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Warum gesunder Schlaf so wichtig ist
Schlafstörungen stören mehr als nur den Schlaf

Wer gesund schläft, kann den Tag genießen. Ist der Schlaf gestört, kann das Dunkelheitshormon Melatonin – zugeführt in retardierter Form – die innere Uhr in Takt bringen.
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  • Wer gesund schläft, kann den Tag genießen. Ist der Schlaf gestört, kann das Dunkelheitshormon Melatonin – zugeführt in retardierter Form – die innere Uhr in Takt bringen.
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„Ein erholsamer, ungestörter Schlaf ist Grundlage eines gesunden Organismus'. Wie tiefgreifend der Zusammenhang zwischen Nachtruhe und sowohl körperlicher als auch mentaler Gesundheit ist, wird in den letzten Jahren durch Forschungen der sogenannten Chronobiologie immer deutlicher. Anhaltende Schlafstörungen können erhöhten Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Alzheimer und Demenz wenn nicht auslösen, so doch stark negativ beeinflussen. Melatonin, das berühmte „Dunkelheitshormon“, hilft in einer retardierten Zubereitungsform, die innere Uhr wieder in den Takt zu bringen und so zahlreiche Gesundheitsrisiken positiv zu beeinflussen.

Statistiken zeigen, dass etwa 40 Prozent der über 55-Jährigen an Schlafproblemen leiden. Etwa 30 Prozent dieser Altersgruppe weisen einen dauerhaften Bluthochdruck auf. Bestehen da Zusammenhänge, fragten sich Schlafforscher und kamen zu einem interessanten Ergebnis: Ein funktionierender Schlaf-/Wachrhythmus ist eine geradezu grundlegende Bedingung für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Natürlicher nächtlicher Blutdruckabfall schont Herz und Gefäße

Bei gesunden Menschen fällt der Blutdruck nachts um etwa 10 Prozent ab – sofern der Schlaf ungestört und in seinem Ablauf normal ist. Liegen jedoch Schlafstörungen vor, unterbleibt diese Absenkung. Statt sich zu erholen, schüttet der Organismus weiterhin Stresshormone wie Cortisol aus und belastet das Herz-Kreislaufsystem. Leider gibt es ebenfalls eine Wechselwirkung in die andere Richtung: Liegt dauerhafter Bluthochdruck vor, kann nur selten ein erholsamer, dem natürlichen Rhythmus entsprechender Nachtschlaf eintreten. Die dadurch ausgelöste Dauerbelastung von Herz und Gefäßen kann langfristig weitreichende Konsequenzen haben. So haben Bluthochdruckpatienten ein 1,59-faches Risiko für arterielle Erkrankungen, ein 1,36-faches für Herzinfarkt und ein 1,22-faches für Schlaganfall. Langfristige Schlafstörungen lassen zudem das Körpergewicht ansteigen – mit allen belastenden Auswirkungen. Selbst Diabetes und Krankheiten wie Alzheimer und Demenz werden mit Schlafstörungen in Zusammenhang gebracht.

Melatonin, das "Schlafhormon"

Forscht man nach den Ursachen von Schlafstörungen, fällt sehr schnell der Verdacht auf das häufig als „Schlafhormon“ bezeichnete Melatonin. Ein gesunder, erholsamer Schlaf – von Experten als „intakter circadianer Rhythmus“ bezeichnet – wird hauptsächlich durch dieses Hormon gesteuert. Bei einsetzender Dunkelheit wird es von der im Zwischenhirn liegenden Zirbeldrüse gebildet und löst im Normalfall eine gesunde Müdigkeit aus. Gegen Ende der zweiten Nachthälfte sinkt die Konzentration wieder ab, das Aufwachen wird eingeleitet. Untersuchungen zeigen, dass bei Bluthochdruckpatienten vielfach ein Mangel an Melatonin vorliegt. Wäre es dann nicht sinnvoll, Melatonin per Tabletten zuzuführen?

Melatonin zuführen? Auf die Zubereitung kommt es an

Grundsätzlich ist eine solche Zufuhr sinnvoll und auch vielversprechend für die Wiederherstellung des circadianen Rhythmus'. Allerdings, betont Heinz-Jürgen Träger, Arzt für Naturheilkunde und Allgemeinmedizin in Bad Mergentheim, muss diese Zufuhr die natürliche Melatoninproduktion sozusagen kopieren. Wenn die Versorgung nicht dem natürlichen nächtlichen Verlauf entspricht, kann dies eher nachteilige Wirkungen haben, betont der Experte und warnt gleichzeitig vor diffusen Internetpräparaten oder Drogeriemarkt-Angeboten mit teils unbekannter chemischer Struktur oder Herkunft. Die einzige Zubereitungsform, die während der Nacht eine gleichmäßige Freisetzung garantiert, wird in der Fachsprache als 'retardiert' bezeichnet. Und nur eine solche retardierte Freisetzung löst einen natürlichen, naturidentischen Schlaf mit allen seinen teils sehr unterschiedlichen Phasen aus. Häufig wird auch von einem „Chronotherapeutikum“ gesprochen, ein Mittel also, das den natürlichen Ablauf von Schlaf- und Wachphasen wiederherstellt.

Demenz- und speziell Alzheimerpatienten profitieren

Bereits frühzeitig fiel während der Erforschung von Demenz- und speziell Alzheimerpatienten auf, dass bei ihnen die Melatoninwerte häufig verringert waren. In Studien zeigte sich nun, dass Alzheimerpatienten, die über 24 Wochen mit retardiertem Melatonin behandelt wurden, eine deutlich verbesserte Gedächtnisleistung aufwiesen. Auch das Wach-/Schlafverhalten, das bei vielen Alzheimerpatienten zum Leidwesen von Angehörigen und Pflegepersonal komplett irregulär zu werden droht, konnte häufig wieder in normale Bahnen zurückgebracht werden.

Kein "Schlafmittel", sondern ein Zurück zur Normalität

Wichtig ist es zu verstehen, dass eine Therapie mit retardiertem Melatonin keinesfalls eine „Schlafmittel-Anwendung“ ist. Schlafmittel greifen häufig zentralnervös an, also mitten im Gehirn und schalten das Bewusstsein des Patienten sozusagen aus. Im Gegensatz dazu verhilft ein Chronotherapeutikum zu einem normalen, den Ansprüchen des Organismus' entsprechenden Schlafverhalten. Dies braucht Zeit. Obwohl die ersten Anzeichen einer Besserung recht schnell einsetzen, kann es durchaus etwa 14 Tage dauern, bis sich der Schlafrhythmus normalisiert. Circadiane Störungen und ihre vielfältigen Folgen sind meist komplexe Gesundheitsprobleme. Eine Therapie mit retardiertem Melatonin gehört trotz sehr guter Verträglichkeit grundsätzlich in die Hand eines Arztes.

Autor:

Kraichgau News aus Bretten

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