Wettlauf mit der Zeit um beste Qualität / Diesjährige Weinlese ist sehr früh und beeinträchtigt vom Wetter

Handarbeit: Beim "Herbschte" ist jede Hand gefragt, um die Ernte rechtzeitig einzubringen.
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Bei den Weingütern Niwenburg und Klenert in Kraichtal ist das "Herbschte" immer noch Familienarbeit und ein Ereignis, auf das alle hinfiebern. Es ist ein großartiges Gefühl, die vollen Trauben abzuschneiden, in der Hand zu halten und zu sehen, wie sich die Eimer füllen. Dazwischen gibt es eine Weinbergvesper oder ein gemeinsames Mittagessen im Freien - eigens in den "Wengert" gebracht. "

Doch in diesem Jahr war vieles anders", berichten die beiden jungen Winzer Dominik Zorn und David Klenert. "Durch die Frosteinbrüche zur Osterzeit haben wir weniger Lesegut", sagt Dominik Zorn. "Ein Teil der Tanks wird wohl leer bleiben." "Die verbliebenen Trauben wurden früher reif und wir mussten vorzeitig mit der Ernte beginnen", sagt David Klenert.

"Dieses Jahr war vieles anders"

"Wir sind schon fertig zu einer Zeit als wir im Vorjahr erst angefangen haben zu 'herbschte'. Und alles musste sehr schnell gehen, da die Trauben bereits am Stock begonnen haben zu faulen." Dann hatte die große feste Traube in der Hand auf einmal auf der Rückseite viele angefaulte Beeren und große Teile waren nicht mehr zu verwenden. Die Nächte im September seien zu warm gewesen und die Tage zu feucht, erklärt Klenert. Dies habe die Fäulnisbildung gefördert. "Wir legen größten Wert auf die Qualität unserer Weine", sagen Zorn und Klenert. "Da haben faule und überreife Beeren im Eimer nichts verloren." Dementsprechend zeitaufwendig ist die diesjährige Lese, weil die Helfer schon im Weinberg aussortieren müssen.

Zeitaufwendige Weinlese

Beide Winzer setzen auch einen Vollernter ein ergänzend zur Handlese. Dieser schüttelt die Beeren von den Weinstöcken und sammelt sie in einem Auffangbehälter. Um aber auch hier die gewünschte Qualität zu erhalten, ist es unerlässlich, kurz vor dem Einsatz des Vollernters die Reihen durchzugehen und alle unerwünschten Trauben herauszuschneiden. "Dies ist aber immer noch schneller als wenn man alles mit der Hand erntet", sagt Klenert. "In diesem Jahr zählte jeder Tag, ja fast jede Stunde, wenn man an die Regeneinbrüche während der Lese denkt." So war die Weinlese 2017 kein beschauliches Ernten, bei dem man sich lange (Vesper-)Pausen gönnen konnte oder gar einen "Kellertag" bis die nächste Rebsorte an die Reihe kam.

Auf jeden Tag kam es an

"Diesmal musste alles zur selben Zeit passieren", sagt Zorn. Da wurde der Winzer zum Organisator und Manager. Oft sah man dann David Klenert mit dem Handy im Weinberg, um seine Helfer einzuteilen und um die Fahrzeuge für den Abtransport oder den Vollernter an die richtige Stelle zur richtigen Zeit zu dirigieren. Klenert ist im Gegensatz zu Zorn auf einen bestellten Vollernter angewiesen, der für viele Winzer unterwegs ist und deshalb nur beschränkte Zeitkontingente hat. Dennoch sagt Klenert: "Der Vollernter hat uns in diesem Jahr die Ernte gerettet."

Die Qualität stimmt und die Menge wird auch reichen

Nun blubbert bereits der erste Wein in den stählernen Tanks und man kann den süßen Most, den neuen Wein oder auch "Federweißen" und "Roten Sauser" probieren. Noch schmeckt er zuckersüß, doch mit fortschreitender Gärung gewinnt er an Alkoholgehalt und nimmt den gewünschten typischen Geschmack an von Grauburgunder oder Auxerrois, von Rivaner oder Chardonnay, von Spätburgunder oder Dornfelder. Dann entstehen auch die Cuvées, bei denen sich die Stärken mehrerer Rebsorten verbinden zu einem neuen Ganzen, zu einer neuen noch besseren Komposition nach der Kunst des Winzers im Keller. "Die "Qualität stimmt", sagen beide Winzer. "Und die Menge wird auch ausreichen." Der Weingenuss ist bei beiden Weingütern jedenfalls auch für 2018 gesichert, wenn der 2017er Jahrgang in den Verkauf geht.

Handarbeit: Beim "Herbschte" ist jede Hand gefragt, um die Ernte rechtzeitig einzubringen.
Der Vollernter, hier im Weingut Niwenburg, hat die Ernte gerettet.

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