Nina Reichenbach und Jonas Friedrich: „Grenzenloser Umgang mit dem Fahrrad“

Nina Reichenbach und Jonas Friedrich.
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Interview mit den Bike-Trial-Sportlern Nina Reichenbach und Jonas Friedrich vom RSC Bretten.

Bretten (swiz) Wie kamt ihr beide zum Sport Bike Trial? Was hat Euch da so sehr fasziniert?
Jonas Friedrich (JF): Ich kam zum Bike Trial durch einen Bekannten meines Vaters. Mich hat der grenzenlose Umgang auf dem Fahrrad fasziniert. Es schien, als wäre mit dem Trial Rad alles möglich.
Nina Reichenbach (NR): Ich kam 2007 durch einen Klassenkameraden zu dem Sport. Fahrrad fahren war von klein auf meine Leidenschaft und so hat es mit dem Sport perfekt gepasst. Zuerst bin ich einige Zeit mit meinem normalen Rad gefahren, bis ich dann mein erstes Trialrad bekommen und sehr viel trainiert habe.

Kann jeder Bike-Trial erlernen oder sind dafür gewisse Grundvoraussetzungen notwendig?
JF: Jeder, der Fahrradfahren kann, der kann den Trial Sport erlernen. Das ist die einzige Voraussetzung.
NR: Die einzige Grundvoraussetzung ist, dass man Fahrrad fahren kann und dass man ehrgeizig ist. Ansonsten kann man durch Fleiß und viel Training sehr viel erreichen. Wichtige Eigenschaften sind Ehrgeiz, Gleichgewichtssinn, Koordination, Kraft und Ausdauer.

Wie viele Menschen betreiben den Sport Bike-Trial in Deutschland? Ist das eine eingeschworene kleine Gemeinschaft? Gibt es auf der Welt eine „Hochburg“ des Bike Trials?
JF: In Deutschland gibt es rund 1.000 Fahrrad-Trialer. Davon betreiben rund 400 Stück den Sport auf regionaler beziehungsweise nationaler Ebene. Rund 50 davon betreiben den Sport auch auf internationaler Ebene.
NR: Bei den Damen sind es deutlich weniger Starterinnen als bei den Jungs. Bei der Deutschen Meisterschaft der Damen sind wir leider nur fünf Starterinnen. International sieht es schon besser aus, bei einem World Cup sind es zwischen 20 und 30 Starterinnen. Als Hochburg des Trials kann man Spanien oder Frankreich bezeichnen. Dort wird der Sport mit Geldern gefördert und es gibt auch Trialschulen, in welchen mehrmals wöchentlich ein koordiniertes Training stattfindet. So etwas ist in Deutschland bislang noch nicht vorhanden. Jedoch macht Jonas mit seiner Trial-Academy einen sehr großen Schritt in die richtige Richtung.

Was müsste aus Ihrer Sicht getan werden, um den Sport Bike Trial in Deutschland noch bekannter zu machen?
JF: Mehr Anerkennung und Respekt vom Verband würde schon sehr viel ausmachen. Zudem ist der Sport noch nicht olympisch, was natürlich eine große Rolle hierbei spielt.
NR: Ich denke ein erster Schritt wäre es, mehr von den internationalen Wettkämpfen im Fernsehen zu zeigen. Eventuell in den Nachrichten oder regionalen TV-Sendern. Außerdem ist es wichtig, dass der Sport im Allgemeinen ein professionelles Erscheinen hat, denn dann kann man sich auch bei Sponsoren besser durchsetzen. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg und können hoffen, dass in wenigen Jahren immer mehr Leute von dem Sport begeistert sind und ihn auch kennen und verfolgen.

Herr Friedrich, Sie sind 2018 auf einem sehr guten elften Platz bei der Weltmeisterschaft gelandet und das in Ihrem ersten Elite-Jahr. Wie bewerten Sie diesen Erfolg und was sind Ihre Ziele in den kommenden Jahren?
Für mein erstes Elite-Jahr war dieses Ergebnis schon ganz gut. Es war kein einfaches Jahr, aber ich bin an den Anforderungen gewachsen. In den kommenden Jahren ist das Ziel, weiterhin so erfolgreich im Sport zu bleiben und meine eigene Trial- und Mountainbike-Academy zu verwirklichen.
Nina Reichenbach, Sie sind 2018 zum dritten Mal Weltmeisterin im Bike Trial geworden.

Waren Sie überrascht von diesem Erfolg oder war es das konsequente Ergebnis harten Trainings? Wie kann man sich nach solchen Erfolgen noch weiter motivieren?
Ich habe mich sehr darüber gefreut und war auch sehr stolz, dass ich den WM-Titel zum dritten Mal in Folge gewinnen konnte. Ich würde sagen, ich habe mich sehr gut auf die Wettkämpfe vorbereitet und habe mehrmals täglich trainiert. Meine Motivation ist der Erfolg. Wenn ich weiß, dass ich die Beste bin, dann will ich das auch bleiben und trainiere hart dafür.

Die Fragen stellte Christian Schweizer

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