„Mehr Naturschutz als Jägerei“

Friedemann Pfitzenmeier (rechts, in Kniebundhosen), Jagdpächter im Gölshäuser Wald, zeigt den LeserInnen der Brettener Woche seine Jagd.
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Brettener Woche Ferienaktion „Auf den Spuren von Reh, Wildschwein und Co“, unterwegs mit den Jagdpächtern Friedemann Pfitzenmeier und Hans Tretter

BRETTEN-GÖLSHAUSEN (ger) Der Jagdhund Jacques begleitet die Begrüßung der Hörner mit melodischem Geheule. Friedemann Pfitzenmeier, Hans und Elisabeth Tretter stimmen das Dutzend LeserInnen der Brettener Woche, darunter Ortsvorsteher Manfred Hartmann, standesgemäß auf die Exkursion „auf den Spuren von Reh, Wildschwein und Co“ ein. Pfitzenmeier und sein Schwager Tretter betreuen seit 2008 das Jagdrevier in Gölshausen. Bevor es losgeht, erklärt Pfitzenmeier aber den Begriff „Jagd“: Unter einer Jagd verstehe man ein Gebiet mit all seiner Fauna und Flora darin. „Es ist mehr Naturschutz als Jägerei“, betont er.

Miteinander von Mensch und Natur im Fokus

Dieses Miteinander von Mensch und Schöpfung zieht sich wie ein roter Faden durch die Erläuterungen der beiden Jagdpächter. Die Verbundenheit mit der Natur ist ihnen ein großes Anliegen. So lassen sie die TeilnehmerInnen gerne an ihrem Blickwinkel teilhaben. Das Heckengebüsch neben dem Weg entpuppt sich als willkommene Deckung für das Wild beim Wechsel. Am Waldrand macht Tretter auf eine „Plätzstelle“ aufmerksam: Laub und Gras am Boden hat der Rehbock mit den Vorderläufen weggeschoben, sein Geweih hat er - gut sichtbar an der verletzten Rinde – an einem kleinen Bäumchen daneben gerieben. Auf diese Weise markiert das intelligente, aber schreckhafte Wild sein Revier.

Jägersprache mit ganz eigenem Vokabular

Deutlicher sind die Spuren, die Wildschweine auf einer Streuobstwiese hinterlassen haben. Die Grasnarbe hat das Schwarzwild auf der Suche nach Engerlingen oder auch Mäusen aufgebrochen. Der Weidmann nennt die Wildschweinnase daher auch „Gebrech“. Überhaupt ist die Jägersprache (nicht zu verwechseln mit dem Jägerlatein, das für Jagdlügengeschichten steht) ein Kapitel für sich. Der riesige Fuchsbau – auf einem Durchmesser von 50 Meter finden sich zahlreiche tiefe Löcher – wird seit mindestens 50 Jahren „befahren“, sprich bewohnt. Zur Wildschweinrotte gehören neben Bachen und Frischlingen auch „Überläufer“, das sind die halbwüchsigen Jungen vom vorigen Jahr.
Nach rund drei kurzweiligen und höchst informativen Stunden kehrt die Gruppe wieder an ihren Ausgangspunkt, die Gölshäuser Grillhütte zurück. Und nachdem die Jagdhörner „Zum Essen“ geblasen haben, lassen sich alle noch Wildschweinwürste und Apfelschorle schmecken.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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