Das erste "Brettener Bürgerforum"

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Am 15.6.2018 fand Abends das erste Brettener Bürgerforum statt. Es war eine Veranstaltung des "Brettener Forum", der größten Brettener Facebook-Gruppe (über 5000 Mitglieder) und der Brettener Woche/kraichgau.news, die die Räume und die Verpflegung zur Verfügung stellten.

Als Initiator und Moderator habe ich hier meine subjektiven Eindrücke zusammengeschrieben. Der Text entstand noch am selben Abend und wurde spontan erstellt. Dafür ist er auch sehr "frisch".

Zu Beginn der Veranstaltung gab ich eine Einführung in den Ablauf, da dieser durchaus erklärungsbedürftig ist. Es handelte sich nämlich um ein sogenanntes "BarCamp", eine Art Konferenz, bei der aber die Teilnehmer die sie interessierenden Themen selbst zusammenstellen und danach auch in sog. Sessions diskutieren. Die Teilnehmer können selbst Experten mit vorbereiteten Themen sein, aber auch Menschen, die praktisch nichts zu einem bestimmten Thema wissen, aber schon immer mal wissen wollten, in der Hoffnung, dass sich unter den Teilnehmern ein Experte auf diesem Gebiet findet. Sie können eine Session anbieten und wenn sich genügend Menschen finden, die dies auch interessiert, dann findet die Session statt. Zeitlich konkurieren immer mehrere parallel laufende Sessions miteinander. Der Sinn des Ganzen ist, dass Wissen und Erfahrungen untereinander geteilt werden. Wenn nebenbei auch noch für Dritte verwertbare Ergebnisse herauskommen, dann ist das um so besser.

Zuerst gab es eine kurze Vorstellungsrunde, danach sammelten wir Themen auf dem "Sessionplan", einer Art Stundenplan, der sich während der Planungsphase immer wtier füllte. Alle Themen kamen von den Teilnehmern.

Wenn ich schreibe, es hat WIRKLICH Spaß gemacht, dann denke ich, darf ich das im Namen aller Teilnehmer schreiben, wie ich aus dem dem Fazit aus der Abschlussrunde entnehmen konnte. Ich bin mir sicher, dass jeder so wie ich mit dem wohligen Gefühl nach Hause ging, dass er einen inspirierenden Abend mit interessanten Leuten hatte.

Die Teilnehmer waren von den Altersklassen und Charakteren her sehr bunt durchmischt, wie im Online-Forum auch. Dadurch kann man denke ich schon sagen, dass der Kreis - wenn auch klein - doch relativ repräsentativ war. Oder andersherum ausgedrückt: Es waren nicht nur Nerds und Freaks da, im Gegenteil...

Ich ging davon aus, dass vielleicht ⅓ Brettener und ⅔ allgemein-gesellschaftliche Themen zusammenkommen, aber real waren es fast nur Brettener Themen, wie man auch auf dem Sessionplan sieht. Letztlich war das ja auch das Ziel, nur hätte ich nicht gedacht, dass es mit der Beschränkung auf Brettener Themen so ergiebig wird, in Relation zu den 30 Teilnehmern, was für ein Format wie dieses die Untergrenze darstellt. Praktisch jeder zweite Teilnehmer hat eine Session gehalten, d.h. ein Thema vorgestellt, an die Pinnwand gehängt und durchgeführt.

Die Themen selbst waren recht unpolitisch, also überhaupt nicht so, wie manche im Vorfeld befürchteten. Manche Sessions hatten nur 3, bei anderen Themen waren es 20 Teilnehmer.

