Persönlichkeiten aus Bretten und der Region erzählen, was sie dem Jahr trotz Pandemie Positives abgewinnen können
Von Apfelschnaps, Debut-CD und Solidarität

Caro Trischler, Sängerin.
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Wie heißt es so schön? „NeuesJahr, neues Glück“. Doch nach diesem Jahr, das vom Coronavirus auf den Kopf gestellt wurde, wünschen sich viele für den neuen Lebensabschnitt in 2021 vor allem Gesundheit. Aber auch hoffnungsvolle Gedanken prägen die Stimmung der Persönlichkeiten aus Bretten und der Region, die wir gefragt haben, was sie zum Jahreswechsel bewegt. Gefragt hat die Redaktion: Worüber haben Sie sich in diesem Jahr trotz Pandemie gefreut? Und worauf freuen Sie sich jetzt schon, wenn Sie an 2021 denken?

2020 war für mich trotz Corona ein gutes Jahr. Zum Teil sehr spannend, besonders als ich im Sommer meine Debut-CD veröffentlicht und mit meiner Band Release-Konzerte gespielt habe. Die Freude im Publikum und auf der Bühne war dieses Jahr außerordentlich groß, da Konzerte nur erschwert, draußen und vereinzelt stattfinden konnten. Da war die Stimmung trotz Masken und Abstand oft sehr, sehr toll. Ich denke gerne daran, wie ich nach dreieinhalbmonatiger Spielpause Mitte Juni wieder mein erstes Konzert vor Publikum spielen konnte. Ich hoffe für nächstes Jahr, dass wir bei besserem Wetter wieder nach draußen ausweichen und noch mehr Open-Air-Konzerte spielen können. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass VeranstalterInnen und Clubs, und auch wir MusikerInnen den Winter finanziell überstehen und die Veranstaltungsbranche nicht noch mehr beschädigt wird. Ich wünsche mir generell, dass wir vieles aus der Situation 2020/2021 lernen und den Zusammenhalt und die Solidarität in der Gesellschaft stärken. 

Caro Trischler, Sängerin.

Caro Trischler, Sängerin (Foto: Ulf Kleiner)

Die Aufforderung, in der derzeit bedrückenden Situation nicht zu verzagen, sondern an Freudiges zu denken, ist sicher hilfreich bei aufkommenden negativen Gefühlen. Insofern beteilige ich mich gerne an dieser Aktion der Brettener Woche und blicke auf Erfreuliches im zu Ende gehenden Jahr zurück. Gefreut habe ich mich über die vielen Ideen und Aktionen, mit denen Menschen allen Alters und verschiedener Nationen während des ersten Lockdowns im Frühjahr anderen Hilfe, Unterstützung und Trost zuteilwerden ließen; beeindruckende Zeugnisse gelebter Solidarität. Im familiären Bereich bin ich froh und dankbar, dass meine Frau, unsere Kinder und Enkelkinder sowie unsere Verwandten bisher unbeschadet durch die Pandemie gekommen sind. Schließlich blicke ich mit großer Freude auf einen mehrwöchigen Urlaub im September zusammen mit meiner Frau bei bestem Wetter auf der schönen Insel Rügen zurück. Im Ehrenamt hat mich das Engagement vieler Aktiver gefreut, der Absage des Peter-und-Paul-Fests etwas entgegenzuhalten. Entweder warf man sich am Festwochenende trotzdem ins Gewand oder organisierte sich privat in kleineren Gruppen und feierte nicht öffentlich. Für alle Festfreunde aus nah und fern wurde in relativ kurzer Zeit ein virtuelles Fest auf die Beine gestellt, mit Beiträgen auf Facebook, Instagram und YouTube parallel zum ursprünglich vorgesehenen Festablauf. Über viele positive Rückmeldungen dazu habe ich mich ebenfalls gefreut. Für 2021 hoffe ich natürlich, dass wir uns wieder über ein gewohnt schönes Fest in der Zeit vom 2. bis 5. Juli freuen dürfen. Und auch im privaten Bereich wünsche ich mir, dass die Freude über uneingeschränkte Begegnungen mit unseren Familienangehörigen sowie bereichernde Treffen im Freundeskreis sich einstellen möge.

