Leserbrief zur B35/B294-Umgehung-Entscheidung des Landes Baden-Württemberg

Leserbrief zur B35/B294-Umgehung-Entscheidung des Landes Baden-Württemberg.

Bretten. Mit großer Freude habe ich aus der Presse entnommen, dass die Ortsumfahrungen im Zuge der B 35/ B 294 um Bruchsal, Bretten und Neulingen in die höchste Dringlichkeitsbewertung gekommen sind. Sie dürfen nun bis 2025 ausgeplant werden. Damit entsteht für diese Gemeinden seit über 40 Jahren endlich Planungssicherheit für die Fortschreibung ihrer Flächennutzungsplanungen und der Entwicklung von innerörtlichen, integrierten Verkehrskonzepten als Grundlage aller Stadtentwicklungsüberlegungen.

Als Stadtplaner, der auch Regionalplanung studiert hatte, habe ich seit 1974 bei der Stadtplanung Bretten die gesamte Region um Bretten mit im Auge gehabt. Die Geschichte hat gelehrt, dass Menschen und Völker, die miteinander Handel getrieben haben, nicht miteinander im Krieg standen. Wir werden weder die heutige Globalisierung noch den weltweiten Handel rückgängig machen können, auch wenn dies einige glauben. Wirtschaft und Handel brauchen daher leistungsfähige Verkehrswege für die durch das Wachstum der Weltbevölkerung und höhere Ansprüche weiter wachsende Weltwirtschaft. Diese sollen heute nun aber nicht mehr in historische Innenstädte führen, wie es bis zur Industriealisierung von Marktplatz zu Marktplatz üblich und erforderlich war.

Schon bei der Aufstellung des ersten Flächennutzungsplanes ( FNP ) für die gerade durch die Verwaltungsreform 1975 geborene Große Kreisstadt Bretten war das Ergebnis des ersten Generalverkehrsplanes in Form einer großen Südumgehung um Bretten und Gölshausen eingeflossen, die der Gemeinderat so beschlossen hatte. Diese Freihalte-Trasse wurde dann aber von der Genehmigung ausgenommen, weil der Bund als Straßenbaulastträger erklärt hatte, dass er nach der vorhandenen Nordumgehung der B 35 nie eine zweite im Brettener Süden bauen werde. Daraufhin war sich die Stadt Bretten mit dem Regionalverband und der Abteilung Straßenbau im Regierungspräsidium einig, bei der Fortschreibung des FNP eine Südwest-Umgehung der Kernstadt im Zuge der B 294 freizuhalten. ( siehe Anlage )

Erst durch die Pressemeldung am 28.3.2016, dass die drei Ortsumgehungen im Zuge der B 294 / B 35 in die vorderste Dringlichkeit des Bundes-Verkehrswegeplanes gekommen waren und durch den eindeutigen Beschluss des Brettener Gemeinderates gegen die drei Stimmen der Grünen für eine Umgehung von Bretten am 25.7.2017 waren endlich die Voraussetzungen gegeben, dass das Land Baden-Württemberg für den Straßenbaulast-Träger Bund endlich die Planungsfreigabe machen konnte.

Nachdem sich Bruchsals Oberbürgermeisterin schon am 23.3.18 über die Umsetzung der Planung bis 2025 freute "Unser Aufwand hat sich gelohnt", ist jetzt auch OB Wollf am 23.3 nachgezogen und freut sich in einem Eigenartikel, "dass Bretten bei der Umsetzung der Planungen weit oben steht". Gekämpft haben dafür aus meiner Sicht aber andere. Noch am 16. Juli 2015 hat sich OB Wolff mit einer Aussage vom grünen Verkehrsminister Hermann zufrieden gegeben, dass "… es 50 Jahre dauern wird, um bereits planfestgestellte Projekte…..umzusetzen".

Gunter Lange
Bretten

Autor:

Christian Schweizer aus Bretten

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