Gemeinderatssitzung vom 10. Juli 2017: Städtebauliches Konzept für Sporgasse beschlossen

Der Vollständigkeit halber dokumentieren wir im Folgenden unseren zeitweise nicht online verfügbar gewesenen Bericht vom 12. Juli 2017:
Die Bebauung des Sporgassen-Areals hat in der Sitzung des Gemeinderats am 10. Juli 2017 für Diskussionen gesorgt. Am Ende stimmte der Rat mehrheitlich für das städtebauliche Konzept der Variante B als Grundlage für „die weiteren Verfahrensschritte der städtebaulichen Entwicklung des Sporgassenareals”, wie es in der Vorlage heißt.

BRETTEN  Die Bebauung des Sporgassen-Areals hat in der Sitzung des Gemeinderats am 10. Juli 2017 für Diskussionen gesorgt. Am Ende stimmte der Rat mehrheitlich für das städtebauliche Konzept der Variante B als Grundlage für „die weiteren Verfahrensschritte der städtebaulichen Entwicklung des Sporgassenareals”, wie es in der Vorlage heißt. Die Variante, die in Baufeld I und II unterteilt ist, sieht auf der Sporgasse unter anderem die Errichtung eines Platzes mit Freitreppe vor, der sich auf rund 1.750 Quadratmetern erstrecken soll und zur Hangkante hin geöffnet ist. Im westlichen Baufeld I, das als erstes gebaut wird, soll dabei das Ärztehaus, mit einer Nutzfläche von 1.750 Quadratmetern, die Stadtbücherei mit 600 Quadratmetern Nutzfläche und eine Tiefgarage mit zwei oder drei Ebenen und dementsprechend zwischen 120 und 180 Stellplätzen entstehen. In Baufeld II würden sich dann laut dem Architektenbüro Baldauf 60 Wohneinheiten realisieren lassen. Alternativ lasse sich im westlichen Bereich des Baufelds II ein eventuelles Pflegeheim mit 45 Plätzen verwirklichen.

Man sei zwar mehrheitlich froh, dass die Entwicklung der Sporgasse vorankomme und stimme der Variante B zu, betonte CDU-Sprecher Günter Gauß, dennoch sehe man die Vier- bis Fünf-Geschossigkeit der Gebäude kritisch. Dieser Kritik schloss sich auch Grünen-Sprecher Otto Mansdörfer an und verpackte die Kritik seiner Fraktion gleich in drei Anträge. Zum einen solle es auf der Ebene des Promenadenwegs nur dreigeschossige Gebäude geben. Zum anderen stellte Mansdörfer den Antrag, auf dem Sporgassen-Areal mit geneigten Dächern und nicht mit Flachdächern zu arbeiten. Der letzte Antrag betraf die ursprünglich eingeplanten Kurzzeitparkplätze auf dem neuen Platz. Diese sollten dort gestrichen werden, so Mansdörfer. Mit einer Mehrheit wurden die Anträge vom Rat beschlossen und werden als Änderungen in die abschließenden Rahmenplanungen aufgenommen.

Ein Antrag der SPD-Fraktion, auch eine Markthalle in die Planungen mit aufzunehmen, wurde dagegen mehrheitlich abgelehnt. Kritik am Beschluss zur Drei-Geschossigkeit kam von Professor Gerd Baldauf. Wenn man die große Nachfrage nach Wohnraum ausreichend bedienen wolle, dann müsse man in die Höhe bauen, wolle man nicht die Natur angreifen.

Umstritten war einmal mehr auch der geplante Bau eines Ärztehauses auf der Sporgasse. Zustimmung kam dabei von der CDU. „Der Standort Rechberg ist gut für spezialisierte Ärzte. Hausärzte und Internisten sind in der Innenstadt aber besser aufgehoben”, so Gauß. Zuspruch aus verschiedenen Fraktionen erhielt die Idee, dem Kind Ärztehaus einen anderen Namen zu geben. So sei, laut Jörg Biermann, Sprecher der aktiven, der Name Ärzte- und Dienstleistungszentrum denkbar. Zustimmung gab es dafür von der SPD. Wenn das Ärztehaus in Dienstleistungszentrum umfirmiert werde, könne die SPD den Vorschlag mitgehen, so Knauss. Entspannter sah Heidemarie Leins, Sprecherin der Freien Wähler, die Situation um das geplante Haus. „Aus dort nicht genutzten Praxen, lässt sich auch sehr schnell wieder Wohnraum entwickeln.”

Diskussionen löste auch der Vorschlag aus, die Stadtbücherei von ihrem jetzigen Standort in der Unteren Kirchgasse auf das Sporgassen-Areal zu verlegen. „Die Bibliothek platzt an ihrem derzeitigen Standort aus allen Nähten”, betonte Oberbürgermeister Martin Wolff. Auf dem Sporgassen-Areal könne man mit einem Neubau einen komplett barrierefreien Ort der Begegnung schaffen. „Unsinnige Kosten und geringer Nutzen”, beschied dagegen Stadtrat Gauß dem Vorhaben. Unterstützung erhielt Wolff dagegen von Mansdörfer, der betonte: „eine moderne Bibliothek ist ein Ort wo Leben ist.”

Leben soll nun auch in die Planung des Sporgassen-Projekts kommen. Nach der abschließenden Rahmenplanung soll ein Investorenauswahlverfahren gestartet werden. Dabei ist die Vergabe des Gesamtprojekts an einen Investor oder aber die Vergabe einzelner Projekte auf dem Areal an mehrere Investoren möglich. Danach wird es einen europaweiten Architektenwettbewerb für die Gestaltung geben und schließlich ein städtebaulicher Vertrag zwischen dem Investor und der Stadt geschlossen werden. Parallel laufe dann das Bebauungsplanverfahren, so Baldauf, der dafür plädierte, einem oder mehreren möglichen Investoren keine zu engen Grenzen bei den Planungen zu stecken. „Man muss den Investoren auch Spielraum lassen.”

Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Themenseite Sporgasse

Autor:

Chris Heinemann aus Bretten

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