erstmal nur mit Leine", sagte Taubert.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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