Zehnter Todestag von Eisbär Knut
PETA fordert Zoo Karlsruhe auf Eisbärhaltung zu beenden

Eisbär Knut im Zoo Berlin
  • Eisbär Knut im Zoo Berlin
  • Foto: PETA Deutschland e.V.
  • hochgeladen von Havva Keskin

Karlsruhe/Stuttgart (kn) Am 19. März jährt sich der Todestag des im Berliner Zoo geborenen Eisbären Knut zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass wandte sich PETA unter dem Motto "Eisbärqual in Zoos stoppen" nun an den Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup, an den Zoo Karlsruhe sowie an neun weitere Zoos in Deutschland. In ihrem Schreiben fordert die Tierrechtsorganisation die Verantwortlichen auf, die Eisbärhaltung zu beenden. PETA wirft den zoologischen Einrichtungen vor, Eisbären in der Hoffnung auf einen neuen „Knut-Effekt“ aus reinen Marketing- und Profitgründen zu züchten. Das immense seelische und körperliche Leid der Tiere einschließlich schwerer Verhaltensstörungen werde dabei in Kauf genommen. Daher appelliert PETA auch mit einer Petition an das Bundeslandwirtschaftsministerium, die Haltung in Gefangenschaft mit einem Nachzucht- und Importverbot auslaufen zu lassen.

Geschichte von Knut darf nicht vergessen werden

„Die traurige Geschichte von Knut darf nicht vergessen werden: Tausende wollten das Tierkind sehen – eine Weile wurde er daher täglich in öffentlichen Vorführungen gnadenlos vermarktet“, so Biologin Yvonne Würz, PETA-Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Noch immer sind 28 Eisbären in deutschen Zoos eingesperrt, um Besucher anzulocken und die Kassen klingeln zu lassen – diese vorsätzliche Tierquälerei muss ein Ende haben.“

Eisbärhaltung in Gefangenschaft nicht artgerecht möglich

Prof. Dr. Hanno Würbel von der Universität Bern, Verhaltensbiologe Dr. Karsten Brensing sowie dem ehemaligen Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch zufolge können Eisbären in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden: Die Unterschiede zwischen ihrem natürlichen Lebensraum und denen im Zoo sind laut den namhaften Wissenschaftlern zu groß. [1, 2] „Auch vorgeschobene Artenschutzargumente sind reine Augenwischerei, denn in Gefangenschaft geborene Eisbären können nicht ausgewildert werden“, erklärt Würz.

In freier Natur wandern Eisbären jedes Jahr Hunderte bis Tausende Kilometer. Könnten sie sich nicht artgemäß bewegen, entwickelten sie auffällige Verhaltensstereotypien, erkennbar an sich ständig wiederholenden Bewegungsabläufen. Nachzuchten in Gefangenschaft würden außerdem mit einer hohen Jungtiersterblichkeit einhergehen. Auch die häufigen Transfers zu Zuchtzwecken zwischen den Zoos seien ein Stressfaktor für die Tiere. [4] Laut PETAs Eisbär-Studie von 2008/2010 und verschiedenen wissenschaftlichen Studien zeige die große Mehrheit aller Eisbären in Zoos entsprechende Verhaltensstörungen.

Zahl der Eisbären in Gefangenschaft rückläufig

Laut dem Internationalen Zuchtbuch für Eisbären nimmt die Zahl der im Zoo gehaltenen Eisbären ab. Mit Stand Dezember 2018 wurden dort weltweit insgesamt 17 Tiere weniger als im Jahr zuvor aufgeführt. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Eisbären in Zoos von 34 Eisbären in 13 Zoos im Jahr 2008 zu 28 Eisbären in zwölf Zoos im Jahr 2021 verringert. Neben der Stuttgarter Wilhelma, die seit dem Tod von Eisbärin Corinna im Juli 2018 die Eisbärenhaltung aufgegeben hat, plant auch der Wuppertaler Zoo, die Haltung bald zu beenden. Die zoologischen Einrichtungen in Berlin (Zoo und Tierpark), Bremerhaven, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, München, Neumünster, Nürnberg und Rostock halten weiterhin Eisbären.

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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