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Jeder Mensch ist anders – jede Migräne auch
Mit mehr Wissen gegen den Schmerz

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Sie tritt in Deutschland täglich bei rund 900.000 Menschen auf und ist häufiger als Diabetes, Epilepsie und Asthma zusammengenommen. Trotzdem wird sie bis heute oftmals verharmlost oder belächelt: die Migräne. Weltweit zählt sie zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt; allein hierzulande leiden rund 15 Prozent der Bevölkerung regelmäßig unter Migräneattacken. Doch Migräne ist weit mehr als nur eine Art von Kopfschmerz. Auslöser, Verlauf, Dauer, Häufigkeit, Schmerzintensität und begleitende Symptome sind individuell verschieden – alle Betroffenen haben „ihre eigene“ Migräne. Diese besser kennenzulernen ist eine wichtige Grundlage, um die Krankheit erfolgreich zu bekämpfen, denn das Wissen um die individuellen Auslöser und Vorboten hilft bei Diagnostik und Therapie. Migräne stellt eine äußerst komplexe neurologische Erkrankung dar, deren Ursachen die Wissenschaft jedoch immer genauer versteht. So konnten durch intensive Forschung vorbeugende Therapien entwickeln werden, die die Wirkung von Antikörpern auf Botenstoffe nutzen, die an der Entstehung von Migräneschmerzen beteiligt sind.
Woran Betroffene eine Migräne erkennen, worauf sie bei einer Attacke achten sollten, was sie in einer Akutphase unternehmen können und wie sie sich vorbeugend behandeln lässt, erfahren sie im Gespräch mit spezialisierten Neurologen und Vertretern von Patientenorganisationen am Lesertelefon. Anlass sind der Deutsche Kopfschmerztag am 5. und der Europäische Kopfschmerz- und Migränetag am 12. September.

Migräne ist nicht gleich Migräne

Wie sich eine Migräneattacke anfühlt, ist für jeden der Betroffenen unterschiedlich. Dennoch folgt die Migräne einer Art Drehbuch: Bereits Stunden oder Tage vor der Attacke kann sie sich durch so verschiedene Vorboten wie zum Beispiel Heißhunger, übermäßigen Durst, Euphorie oder Reizbarkeit, schwankende Stimmungen oder Magen-Darm-Probleme ankündigen. Ebenfalls noch vor der Kopfschmerzphase tritt bei einigen Betroffenen eine so genannte Aura auf. Dabei handelt es sich um neurologische Störungen, etwa Sprachstörungen, Lähmungen und optische Phänomene wie Lichtblitze, Flimmern oder eine veränderte Wahrnehmung von Farben. Die akute Kopfschmerzphase dauert dann bis zu 72 Stunden an, meist begleitet von Übelkeit und Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Gerüchen, Licht und Berührungen. Der Schmerzphase folgt eine bis zu 24 Stunden andauernde Rückbildungsphase, in der die Betroffenen sich meist erschöpft und abgespannt fühlen. Dass die Betroffenen eine Migräne individuell unterschiedlich erleben, liegt im Wesen der Erkrankung – und es bedingt detektivischen Spürsinn der Betroffenen: Wer seine Vorboten, Auslöser, Verlauf und Besonderheiten kennt, kann mit seinem Verhalten und dem Einsatz von Medikamenten gezielt gegensteuern.

Eine Attacke kommt selten allein

Neben dem individuellen Verlauf finden sich Unterschiede vor allem in der Häufigkeit der Attacken. Für viele Menschen ist die Migräne – und damit die Angst vor dem nächsten Anfall – ein ständiger Begleiter. Mediziner unterscheiden zwischen der episodischen und der chronischen Migräne. Laut der internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD) handelt es sich um eine episodische Migräne, wenn Patienten bis zu 14 Tage pro Monat in unterschiedlich großen Abständen unter Beschwerden leiden. Charakteristisch für eine episodische Migräne sind neben dem einseitig-pulsierenden Kopfschmerz Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Aus der episodischen kann sich eine chronische Migräne entwickeln. Diese bedeutet Kopfschmerzen über mehr als drei Monate an 15 oder mehr Tagen im Monat, davon an mindestens acht Tagen mit Merkmalen eines Migränekopfschmerzes wie Übelkeit, Berührungsschmerz, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Nackenschmerzen oder Frösteln. Die Unterscheidung ist vor allem mit Blick auf die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten von Bedeutung, die darauf abzielen sollten, Attacken langfristig einzudämmen oder zumindest deren Intensität zu verringern. Wichtigstes Therapieziel ist es hier, der Chronifizierung der Erkrankung entgegenzuwirken.

Migräne verstehen und frühzeitig behandeln

Der wichtigste Schritt für Menschen, die unter Migräne leiden, ihren Alltag aber dem Schmerz nicht unterordnen wollen, ist der Arztbesuch. Gemeinsam können Arzt und Patient individuelle Strategien festlegen, wie bei einer akuten Migräne vorzugehen ist und wie eine Häufung von Attacken verhindert werden kann. Neben speziellen Migränemedikamenten, die direkt während der Schmerzattacke zum Einsatz kommen, stehen Wirkstoffe für die Migräneprophylaxe, also die Vorbeugung, zur Verfügung. Unterschieden wird hier zwischen Medikamenten, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden und neueren Wirkstoffen, die speziell gegen den Migräneschmerz entwickelt wurden und als so genannte Migränespritze verabreicht werden. Auch hier gilt es, unter der Vielzahl an Therapieverfahren die individuell wirksamste Behandlung ausfindig zu machen. Dabei ist einmal mehr der Patient selbst der Schlüssel zum Therapieerfolg: Je mehr er über seine Migräne weiß, desto besser können die verfügbaren medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapieangebote individuell abgestimmt werden.

Expertenrat zum Nulltarif
Wie erkenne ich meine persönlichen Migräneauslöser? Wann ist der richtige Zeitpunkt, Medikamente einzusetzen? Wie lerne ich meine Migräne besser kennen? Was ist ein Kopfschmerztagebuch? Welche Medikamente stehen mir bei einer Migräneattacke zur Verfügung? Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es aktuell? Antworten auf Fragen rund ums Thema Migräne und auch Kopfschmerz gibt es bei den Experten am Lesertelefon:
• Dr. med. Dipl.-Psych. Heinz-Peter Herbst; Niedergelassener Facharzt für Neurologie, Zertifizierter DMKG Kopfschmerzexperte, Neurozentrum Stuttgart

Rufen Sie an! Am Donnerstag, den 3. September 2020 zwischen 11 und 19 Uhr.
Der Anruf unter 0800 – 0 60 40 00 ist aus allen deutschen Netzen gebührenfrei.

Autor:

Kraichgau News Ratgeber aus Bretten

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