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Fragen an Jana Freis zum gesenkten Wahlalter
"Zeitgerechte Entwicklung"

Jana Freis ist im Vorstand des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte BW.
  • Jana Freis ist im Vorstand des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte BW.
  • Foto: Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schweizer
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Region (hk) Künftig darf der Landtag in Baden-Württemberg bereits ab einem Alter von 16 Jahren gewählt werden. Die Redaktion hat mit Jana Freis, ehemalige Sprecherin des Jugendgemeinderats in Bretten und nun Vorsitzende für externe Angelegenheiten im Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg, darüber gesprochen.

Frau Freis, erstmals wurde das Wahlalter für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg auf 16 heruntergesetzt. Wie haben Sie auf diese Reform reagiert? Und wären Sie mit 16 Jahren zur Landtagswahl gegangen?
Als Vorstand des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg haben wir uns sehr über diese Reform gefreut. Die Absenkung des Wahlalters ist schon lange eine unserer Forderungen gewesen, daher finden wir es gut, dass sich die Landtagsabgeordneten diesbezüglich geeinigt haben. Diese Entscheidung ist auch im Hinblick auf die Jugendbeteiligung eine sehr zeitgerechte Entwicklung, die wir so nur begrüßen können. Ich bin gespannt, ob sich diese Reform auch auf andere Bundesländer erstrecken wird. Hätte es diese Möglichkeit gegeben, wäre ich auch mit 16 Jahren zur Wahl gegangen! Wenn ich mich zurückerinnere, hatte ich damals auch bereits Ideen und war politisch informiert und aktiv, was ich ja auch heute noch bin. Also gute Voraussetzungen für einen Gang zur Wahlurne.

Brauchen 16-Jährige für politisches Engagement dieses Wahlrecht? Es gibt auch andere Möglichkeiten des Engagements, etwa auf kommunaler Ebene.
Meiner Erfahrung nach brauchen die jungen Menschen trotz der anderen Möglichkeiten dieses Wahlrecht. Die kommunalen Beteiligungsmöglichkeiten sind zwar vorhanden, sind aber dennoch limitiert. Wenn wir beispielsweise das Format Jugendgemeinderat betrachten, so ist da auf jeden Fall auch noch Luft nach oben. Daher betrachte ich diese Chance auf jeden Fall als eine Verbesserung für politisches Engagement. Die jungen Wahlberechtigten werden zukünftig auf Augenhöhe wahrgenommen, was auch zu einem bewussteren Umgang und Anerkennung dieser Zielgruppe führen wird. Ich bin mir sicher, dass sich auch Auswirkungen im Wahlkampf zeigen werden, um diese neue Wählergruppe einzubinden.

Kritiker befürchten, dass mit einer Absenkung des Wahlalters eine Entwertung des Wahlrechts einhergeht. Gerade junge Menschen seien sehr beeinflussbar durch Eltern, Lehrer, Medien und Freunde. Was sagen Sie zu diesem Einwand?
Eine Entwertung des Wahlrechts befürchte ich nicht, ganz im Gegenteil! Ich bin mir sicher, dass durch die Absenkung des Wahlalters ein neuer Querschnitt der Bevölkerung und eine bessere Repräsentation erreicht wird. Vielmehr sehe ich darin einen Gewinn, da die Politik nun mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse junger Menschen eingehen muss. Die Beeinflussung durch Andere erfolgt zudem nicht nur bei jungen Menschen, sondern ist in allen Altersschichten zu beobachten. Daher sollte der Fokus bei dieser Entgegenwirkung zukünftig auf einer verstärkten politischen Bildung in der Gesellschaft liegen, um auch die 16-Jährigen verstärkt mitzunehmen, anstatt diese zu kritisieren.

Die Fragen stellte Brettener Woche-Redakteurin Havva Keskin.

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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