Die Sessions liefen immer 30 Minuten, danach kam gleich der Wechsel zur nächsten Session. Fast bei jeder Session musste ich teils recht energisch auf die abgelaufene Zeit hinweisen. Allein dieser Umstand ist doch ein Zeichen, dass die Teilnehmer leidenschaftlich diskutierten, genau genommen hat mich das dann auch sehr gefreut! ;-)
Manche gingen nicht zur nächsten Session, sondern blieben auf dem Flur stehen und verstrickten sich in Spontangespräche, was natürlich genauso Sinn und Zweck des Treffens war.
Die meisten aber waren in den Sessions und diskutierten fleißig - mal ernsthaft, mal spaßig, mal unterhaltend. Da manche Sessions parallel liefen, musste sich jeder schon recht gut überlegen, ob er nun in die eine oder in die andere Session geht. Eine der Regeln, die ich in der Intro bekannt gab, nennt sich das “Gesetz der zwei Füße”, welche besagt, dass man problemlos zwischen den parallel laufenden Sessions wechseln kann, was auch des öfteren genutzt wurde - die Türen der Räume blieben bewusst immer offen.

So, nun stellt sich die Frage, ob das Treffen für jeden einzelnen Teilnehmer einfach ein toller Abend war, an den er gerne zurückdenkt, oder ob es um die nachhaltige ernsthafte Erarbeitung von Lösungen für die Stadt ging. Auch in der Abschlussrunde ging es vor allem um genau diesen Punkt. Naturgemäß sind manche Themen einfach mal interessant zu hören oder zu besprechen, andere haben aber wirklich zu neuen Impulsen verholfen. Wie aber bekommen wir die PS jetzt auf die Straße?

Uns war und ist allen klar: Viel davon, was besprochen wurde, können wir nicht selbst umsetzen, wir sind schließlich keine Task-Force mit Ressourcen, sondern eine zusammengewürfelte Gruppe von Leuten, die sich in ihrer Freizeit treffen. Der einzige anwesende Stadtrat war Aaron Treut, der zusicherte, den einen oder anderen Punkt mitzunehmen. Des weiteren stand die Möglichkeit im Raum, die Bürgerfragestunde zu Beginn der Gemeinderatssitzungen oder die “Mängelmeldung”-Funktion in der Bretten-App zu nutzen.

Was wir als Gruppe aber können, ist in erster Linie anhand der anschließenden Dokumentation, aufzuzeigen, welche Themen die Bürger bewegen, und auch durchaus auch den einen oder anderen Lösungsansatz hervorzubringen. Somit würde ich sagen, können wir vor allem gemeinsam ein Sprachrohr sein, über das die Stadtverwaltung, der Gemeinderat und vielleicht noch ein paar wenige andere Organe die Themen aufnehmen und professionell ausarbeiten und dann auch hoffentlich umsetzen können.

Auch das Online-Brettener-Forum ist gewissermaßen ein Sprachrohr, wenn auch sehr unstrukturiert und oft auch dominiert von relativ wenigen Personen. Hier beim Offline-Treffen war es schon ähnlich, aber alles war intensiver, konzentrierter, konstruktiver und auf Augenhöhe. Und vor allem hatten wir eine äußerst positive Grundstimmung. Wer im Brettener Forum liest, weiss genau, dass online so viel gejammert und geschimpft wird. Offline waren wir aber ein sehr harmonischer Haufen, wie er kaum hätte harmonischer sein können.

Nun liegt es also daran, wie die Teilnehmer und insb. auch die Brettener Woche/kraichgau.news die Themen und teils Lösungen so aufbereiten, dass sie nutzbringend an die nächste Ebene weitergetragen wird, die sie dann effektiv umsetzen kann.

Es gibt dafür weiterhin die Bürgerforum-Gruppe unter https://www.facebook.com/groups/376349789498327/ in der weiterhin diskutiert werden kann, vielleicht legen wir auch einzelne Nebengruppen zu bestimmten Themen an, das weiss ich jetzt auch noch nicht genau.

Auch, ob es solch ein Treffen noch einmal geben wird kann ich noch nicht sagen, dazu sind die Eindrücke noch zu frisch. Aber was ich sagen kann, dass es mir einen RIESEN Spaß gemacht, das ganze zu organisieren und durchzuführen. Ich denke, es hängt jetzt vor allem vom Feedback ab, das ich erhalte - online wie offline - von Teilnehmern wie auch Nicht-Teilnehmern :-)

Und nochmal Tausend Dank an die Brettener Woche für die Hilfe und das Sponsoring in jeglicher Hinsicht!

Heiko Seebach

Autor:

Heiko Seebach aus Bretten

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