Sucht-Experte: "Fixerstuben" helfen, aber kein Allheilmittel

Die Einrichtung von Drogenkonsumräumen, zum Beispiel in Karlsruhe, soll unter anderem gesundheitliche Risiken für Drogensüchtige senken.
  • Die Einrichtung von Drogenkonsumräumen, zum Beispiel in Karlsruhe, soll unter anderem gesundheitliche Risiken für Drogensüchtige senken.
  • Foto: Pixabay, PhotoLizM
  • hochgeladen von Wiebke Hagemann

"Kein Modell für überall" - Drogenkonsumräume, auch "Fixerstuben" genannt, wie sie sich der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) vorstellt, können nach Aussage von Sucht-Experte Hans Joachim Abstein zwar Süchtigen und verunsichterten Anwohnern helfen, seien aber kein Allheilmittel.

Karlsruhe (dpa/lsw) Drogenkonsumräume können aus Sicht von Suchtexperten Schwerstabhängigen helfen - sie sind jedoch kein Allheilmittel. «Ein solcher Raum kann örtlich ein Segen sein, er ist aber sicher kein Modell für überall», sagte Hans Joachim Abstein, der Vorsitzende der Landesstelle für Suchtfragen, der Deutschen Presse-Agentur. Nicht immer gebe es eine Ballung von Drogenkonsumenten auf der Straße, für die sich die Einrichtung eines solchen Raumes lohne. Drogenkonsumräume - auch «Fixerstuben» genannt - seien teuer. Das Geld fehle dann an anderen Stellen, etwa in der Prävention und in der Beratung.

Einrichtung in Karlsruhe geplant

Das Land prüft derzeit die erste Einrichtung dieser Art im Südwesten. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) will einen solchen Raum. Die Stadt hofft damit auf eine Entspannung der Situation am Werderplatz, wo zeitweise bis zu 60 Menschen Drogen und Alkohol konsumieren und Anwohner wie Geschäftsleute zunehmend verunsichern. Weil die Stadt Süchtige nicht einfach vertreiben will, möchte sie in einem auf zunächst drei Jahre befristeten Modell einen Drogenkonsum- und auch einen Trinkerraum erproben. Die Gesamtkosten werden auf 340 000 Euro pro Jahr geschätzt.

Infektionen und Krankheiten vorbeugen

In Drogenkonsumräumen sollen schwerst Drogenabhängige mitgebrachte Substanzen wie Heroin, Kokain oder deren Abkömmlinge unter hygienischen Bedingungen einnehmen können. Dadurch sollen Infektionen und Krankheiten sowie lebensbedrohliche Überdosierungen vermieden werden. Auch will man mit Konsumenten in Kontakt kommen und zugleich den öffentlichen Raum entlasten. Bundesweit gibt es bislang 23 solcher Räume in sechs Bundesländern.

Autor:

Wiebke Hagemann aus Bretten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019. Dieses Nachrichtenportal mit dem integrierten Leserreporter-Modul und die gedruckte Zeitung werden mit Gogol Publishing produziert - dem einfachen Redaktionssystem für Anzeigenblätter und Lokalzeitungen.