Scharfe Kritik an Behörden von Bündnis90/Die Grünen
"Abwässer von Suez verdrecken regelmäßig die Salzach"

Die Freilagerflächen von Suez.

Bretten/Ölbronn-Dürrn/Maulbronn (kn) Die Brettener Grünen üben gemeinsam mit den Parteikollegen aus Ölbronn-Dürrn scharfe Kritik im Zusammenhang mit dem Entsorgungsunternehmen Suez. So würden "Abwässer aus den Lagerflächen der Suez am Maulbronner Westbahnhof" regelmäßig die Salzach verdrecken, heißt es in einer Mitteilung der Brettener Gemeinderatsfraktion. Und weiter: "Seit der Betriebsaufnahme der Firma Suez im Gewerbegebiet Erlen am Maulbronner Westbahnhof, das zur Gemeinde Ölbronn-Dürrn gehört, wird die Salzach, die über Ruit nach Bretten fließt, bei jedem mittleren Regenereignis massiv verschmutzt. Ursache sind die im Freien gelagerten Kunststoff-, Altglas und Papierabfälle aus der Wertstofftonne, die bei Niederschlägen ausgewaschen werden." Dadurch gelange verschmutztes Oberflächenwasser in den angrenzenden Bach.

Filteranlage ist "hoffnungslos überfordert"

Dieses Oberflächenwasser werde zwar teilweise in einen sogenannten Bodenretentionsfilter („Schilf-Kläranlage“) eingeleitet. "Der ist damit aber hoffnungslos überfordert", so der Brettener Fraktionssprecher der Grünen, Otto Mansdörfer. Dieser Bodenretentionsfilter gehöre dem Abwasserverband Weißach- und Oberes Saalbachtal. "Aus kleinen Anfängen heraus entstand ein Gewerbegebiet mit einer Fertighaus-Produktion. In diesen Zeiten reichte der Bodenretentionsfilter für die anfallenden Dachabwässer wohl zunächst aus", blicken die Grünen zurück. "Dann übernahm die vergleichsweise kleine Entsorgungsfirma Pfitzenmeier & Rau das Gebiet. Mit dem Verkauf an die Suez hielten jedoch ganz andere Dimensionen Einzug." Nicht nur Dachabwässer, sondern das stark verschmutzte Oberflächenwasser aus den unter freiem Himmel gelagerten Abfällen würden direkt im Bach und indirekt im Filterbecken gelandet.

"Mühlbach wird zur Kloake"

Der Bodenretentionsfilter sei nach Aussagen des Gutachters ISW Ingenieurberatung für Siedlungswasserwirtschaft dafür technisch weder geeignet noch zugelassen. "Zum anderen sind es die schlichten Mengen, die den Filter überfordern", erklärt Mansdörfer weiter. Wie jede Abwasseranlage habe er einen Überlauf in den Vorfluter. Damit werde regelmäßig der vorbeifließende Mühlbach, der bei der Stadtbahnhaltestelle Kleinvillars in die Salzach münde, zur Kloake. "Im Weiteren wird also die Salzach mit der Schmutzfracht belastet." Entlang des Gebiets „Erlen“ verlaufe zwar auch ein Abwassersammler des Abwasserverbands Weißach- und Oberes Saalbachtal. Er diene aber lediglich der Schmutzwassererfassung aus den Gebäuden und könne das verschmutzte Oberflächenwasser bei weitem nicht fassen, so die Grünen.

"Multiples Behördenversagen"

"Nach unserer Einschätzung liegt hier ein multiples Behördenversagen vor, kein primäres Verschulden der Suez: Die Gemeinde Ölbronn-Dürrn betreibt ein Gewerbegebiet ohne ausreichende Abwasserentsorgung. Es wurde offensichtlich eine Entwässerungsgenehmigung für Suez durch übergeordnete Behörden erteilt, obwohl die technische Grundlage, nämlich eine ausreichende Kanalkapazität, fehlt", urteilen die Grünen scharf. Der Abwasserverband stehe dabei auf dem Standpunkt, die ausreichende Kanalisierung eines Gewerbegebiets sei Aufgabe der Gemeinde Ölbronn-Dürrn. "Nichts desto weniger ist einmal der überforderte Bodenretentionsfilter Eigentum des Abwasserverbandes. Zum anderen ist ohne den vorbeiführenden Verbandssammler eine Lösung des Problems kaum vorstellbar", wendet die Fraktion ein.

"Schwarze-Peter-Spiel der Behörden sofort beenden"

Im Ergebnis des gemeinsamen „Wegsehens“ werde die Umwelt massiv verschmutzt. Bei jedem mittleren Regen ergieße sich eine Schmutzwoge bis herunter nach Bretten, wo zwar Salzach und Saalbach das Abwasser verdünnten, die ausgewaschenen Schadstoffe verblieben aber im Gewässer, statt in der Kläranlage zu landen. "Eine Lösung könnte eine erhebliche Aufdimensionierung des Verbandssammlers sein und der Anschluss des Oberflächenschmutzwassers an diesen Kanal." Die Grünen drängten nun darauf, das Schwarze-Peter-Spiel der Behörden sofort zu beenden und das Problem zeitnah zu lösen.

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