KinderCouncil an der Johann-Peter-Hebel-Schule
Diskutieren auf Augenhöhe

Auf Augenhöhe: Beim KinderCouncil können sich Schüler und Studierende ohne die üblichen Hierarchien austauschen. Foto: hk
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Bretten (hk) Kinder nehmen die Welt oft anders wahr als Erwachsene. Und mit ihren unvoreingenommenen Fragen berühren sie immer wieder wunde Punkte des gesellschaftlichen Lebens. Beim KinderCouncil, das 2018 als Kooperationsprojekt von Pädagogischer Hochschule Karlsruhe (PHKA) und Dualer Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe (DHBW) ins Leben gerufen wurde, werden Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren dazu ermutigt, genau solche Fragen zu stellen. Dieses Angebot, gemeinsam mit Studierenden der PHKA über Fragen der Zukunft zu diskutieren, findet ab dem Wintersemester 2021/2022 nun auch in Zusammenarbeit mit der Johann-Peter-Hebel-Gemeinschaftsschule (JPH) in Bretten statt. Am Montagnachmittag fand jetzt – nach der Eröffnung des Wintersemesters am 15. November – die erste Sitzung des KinderCouncils zum Thema „Visionen und Träume“ statt.

„Es ist komisch, dass man sich gar nicht an seine Träume erinnern kann“

Max Pauli, Grundschullehramts-Student im ersten Master-Semester, lässt sich an diesem späten Nachmittag von den JPH-Schülern ihre Welt zeigen. Einfühlsam geht er mit den Kindern in den Diskurs – auf Augenhöhe und nie mit irgendwelchen Zwängen. „Wollt ihr mal von einem konkreten Beispiel erzählen?“, fragt der 23-Jährige in die Runde, als es um das luzide Träumen ging. Dabei handelt es sich um einen Traum, in dem der Träumer sich bewusst ist, dass er träumt. Eine kurze Stille legt sich über den Raum. Student Max drängt aber nicht krampfhaft auf Antworten. Dann kommt doch noch eine Meldung per Handzeichen: „Das hatte ich schon ein paar Mal“, sagt ein Schüler. Dabei habe er wie ein Außenstehender über die Schulter einer anderen Person den Traum erlebt. „Ich habe gemerkt, dass ich träume und konnte die Kontrolle übernehmen“, berichtet er. Student Max erklärt, was ein Alptraum ist, wie Träume entstehen und was während des Träumens mit den Eindrücken des Tages im Gehirn passiert. „Es ist komisch, dass man sich gar nicht an seine Träume erinnern kann, oder?“, fragt Max Pauli und ergänzt: „Aber das kann man üben, indem man ein Traumtagebuch führt. Dadurch erinnert man sich immer besser an seine Träume.“ Ein Schüler fügt an, dass man doch auch das luzide Träumen „üben“ könne. Und was es mit Schlafparalysen auf sich habe, will ein anderer wissen, worauf Max Pauli ehrlich zugeben muss, dass er darüber nicht genug informiert sei, um eine gute Antwort zu geben.

Es lohnt sich für seine Träume zu kämpfen

Aufrichtigkeit beweist der 23-Jährige bei der Kinder-Council-Sitzung, die im Übrigen als hybride Veranstaltung in den Seminarraum der PHKA übertragen wurde, auch, als es darum geht, seine eigenen Träume zu erzählen. Sein Traum sei es, einen Dunking beziehungsweise einen Slam-Dunk zu schaffen. Mit etwa 1,80 Metern sei er einer der kleineren Spieler in seiner Basketball-Mannschaft, erzählt er mit einem Lachen. Auch die JPH-Schüler kommen wieder zu Wort: Es wurde erzählt vom Traum, einmal ein eigenes Haus zu besitzen oder Sängerin zu werden.
Zwei Schüler stellten in der Folge Steve Jobs, Mitgründer und langjähriger CEO von Apple, und die italienische Ärztin, Reformpädagogin und Philosophin Maria Montessori als Persönlichkeiten vor, die ihre Träume verwirklicht hätten. Max Pauli präsentiert dann noch den berühmten amerikanischen Basketballspieler Michael Jordan, dem es gelang, einer der besten Spieler der Geschichte zu werden. Anhand dieser Beispiele verdeutlicht Max Pauli, dass es sich lohnt für seine Träume zu kämpfen. Im Plenum kam man zudem zu der Einsicht, dass man sich für seine Träume nicht schämen müsse. Auch waren sich die Schüler darüber einig, dass der Weg bis zur Verwirklichung von Träumen und Visionen holprig sein könne, zum Beispiel durch „Ballast“, wie etwa Menschen, die einen für seine Träume belächelten.

"Selbstsicherheit der Kinder kam rüber"

"Ich finde es sehr spannend", beschreibt Schulleiter Wolfgang Halbeis die Atmosphäre im KinderCouncil. "Es sind sehr unterschiedliche Typen dabei. Aber das macht es auch total interessant", betont er und lobt seine Schüler: "Ich finde es erstaunlich, wie wertschätzend sie miteinander umgehen". Auch Claudia Keller von der DHBW in Karlsruhe zeigt sich begeistert über die JPH-Schüler: "Schon bei der Vorstellungsrunde kam die Selbstsicherheit der Kinder rüber." Bereits am kommenden Montag steht die nächste Sitzung des KinderCouncils an der JPH an. Das Thema wird dann sein: „Wann ist Zukunft? Was bedeutet Zukunft? Wer ist verantwortlich für die Zukunft?“

Autor:

Havva Keskin aus Bretten

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