Peter Dick, Vorsitzender der Vereinigung Alt-Brettheim.
  • Peter Dick, Vorsitzender der Vereinigung Alt-Brettheim.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schweizer

Peter Dick, Vorsitzender der Vereinigung Alt-Brettheim

Spontan tue ich mich mit Frage eins erstmal schwer – nach fast einem Jahr Arbeitslosigkeit. Das Jahr 2020 hat uns alle herausgefordert und vor allem in den letzten Wochen musste ich mich manchmal aktiv anstrengen, positiv gestimmt zu bleiben. Zum Glück hatte die Pandemie aber auch positive Nebenwirkungen, unter anderem die Rückbesinnung auf das, was im Leben wirklich zählt. Ich freute mich über die viele Zeit für meine Familie und die Entschleunigung meines Alltags. Als hätte jemand den Stecker gezogen! Ich freute mich, dass die Natur tatsächlich aufzuatmen schien. Ich freue mich, dass ich ein warmes Zuhause habe. Ich freue mich, dass in meiner Familie niemand erkrankt ist. Ich freue mich über die vielen lieben Menschen, die in dieser ganzen Zeit an mich dachten und mich ermutigten. Dass im Frühjahr noch mein Album „Du meine Seele, singe“ veröffentlicht werden konnte und es auf Platz zwei der deutschen Klassikcharts schaffte, war ebenfalls ein großes Geschenk. Und im Moment freue ich mich, dass ich, nach all den abgesagten Dezember-Konzerten, an Weihnachten zumindest in TV und Rundfunk zu sehen und zu hören bin (Abendprogramm MDR, rbb und hr, Infos und Termine unter www.jayalexander.de) – und dass mein Jahreskalender für 2021 so gut ankommt. Für solche „Highlights“ bin ich sehr dankbar. Wenn ich an 2021 denke, hoffe ich natürlich in erster Linie, dass wir der Pandemie Herr werden! Dann freue ich mich schon jetzt auf hoffentlich viele Konzerte und Begegnungen mit Freunden. Ich freue mich auf die gemeinsame CD mit Kathy Kelly, die an Ostern erscheint. Ich freue mich auf ein gutes Essen im Restaurant. Und ich hoffe und freue mich darauf, endlich meine Eltern wieder umarmen zu dürfen!

Jay Alexander, Sänger.

Jay Alexander, Sänger (Foto: Simone Haydt/APmusic)

Überglücklich bin ich, dass mein KSC nicht abgestiegen ist, der Stadionneubau vorwärtsgeht, und endlich Ruhe in den Verein eingekehrt ist. Stolz bin ich, dass viele der Geflüchteten, die ich betreue, einen festen Arbeitsplatz haben, oder auch Ausbildungen in der Pflege oder im Kfz-Handwerk machen oder in den unterschiedlichen Sprachunterrichten ihr Bestes geben. Stolz bin ich, dass wir Gondelsheimer zusammenhalten, dass wir Füreinander da sind, und uns gegenseitig unterstützen. Dankbar bin ich, dass ich mit und durch meinen Hund „Timmy“ für mich inzwischen sehr wichtige Menschen kennengelernt habe, die ich nicht mehr missen möchte. Zufrieden bin ich, dass meine Familie gesund und glücklich ist, und auch in Krisenzeiten zueinander hält. Für 2021 wünsche ich mir Gesundheit, mehr Nächstenliebe und Solidarität unter den Menschen sowie Respekt und Achtung vor der weltweiten Pandemie. Das was in diesem Jahr durch die Einschränkungen nicht möglich war, holen wir alles nach, und es wird wieder gut werden.

Petra Schalm, Vorsitzende des Gewerbevereins Gondelsheim.
  • Petra Schalm, Vorsitzende des Gewerbevereins Gondelsheim.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schweizer

Petra Schalm, Vorsitzende des Gewerbevereins Gondelsheim

Trotz Pandemie habe ich versucht, jedem Tag Erfreuliches abzugewinnen, allem voran mehr private Zeit. Eine große Freude war es, während des ersten Lockdowns eine Gartenlaube herrichten zu können auf einem Grundstück voller Obstbäume. Urlaub vor der Haustür. Und erster eigener Apfelschnaps. Trotzdem ist es eine verführerische Aussicht, alsbald wieder einen Sprung ins Meer machen zu können. Es wäre schön, wenn das – gesund und munter, das ist das Wichtigste – 2021 möglich wäre.

Thomas Lindemann, Verleger.

Thomas Lindemann, Verleger (Foto: Thomas Rebel)

Gefreut habe ich mich über die Herausgabe und das große Interesse an der Biografie unseres langjährigen Vereinsmitglieds Helmut Hollritt. Mit seinem Bericht über sein fast 100-jähriges Leben hat er uns einen beeindruckenden Einblick in eine spannende Geschichtsepoche mit einer der schrecklichsten Phasen unserer Geschichte gewährt. Ich sehne mich danach, spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2021, trotz Brexit, wieder eine große Etappe auf dem Küstenweg in Cornwall zu wandern und den besonderen Zauber im Südwesten Englands zu genießen. Diese Landschaft verkörpert für mich den Mythos Arkadien und beglückt mich total.

Wolfgang Stoll, Vorsitzender Verein für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten.
  • Wolfgang Stoll, Vorsitzender Verein für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten.
  • Foto: archiv
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Wolfgang Stoll, Vorsitzender Verein für Stadt- und Regionalgeschichte Bretten

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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