Geflüchteter aus Afghanistan zu Besuch im Gymnasium St. Paulusheim

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Authentische Fluchtgeschichte im Unterricht

Bruchsal. Die siebte Klasse in evangelischer Religion war vorbereitet. Religionslehrer Volker Matthaei hatte das Thema Flucht und Asyl schon gründlich mit seinen Schülern behandelt. Zur Vertiefung hat er Gunter Hauser, den Bezirksbeauftragten für Flucht und Migration des evangelischen Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal eingeladen, der einen Geflüchteten aus Afghanistan mit in den Unterricht gebracht hat.
Ahmad (Name geändert) erzählte dann den Schülern seine Geschichte: Zu Hause in Afghanistan hatte er als Dolmetscher gearbeitet und war daraufhin wegen seiner beruflichen Kontakte unter Druck geraten. Er wurde mit dem Tod bedroht und musste fliehen. Auch seine Familie wurde geschlagen und bedroht, und auch sie sind inzwischen aus der Heimat geflohen. Seine eigene Flucht über den Iran, die Türkei und Griechenland erzählte er in ergreifenden Details und seine Angst war dabei regelrecht spürbar. Lange Fußmärsche über Grenzgebirge, Beschuss durch Verfolger und die Überfahrt übers Mittelmeer in einem überfüllten Schlauchboot ... die Schüler folgten gebannt der Erzählung, die wie ein Film an ihnen vorbeizog.

Interessierte Rückfragen und bewegende Briefe

Auf Rückfragen erklärte Ahmad auch seine Fluchtgründe, die für Menschen in Deutschland nur schwer nachvollziehbar sind. Dass es zum Beispiel undurchsichtige Querverbindungen zwischen Polizei und extremistischen Terrorgruppen gebe und man nicht einmal bei der Polizei in Sicherheit sei.
Zum Asylverfahren erklärte Flüchtlingspfarrer Hauser: „Ahmad hat das Pech, dass ihm seine Geschichte im Asylverfahren nicht geglaubt wurde, obwohl er vieles belegen kann. Aber für Todesdrohungen gibt es keine Papiere.“ Ehrenamtliche, die sich um Geflüchtete kümmern, glaubten aber Ahmad und halfen ihm, einen Ausbildungsplatz zu finden. Nun könne er wieder vorsichtig Hoffnung schöpfen, dass er zumindest für die Dauer seiner Ausbildung eine Duldung erhält.
„Die Ausbildung und der Deutschkurs sind mir sehr wichtig“ sagt Ahmad. Doch jedes Mal, wenn wieder ein Abschiebeflug nach Kabul ansteht, bekomme er Angst, dass man ihn abholt und zurückschickt. „Das wäre mein Ende“, sagt er mit einem traurigen Unterton.
Die Schüler waren von der dichten Schilderung dieser Geschichte so beeindruckt, dass sie in der nachfolgenden Themenstunde bewegende Briefe an Ahmad schrieben, in denen sie ihm alles Gute wünschten.

Autor:

G H aus Bretten

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