„Keiner war unvorsichtig“
Zwei Todesfälle durch Coronavirus im Pflegeheim in Neibsheim

 Im Pflegeheim Schönblick in Bretten-Neibsheim gibt es bisher acht bestätigte Corona-Fälle und auch schon zwei Todesfälle.
  • Im Pflegeheim Schönblick in Bretten-Neibsheim gibt es bisher acht bestätigte Corona-Fälle und auch schon zwei Todesfälle.
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Bretten-Neibsheim (ger) Im Pflegeheim Schönblick in Bretten-Neibsheim gibt es bisher acht bestätigte Corona-Fälle und auch schon zwei Todesfälle. Diese traurige Nachricht hatte der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 31. März, verkündet. Clarita Kosel, die gemeinsam mit ihrem Mann Udo Kosel das Heim leitet, bestätigte dies auf Nachfrage der Brettener Woche/kraichgau.news und erklärte: „Die Verstorbenen waren schon zuvor schwer krank.“

„Keiner war unvorsichtig“

Das Pflegeheim hat rund 200 Bewohner und 160 Mitarbeiter. „Wir wissen nicht, wer das Virus eingeschleppt hat“, sagt Kosel. „Keiner war unvorsichtig.“ Alle Angehörigen von Betroffenen seien inzwischen informiert worden. Sie habe zudem das komplette Besuchsverbot sofort umgesetzt und auch  zuvor habe es schon starke Besuchseinschränkungen gegeben. Soweit dies möglich ist, dürfen sich die Bewohner schon länger nur noch auf den Zimmern aufhalten, Speisesaal und Cafeteria sind geschlossen, es gibt keine Aktivitäten wie Basteln oder Sport mehr. Die Heimleitung steht im engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht.

Es mangelt an Schutzausrüstung

Kosel prangert indes die schlechte Verfügbarkeit von Schutzartikeln an. In Ermangelung von Schutzkleidung hätten die Mitarbeiter aus Plastiksäcken selbst Schutzkittel hergestellt. Angehörige nähten Schutzmasken. In einer Apotheke habe sie zudem Desinfektionsmittel herstellen lassen. Kosel ist nach eigenen Angaben in diesen Tagen um jeden Mitarbeiter froh, der weiterhin kommt. „Ich mache mir große Sorgen um die Bewohner, aber auch um unsere Mitarbeiter“, sagt sie. Fieber messen gehört für das Personal, aber auch für die Bewohner zu den täglichen Maßnahmen, aber auch das ist schwierig, weil es keine Stirnthermometer mehr gibt. In diesen Zeiten sei sie dankbar über jede Form der Unterstützung: „Unsere Hausärzte unterstützen uns hervorragend. Ich war aber auch schon glücklich über den Lieferanten, der mir hundert Rollen Toilettenpapier gebracht hat.“ Im Brief an alle Angehörigen schreibt sie: "Es ist schwer zu sehen, wie Sie als Angehörige nicht mehr ins Haus dürfen und Dinge, die Sie für unsere Bewohner bringen, vor der Eingangstür abstellen. Wir leiden mit, wenn bei dem Mitgebrachten ein Kärtchen, ein Blumenstrauß mit guten Wünschen dabei ist und wir beim Übergeben mittlerweile merken wie es die Bewohner auch traurig macht, dass sie keinen Besuch empfangen dürfen." 

Mehr finden Sie auf unserer Themenseite Coronavirus.

Autor:

Katrin Gerweck aus Bretten

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