„Slam im Park“ 2018: Publikum feierte im Stadtpark die Sprachakrobaten

Die Besucher hatten ihren Spaß beim zweiten Slam im Park.
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In stimmungsvoller Atmosphäre und mit großer Publikumsbeteiligung ist gestern Abend der von der Brettener Woche, kraichgau.news und der Stadt Bretten veranstaltete Dichterwettstreit "Slam im Park" über die Bühne gegangen. Es war bereits die zweite Auflage des von der Brettener Woche initiierten Poetry Slam im Rahmen der im Brettener Jubiläumsjahr 2017 neu geschaffenen Veranstaltungsreihe "Sommer im Stadtpark".

Bretten (hk) Neun Poetinnen und Poeten erweckten am vergangenen Samstagabend ihre Texte zum Leben, als der „Slam im Park“ 2018, veranstaltet von der Brettener Woche in Kooperation mit der Stadt Bretten, an den Start ging. Mehr als 500 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen im Stadtpark in Bretten in den Genuss des Dichterwettstreits, der sich aus einem hochkarätigen Teilnehmerfeld zusammensetzte. Alle Slammer erhielten jeweils ein Startgeld in Höhe von 50 Euro, gesponsert von der Firmengruppe Wolfmüller. Einige der schwungvollsten Momente des Abends gelangen dem aus Bruchsal stammenden Rapper Jay Farmer, der vor Beginn des Slams eine Hip Hop-Perle nach der anderen zum Besten gab und sein Charity-Projekt "Punchlines 4 Sunshine" vorstellte.

385 Euro für "Punchlines 4 Sunshine"

Spenden in Höhe von 385 Euro kamen im Laufe des Abends für das Projekt zusammen; es kann weiterhin mit dem Verwendungszweck "Punchlines 4 Sunshine" an die Deutsche Kinderkrebsstiftung (IBAN DE15 3708 0040 0055 5666 12) gespendet werden. Souverän durch den Abend führte Moderatorin Deborah Ravell. Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Martin Wolff, erklärte Deborah Ravell die Regeln. Beim „Slam im Park“ bestimmte, wie bei Poetry Slams üblich, das Publikum den Sieger. In der Vorrunde konnten 20 zufällig ausgewählte Jurorinnen und Juroren per Punktwertung von eins bis zehn den Auftritt der Slammer direkt im Anschluss ihres Vortrages bewerten. Die drei Teilnehmer mit den meisten Punkten durften im Finale noch einmal einen zweiten Text vortragen.

„Heute ist gar nicht so spät. Ich glaube, ich gehe jetzt meine Oma anrufen.“

Den Auftakt der Slams machte Marcoo Valentínoo aus Marburg. Mit seinem Text „Keine Zeit“ sprach Marcoo über ein Merkmal unserer modernen Gesellschaft: „Mensch hat keine Zeit zum Leben, also lebt Mensch nicht.“ Zum Schluss legte Marcoo jedem ans Herz, ein bisschen Zeit zu schenken: „Heute ist gar nicht so spät. Ich glaube, ich gehe jetzt meine Oma anrufen.“ Yvonne Leoni aus Mühlacker trug eine Geschichte darüber vor, wie Kater Justus zu ihr kam. „Wir alle bekamen ein Reaktionsvermögen, das sich sehen lassen konnte – Justus sei Dank“, erzählte Leoni. Carolin Riese aus Efringen-Kirchen regte mit ihrem Text zum Nachdenken an: Auch wenn das Leben oft sinnlos erscheint, so kommt der Tag, an dem einem bewusst wird, dass das Leben lebenswert ist – so lautete ihre Erkenntnis. Angela „Alles klar“ aus Heidelberg hatte ein ähnliches Thema im Gepäck. Wie ein Paukenschlag ließ ihr Text die Zuschauer wissen: Nur man selbst hat das eigene Leben in der Hand.

Wortakrobatik vom Feinsten

Sybille Gogeißl aus Kuppenheim nutzte ihren mundartlich vorgetragenen Beitrag dazu, um ihrem Groll über Dinge, die ihr im Alltag begegnen, Luft zu machen: „Ich sehe nicht mehr ein, warum ich im September wegen der Kinder keinen Lebkuchen essen soll – wenn doch für die verwöhnten Gören inzwischen bald das ganze Jahr Weihnachten ist“, sagte sie. Slammer „Wortkauz“ dagegen vollführte mit seinem Text „Poethanol“ eine Wortakrobatik, die an diesem Abend ihresgleichen suchte. Auch Kandidatin Christiane Stork spielte mit Worten, als hätte sie ihr ganzes Leben nichts anderes getan: „Aber mit goldenen Ketten und Ringen belegt und angesichts seiner protzigen Akku-Punkt-Uhr stellte sich die Frage, trägt er die Uhr oder trägt die Uhr-ihn.“ Auch wenn Teilnehmerin Kiara Scheib aus Pfinztal eine echte Premiere hinlegte – es war schließlich ihre erste Teilnahme an einem Poetry Slam – war ihr die Nervosität kaum anzumerken. Stattdessen stimmte sie mit Bravour ein lyrisches „Loblied“ an ihre beste Freundin an.

Christiane Stork geht als Gewinnerin hervor

Die Überraschung des Abends gelang der Teilnehmerin Ida Vogt aus Bretten. Sie war mit 87 Jahren nicht nur die älteste Teilnehmerin, sondern auch die Mutigste. Ganz spontan entschied sie sich, am Dichterwettstreit teilzunehmen. Im Finale trafen sich Wortkauz, Angela „Alles klar“ und Christiane Stork wieder. Nachdem alle drei noch einmal einen Text vorgetragen hatten, wurde der Applaus bewertet. Als Gewinnerin ging so Christiane Stork hervor.

Alle Fotos: ch

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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