Augen schließen und genießen / Tilmann Oberbeck Trio war mit Chris Cheek als Gast gelungener Auftakt der Kraichtaler Jazztage

Tilmann Oberbeck am Bass und Chris Cheek, Saxophon
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Kleine Bühne und großer Jazz kennzeichneten das Eröffnungskonzert der diesjährigen Kraichtaler Jazztage im Kulturtreff in Unteröwisheim. Drei smarte Jungs, Bela Meinberg am Flügel, Jan-Phillip Meyer am Schlagzeug und Tilmann Oberbeck am Bass, boten zusammen mit Chris Cheek aus New York am Saxophon als Gast hervorragende Jazzimprovisationen.

Oberbeck hatte mit dem Konzert ein Heimspiel, stammt er doch aus Unteröwisheim, hat sich aber bereits eine beachtliche Anerkennung erworben mit Erfolgen in der großen weiten Jazz-Welt. Grundlage für das Konzert waren überwiegend eigene Kompositionen von Tilmann Oberbeck und Bela Meinberg sowie von Chris Cheek. Aber auch Klassiker waren vertreten und Paul McCartney mit "Here and there and everywhere". Die Zuhörer bekamen ruhige balladenartige Stücke zu hören, treibenden Swing mit hohem Tempo und ruhigen Blues mit ausgeprägtem Rhythmus. Die Musiker boten eine exzellente Leistung, und das bei den schweißtreibenden Temperaturen, die im Kulturtreff herrschten. Es war faszinierend zu beobachten und zu erleben wie sie miteinander mit ihren Instrumenten kommunizierten und sich aufeinander einstellten; wie sich Solos und gemeinsames Spiel abwechselten und welch musikalisches Können sie dabei präsentierten. Es war zu spüren, dass die drei Jungs an Bass, Flügel und Schlagzeug seit zwei Jahren zusammenspielen und eine gewachsene Einheit bilden. Chris Cheek war die ideale Ergänzung dazu.

Vier außergewöhnliche Jazzer begeistern die Zuhörer

Bela Meinberg steuerte am Flügel die Melodieführung bei und stellte die Themen vor. Sein akkurates Spiel mit leichter Hand und oft hohem Tempo begeisterte die Zuhörer, die bei ihm und auch bei den anderen Musikern immer wieder "Szenenapplaus" gaben nach den Solos. Zwischendurch wechselte Meinberg, um der Klangvielfalt willen, auch mal zur Melodica, die er ebenfalls virtuos beherrschte. Tilmann Oberbeck gab mit seinem Bass im "Untergrund" den Rhythmus vor und riss die Gruppe mit. Seine Spielweise auf den dicken Basssaiten mit perfekter Technik bei hohem Tempo und langen Solos war sehr beeindruckend. Der Mann am Schlagzeug, Jan-Phillip Meyer, war ein idealer Begleiter mit seinem äußerst variantenreichen Spiel. Mal streichelte er die Becken oder tippte sie nur an, dann bearbeitete er die Toms mit Rasanz und großer Leidenschaft, verwendete Sticks, Besen und Filzschlägel. Dies ergab eine erstaunliche Klangvielfalt zusätzlich zu den straffen Rhythmen, die er konsequent durchhielt. Chris Cheek brachte in das Konzert seine ganze Erfahrung als Jazz-Musiker ein. Er wechselte immer wieder zwischen dem hellen Klang des Sopran-Saxophons und dem satten Sound des Tenor-Instrumentes und war die ideale Ergänzung mit seinen Interpretationen der Jazzstücke, auch der Kompositionen von Oberbeck und Meinberg. "Wir fühlen uns geehrt, wenn ein Meister wie Chris Cheek, unsere Kompositionen auf diese Weise veredelt und Wert schätzt", sagte Tilmann Oberbeck. Und so mancher Besucher schloss die Augen und genoss.

Das erste Konzert machte Lust auf mehr - Drei Konzerte stehen noch aus

Das Konzert im Kulturtreff war ein gut besuchter und gelungener Appetitanreger für die weiteren drei Konzerte der Kraichtaler Jazztage, die dann alle in der Alten Kelter von Bahnbrücken stattfinden am 30. Juni sowie am 1. und 8. Juli. Weitere Informationen bieten die Homepage www.kraichgaujazz.de und die Terminhinweise in dieser Zeitung.

Tilmann Oberbeck am Bass und Chris Cheek, Saxophon
Tilamnn Oberbeck Trio mit Bela Meinberg (Flügel), Tilmann Oberbeck (Bass) und Jan-Phillip Meyer (Schlagzeug) mit Chris Cheek ( Saxophon) als Gast

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