Telefonaktion zur Glücksspielsucht: „Borgen Sie ihm auf keinen Fall Geld!“

Wenn Menschen süchtig nach dem Glücksspiel sind kann das Unglück und finanzielle Not über ganze Familien bringen. Was man tun kann wenn ein Familienmitglied das ganze Geld verzockt - darum ging es vor allem in unserer Telefonaktion. Hier eine Übersicht über die Fragen - und die Antworten der Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

„Mein Bruder geht seit mehr als 20 Jahren regelmäßig ins Spiel-Casino. In letzter Zeit werden es mehr Besuche und ich habe ihm auch schön öfter Geld borgen. Ob sich das von allein wieder gibt?“

Darauf sollte man besser nicht hoffen. Glücksspielsucht ist eine ernste Erkrankung und kann ohne professionelle Hilfe kaum überwunden werden. Um diese Hilfe anzunehmen, müsste Ihr Bruder aber erkennen, dass sein Glücksspiel ein echtes Problem darstellt. Vielleicht kann ihm Ihre Sicht der Dinge dabei helfen. Sagen Sie ihm ganz sachlich in einer ruhigen Stunde was Sie beobachten und was Sie über sein Glücksspiel denken. Borgen Sie ihm auf keinen Fall Geld für sein Spiel. Sie können ihm anbieten, mit ihm zusammen Hilfe zu suchen. Unter www.check-dein-spiel.de finden Sie und Ihr Bruder die auf Glücksspielsucht spezialisierten Beratungsstellen vor Ort.

„Für mich ist es entspannend, abends am Computer um Geld zu spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man danach süchtig wird …“

Leider haben gerade Glücksspiele am Computer ein hohes Suchtpotenzial, da sie jederzeit zur Verfügung stehen. Besonders problematisch ist eine rasche Folge von einzelnen Spielen mit schneller Gewinn- und Verlustentscheidung. Gefährlich wird es auch, wenn Spieler das Gefühl haben, dass sie das Spielergebnis beeinflussen können, zum Beispiel durch Stopp-Tasten. Übermäßig spielende Menschen können in eine „Aufholjagd“ hineinrutschen, indem sie immer verzweifelter versuchen, bisherige Verluste durch mehr Spiel zurück zu gewinnen. Das kann der Beginn einer Sucht sein.

„Wie kann ich feststellen, ob ich vielleicht schon süchtig bin?“

Der Übergang in eine Sucht ist fließend. Wenn Sie überprüfen möchten, ob das Glücksspiel für Sie schon gefährlich ist, empfehle ich Ihnen, auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.check-dein-spiel.de einen anonymen Selbsttest zu machen.

„Ich habe schon eine Menge Geld in Spielhallen verspielt und will das nicht mehr. Man soll sich irgendwie vom Glücksspiel ausschließen können. Wie geht das?“

Am einfachsten, indem Sie in Ihren bevorzugten Spielhallen um eine Sperrung durch ein persönliches Hausverbot bitten. Allerdings kann das nur ein erster Schritt sein. Um wirklich vom Glücksspiel weg zu kommen ist eine Therapie nötig.

Ich habe bei Spielen im Internet große Schulden gemacht. Wie komme ich von denen wieder runter?

Schuldnerberatungsstellen sind die richtigen Anlaufstellen. Allerdings sind die Beratung und entsprechende Maßnahmen, wie das Einleiten der Privatinsolvenz, erst in Kombination mit einer Therapie der Glücksspielsucht sinnvoll. Ohne eine Auseinandersetzung mit dieser Problematik könnten immer neue Schulden angehäuft werden, die dann zum Beispiel zum Scheitern des Insolvenzverfahrens führen. Für ein Gespräch über Ihr Spielverhalten und mögliche Therapieformen stehen Ihnen Suchtberatungsstellen offen, die sich auf Glücksspielsucht spezialisiert haben.

Hier finden Betroffene Hilfe

Telefonberatung zur Glücksspielsucht: 0800/1372700 (Mo-Do 10-22 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr).

Internet: www.check-dein-spiel.de, www.spielen-mit-verantwortung.de

Info-Material: www.bzga.de/infomaterialien

Autor:

Kraichgau News aus Bretten

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