Delegiertenversammlung der IG Metall Bruchsal: 6 Prozent mehr Entgelt wären gerechtfertigt

Delegiertenversammlung der IG Metall Bruchsal.
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Die nur kurze Zeit zurückliegende Bundestagswahl beherrschte auch die Gespräche und Diskussionen unter den Delegierten vor Beginn der Delegiertenversammlung der IG Metall Bruchsal vom 28. September 2017.

BRUCHSAL (pm) Die nur kurze Zeit zurückliegende Bundestagswahl beherrschte auch die Gespräche und Diskussionen unter den Delegierten vor Beginn der Delegiertenversammlung der IG Metall Bruchsal vom 28. September 2017. Mehrheitlich sah man besorgte Gesichter, der größte Rechtsruck seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland bereitete den Delegierten sichtbar Unbehagen.

In seinem Einführungsreferat thematisierte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bruchsal, Rainer Wacker, den hohen Stimmengewinn der Rechten. So war, wie Wacker ausführte, dieses Wahlergebnis „die Krönung der ganzen Debatten im Vorfeld. Das Thema geht jetzt geradeso weiter“. Der 1. Bevollmächtigte unterstrich, dass die Themen der Arbeitnehmer, wie soziale Gerechtigkeit, sichere Renten oder Arbeitsplatzsicherheit, von den etablierten Parteien nicht angemessen aufgegriffen wurden: „Die Politiker haben nicht zugehört“. Dieses Wahlergebnis mache keine Hoffnung auf eine arbeitnehmerfreundliche Politik.

Gerade auch Beschäftigte in den Betrieben haben die AfD gewählt, so Wacker, aber diese seien dennoch „keine Faschisten“. Der 1. Bevollmächtigte gab seiner Befürchtung Ausdruck, das Wahlergebnis könne Leute „mit braunem Gedankengut“ ermutigen, in den Betrieben Vertrauensleute und Betriebsräte zu beleidigen und zu beschimpfen. Diesem müsse mit Nachdruck Einhalt geboten werden.

Vor dem Beginn der Diskussion zur anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie bedankte sich der 1. Bevollmächtigte bei dem langjährigen Mitglied der IG Metall Bruchsal, Thomas Bohlender, für dessen seit vielen Jahren gezeigten unermüdlichen Einsatz. „Gefühlte 105 Jahre“, so Wacker, „aber rechnerisch „nur“ 25 Jahre“ engagierte sich Bohlender für seine Kolleginnen und Kollegen; als Betriebsrat der Fa. Schuler Pressen in Waghäusel, im Ortsvorstand der Gewerkschaft, in der Tarif- und Bezirkskommission oder dem Jugendausschuss der IG Metall. Mit den Worten „Vielen Dank Thomas für 25 Jahre und Deinen hohen Einsatz“ verabschiedete der 1. Bevollmächtigte den langjährigen Metaller Thomas Bohlender in eine neue Herausforderung. Zum 1. Januar 2018 wird Bohlender eine Stelle als Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall-Geschäftsstelle Heidelberg antreten. Mit großem Applaus der Delegierten wurde Thomas Bohlender von seinen Kolleginnen und Kollegen in seine neue Tätigkeit verabschiedet.

Zum Einstieg in die Diskussion zur Tarifrunde 2018 in der Metall- und Elektroindustrie präsentiere Yasemin Kis-Erdogan, Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall-Bezirksleitung in Stuttgart, die wirtschaftliche Entwicklung dieser Branche in einer Po-werPoint-Präsentation: „Alles, was ich euch zeige, zeigt Wachstum. Wir können gute Entgeltforderungen stellen, ein Korridor von 6 % wäre gerechtfertigt, wir haben es uns verdient“. So bekräftigte Kis-Erdogan die Resolution der Großen Tarifkommission.

In der anschließenden Aussprache wurden zum Teil auch höhere Entgeltforderungen als 6 % diskutiert. Ebenso wurde die Möglichkeit von Konflikt und Streik erörtert, denn neben der in der Tarifforderung enthaltenen Umverteilungskomponente (die Beschäftigten sollen mehr vom „Kuchen“ erhalten) beinhaltet die Entgeltforderung unter anderem auch die Forderungen nach kurzer Vollzeit mit Rückkehrrecht auf die vorherige Arbeitszeit und Arbeitszeitverkürzung für ältere Beschäftigte. Dies sind Themen, die traditionell ein hohes Konfliktpotential beinhalten.

Bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde nach einer lebhaften Diskussion die Forderung nach 6 % mehr Entgelt von der Delegiertenversammlung beschlossen.

Delegiertenversammlung der IG Metall Bruchsal.

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