Gemeinsame Stellungnahme zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März
Mitmenschlichkeit und Menschenwürde achten

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BRETTEN/REGION (kn) Der 21. März wurde bereits 1979 von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Tag zur Überwindung der Rassendiskriminierung" proklamiert. Das Datum geht auf das Massaker von Sharpeville 1960 in Südafrika zurück, als eine große Menschenmenge gegen die Apartheid-Gesetze protestierte. Heute erleben wir wieder und immer noch auch in Deutschland rassistische Terrorattacken vor allem gegen jüdische und muslimische Menschen. 

"Alltäglichen Diskriminierungen entgegentreten"

Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff, der Vorsitzende des Internationalen Freundeskreises (DAF), Gerhard Junge-Lampart, der katholische Pfarrer Harald-Mathias Maiba, St. Laurentius Bretten, und der Migrationsbeauftragte des evangelischen Kirchenbezirks, Pfarrer Gunter Hauser, sehen mit Sorge, wenn auch in Bretten und Umgebung muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die größtenteils schon lange hier leben, wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder Geschäfte führen, Angst vor gewalttätigen Übergriffen wie zum Beispiel in Hanau haben. „Die Verrohung und die menschenverachtenden Schmähungen, wie man sie aktuell wieder in Fußballstadien und in sozialen Netzwerken beobachten kann, sind entsetzlich und gefährlich", sagt Brettens Stadtoberhaupt. "Wir rufen alle Menschen dazu auf, Haltung zu zeigen und in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld, an den Stammtischen, im Sport und in der Freizeit nicht gleichgültig zu sein und alltäglichen Diskriminierungen klar entgegenzutreten.“ 

"Grenzen zu Fremdenfeindlichkeit nicht verwischen"

Der DAF-Vorsitzende Gerhard Junge-Lampart ergänzt: „Wir sind auch mit Brettener Parteien im Gespräch. Viel ist von „unseren Werten“ die Rede. Zu unseren Werten gehören auch die Achtung der Menschenrechte, Mitmenschlichkeit und Toleranz. Diejenigen, die sich zur politischen „Mitte“ zählen, müssen aufpassen, dass sich nicht schleichend die Grenzen zur neuen Rechten, zu Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit verwischen. Es sind inzwischen Äußerungen gesellschaftsfähig, die vor fünf Jahren noch tabu waren. Unsere Gesellschaft braucht sich nicht zu wundern, wenn Wirrköpfe mit Gewaltphantasien sich auf populistische Sprüche von geistigen Brandstiftern berufen. Es wird niemand sagen können, er hätte es nicht gewusst.“

"Würde jedes Menschen verteidigen"

Pfarrer Maiba meint: „Hartherzigkeit und Fremdenfeindlichkeit sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Als Christen sind wir in besonderer Weise dazu berufen, die Freiheit und Würde jedes Menschen zu verteidigen. Gott selbst lebt es uns in seinem Sohn vor: Bei den Menschen, für die Menschen. Wo Hass und Gewalt geschürt werden, haben wir als Christen, als Kinder Gottes nichts verloren.“

"Auf Benachteiligung unterer Lohngruppen achten"

„Was unsere Gesellschaft jetzt braucht, ist mehr Zusammenhalt und eine gute Gemeinschaft mit allen Menschen", betont Pfarrer Gunther Hauser und fährt fort: "Angesichts der Globalisierung muss man dabei natürlich auch auf die Benachteiligung unterer Lohngruppen achten. Es darf nicht sein, dass jemand von zwei Jobs nicht leben kann. Die EU ist da Vorreiter und hat beschlossen, dass Zeitarbeiter gleich bezahlt werden müssen. Dies muss weiter gehen. Wir brauchen aber auch mehr Verständnis füreinander und für unsere jeweiligen Hintergründe, Lebensgeschichten und Erfahrungen.“

"Brauchen die gute Gemeinschaft aller"

OB Wolff ist überzeugt: „Wir brauchen ganz besonders weiterhin die gute Gemeinschaft aller, inklusive der Mitbürger mit ausländischen Wurzeln, die in unserem Gesellschaftsbild mit vielen Tätigkeiten, zum Beispiel in Pflege, Bau, Gastronomie bis hin zu Betriebsleitungen und Politik nicht mehr wegzudenken sind. In Bretten leben und arbeiten Menschen aus 53 Ländern und viele von ihnen sind bereits Mitbürger mit deutschem Pass in der zweiten oder dritten Generation.“

Glockenläuten am Samstag um elf Uhr

Die Stadt Bretten bekennt sich mit ihrem Motto „Bretten bleibt bunt“ zu einem fairen Miteinander. Kirchen, Moscheen, Vereine, Parteien, Geschäftsleute und viele engagierte Personen unterstützen diese Initiative. Dies beinhaltet die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Menschen aller sozialen, religiösen, nationalen und politischen Hintergründe. Rassismus ist seit 1979 von den UN geächtet und hat auch in Bretten keine Chance. Am Samstag, 21. März, werden aus diesem Anlass um elf Uhr vormittags die Glocken der katholischen und evangelischen Kirchen in Bretten läuten.

Autor:

Kraichgau News aus Bretten

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