Brettener Grüne: Sozialer Wohnungsbau in Gölshausen ist "brachial statt sozial"

Auf diesem Gelände Am Knittlinger Berg in Gölshausen sollen vier Gebäude mit Sozialbauwohnungen entstehen.
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  • hochgeladen von Christian Schweizer

Die Gemeinderatsfraktion von Bündnis90/Die Grünen hat den geplanten Bau von Sozialwohnungen am Knittlinger Berg in Gölshausen scharf kritisiert. Die Fraktion nennt die Pläne "brachial statt sozial".

Gölshausen (kn) Die Gemeinderatsfraktion von Bündnis90/Die Grünen hat den geplanten Bau von Sozialwohnungen am Knittlinger Berg in Gölshausen (wir berichteten) scharf kritisiert. "Viele Jahre wurde in Bretten das Thema sozialer Wohnungsbau und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ignoriert. Jetzt soll dem Mangel an günstigen Wohnungen mit dem Bebauungsplan 'In den Langwiesen' am Knittlinger Berg möglichst schnell und möglichst massiv abgeholfen werden", erklärt die Fraktion in einer Presseerklärung.

"Gebiet liegt isoliert am Rande von Gölshausen"

Das Gebiet sei wenig attraktiv und liege, trotz der Nähe zur S-Bahn, isoliert am Rande von Gölshausen, so die Grünen. "Nach den Erfahrungen anderer Städte und Gemeinden sind dies denkbar schlechte Voraussetzungen für die Schaffung von sozial durchmischten Wohnlagen, wie sie für ein gedeihliches Miteinander als unabdingbar gelten." Die Grünen hätten daher viel Verständnis für die Position von Manfred Hartmann, Ortsvorsteher von  Gölshausen, der aus guten Gründen ein Wohnprojekt in dieser Dimension vermeiden wolle.

Begrenztes Verständnis für Verwaltung

Für das Handeln der Verwaltung in diesem Fall zeigt die Fraktion dagegen wenig Verständnis. "Wir haben ein begrenztes Verständnis für die Verwaltung, die mit ausgesprochenem Tunnelblick ein Projekt der Städtischen Wohnungsbau durchpauken will – weil sie bisher nicht bereit ist, beim geförderten Wohnungsbau einen breiteren Ansatz zu fahren." Erst in der letzten Gemeinderatssitzung habe der Brettener Oberbürgermeister Martin Wolff ein erstes Rauchzeichen für das vom Gemeinderat verlangte Wohnraumförderungsprogramm gegeben. Das sei spät, aber dennoch lobenswert. Das Grundgesetz verlange, "dass der Gebrauch des Eigentums der Allgemeinheit dienen soll", erklären die Grünen in ihrer Mitteilung weiter. "Beim Sozialen Wohnungsbau muss man diesem Prinzip mit Fördermitteln auf die Sprünge helfen. Das tut das Land, das tun verschiedene Städte – und sie sind dabei erfolgreich." So entstehe geförderter Wohnraum, fein dosiert über die Stadt verteilt.

"Es wird an einer Stelle massiv geklotzt"

In Bretten passiert nun nach Auffassung der Grünen genau das Gegenteil: "In Bretten hat jetzt eine Mehrheit, im Wesentlichen aus CDU und aktiven, auf Empfehlung der Verwaltung das Gegenteil beschlossen: Es wird an einer Stelle massiv geklotzt." Die Grünen hatten dagegen in der Gemeinderatssitzung vom 23. Januar beantragt, die Bauweise am Knittlinger Berg auf zwei Wohngeschosse zu reduzieren, mit der Option, bei einer späteren Neustrukturierung des Gesamtareals die Gebäude aufstocken zu können. "Aus unserer Sicht wäre damit die Balance zwischen weniger Verdichtung einerseits und der Notwendigkeit, sozialen Wohnungsbau zu realisieren andererseits, gelungen", sagt Grünen-Stadträtin Ute Kratzmeier. Und weiter: "Mit dem reduzierten Bauvolumen hätte Gölshausen wohl leben können." Das Argument, dass sich das Vorhaben dann nicht mehr rechne, halten die Grünen für vorgeschoben, "denn einen sozialen Wohnungsbau, der sich ohne Förderung rechnet, gibt es nicht". Was sich aber langfristig auszahle, sei eine sozial verträgliche Stadtplanung.

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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