Jürgen Dulkies ist vom ersten Triathlon an im Kraichgau dabei
„Mir gefallen die Hochs und Tiefs beim Rennen“

Jürgen Dulkies

Bretten-Neibsheim (ger) Nur zweimal hat er gefehlt. „Einmal kam mir der Hausbau dazwischen und einmal war ich krank“, begründet der ambitionierte Amateur-Triathlet Jürgen Dulkies, warum er dieses Jahr „erst“ zum 13. Mal startet. 2005, als das Kraichgau Triathlon Festival aus der Taufe gehoben wurde, war das sein erster Triathlon. Im Jahr zuvor hatte er dem Kraichgau-Renndirektor Simon Jung, der wie er aus Neibsheim stammt, beim IRONMAN in Frankfurt zugeschaut. „Das Gänsehautfeeling war sofort da und ich wusste: Das will ich auch machen.“ Sportlich war er schon immer. 20 Jahre Fußball gespielt, dann Rad gefahren und gelaufen, darunter auch bis heute an vielen Ultra-Marathons teilgenommen.

"Radstrecke nicht so rhythmisch"

Das Rennen im Kraichgau ist für ihn jedes Jahr gesetzt. Und es hat ihm an Anfang gefallen und gefällt ihm heute noch immer. „Das Flair unserer Gegend, die vielen ehrenamtlichen Helfer, der Hardtsee und auch die Laufstrecke finde ich einfach toll.“ Die Radstrecke gehört allerdings nicht zu seinen Favoriten. Das liegt vor allem an den „giftigen, kleinen Steigungen, vielen kleinen Stichen und Rampen“, die die Strecke nicht so rhythmisch machen.

Training in Alltag integriert

Dieses Jahr fühlt er sich nicht ideal vorbereitet. Der Grund dafür ist, dass er seit gut einem Jahr die Triathlon-Jugendabteilung des TV Bretten trainiert. Letztes Jahr hat er den Trainerschein gemacht, vorher schon oft ausgeholfen. Zusammen mit Steve Graham und Mirjam Leichsnering bereitet er die Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren auf Lauf- und Triathlon-Wettkämpfe vor. Dadurch fehlt ihm Zeit für eigene Einheiten. „Ich schau halt, dass ich das Training in den Alltag integriere.“ So läuft er bei Wind und Wetter, sommers wie winters von Neibsheim zu seiner Arbeitsstelle nach Bretten bei der Firma Neff, wo er in der technischen Planung tätig ist. Und natürlich auch wieder zurück. „Dann ist man schon mal 20 Kilometer gelaufen.“ Oder er fährt mit dem Rad. „Am Wochenende mache ich dann auch mal längere Einheiten. Im Winter etwa auf der Rolle daheim fünf Stunden, also etwa 200 Kilometer.“ Dazu spannt er sein Rad ein und kann dann mittels einer App online mit anderen oder gegen sie fahren.

"Inneren Schweinehund überwinden"

Was ihm an diesem Ausdauersport, bei dem die Athleten für Normalsterbliche unvorstellbar weite Distanzen zurücklegen, so gefällt? „Gerade das Lange daran gefällt mir so. Die Hochs und Tiefs, die man bei jedem Rennen durchlebt und dass man den inneren Schweinehund überwinden muss.“ Die Stimmung bei den Wettkämpfen findet er auch toll. „Es hilft zum Beispiel enorm, wenn man weiß, da vorne steht jetzt die Familie. Da reißt man sich zusammen und dann geht es auch wieder.“ Selbst wenn sein Sohn David, der beim Triathlon in Papas Fußstapfen tritt und jetzt mit gerade mal 14 Jahren schon in der Jugendliga in Baden-Württemberg startet, ihm bei einem Rennen mal vom Streckenrand aus zurief: „Papa, warum dauert das denn heute so lange?“

"Schon eine Art Sucht"

Der IRONMAN in Frankfurt am 30. Juni und der IRONMAN in Vichy am 28. August sind die Rennen, die er außer der Mitteldistanz im Kraichgau dieses Jahr noch machen wird. Bei beiden kann man sich auch für Hawaii qualifizieren. „Nach wie vor ein Ziel“ sei die Teilnahme in Kona, dem Inbegriff des IRONMAN. „Aber da müsste schon alles passen, müsste ich den perfekten Tag erwischen“, bleibt Jürgen Dulkies realistisch. „Die Zeiten, in denen ich besser werde, sind schließlich vorbei.“ Außerdem ist die Konkurrenz in seiner Altersklasse 45 bis 49, er wird im November 45, groß. „Solange die Knochen mitmachen“, und auch wenn er es in den Gelenken allmählich spürt, will er mit dem Triathlon und auch den Ultraläufen noch weitermachen. „Das ist schon eine Art Sucht.“

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